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Bitcoin

Zu unsicher: Bitcoin-ETF von Gemini nicht zugelassen

Das Risiko von Preismanipulationen im Bitcoin-Mart ist immer noch extrem hoch

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Cameron (links) und Tyler Winklevoss: Sie feiern ein milliardenschweres Comeback mit Bitcoins

Seit über drei Jahren schon versuchen Cameron und  Tyler Winklevoss einen Bitcoin-ETF zu starten. Jetzt sind die Gründer der New Yorker Krypto-Börse Gemini erneut gescheitert. Die US-Börsenaufsicht SEC hat auch eine nachgebesserte Initiative abgelehnt, mit niederschmetternden Argumenten.

Für die Zwillinge, die zu den ersten Bitcoin-Milliardären gehören, ist das ein herber Rückschlag. Für Anleger jedoch ist die Entscheidung der SEC eine gute Nachricht: Die nach Marktwert größte Kryptowährung ist immer noch nicht so sicher, so stabil und frei von Manipulationen, wie die Krypto-Enthusiasten behaupten. Das heißt nicht, dass es nie einen Bitcoin-ETF geben wird. Aber: Die Krypto-Branche muss ihre Hausaufgaben machen.

Ein wichtiges Argument der SEC: Das Risiko von Preismanipulationen im Bitcoin-Mart ist immer noch extrem hoch. Der Winklevoss-ETF sollte nach den Plänen der Zwillinge an der Chicagoer Börse CBOE gehandelt werden. Damit sollte eine breite Masse von Anlegern über eine regulierte Handelsplattform Zugang zu der Kryptowährung bekommen, ohne Bitcoin tatsächlich besitzen zu müssen.

Doch wenn der ohnehin schwankungsanfällige Bitcoin-Preis von einer Handvoll Akteuren nach oben oder nach unten getrieben wird, kann auch ein ETF seine Aktionäre nicht davor schützen. Alle Versuche der Winklevoss-Zwillinge und der CBOE, die SEC zu besänftigen, seien „unvollständig, widersprüchlich und würden von den Daten nicht gedeckt“, stellt die SEC in ihrer 92-seitigen Entscheidung klar.

Erst im Mai hatte ein Bericht der Nachrichtenagentur Bloombeg für Aufsehen gesorgt, wonach das US-Justizministerium Bitcoin-Manipulationen untersucht und strafrechtliche Ermittlungen eingeleitet haben soll. Auch zitiert die SEC eine wissenschaftliche Studie, wonach der Bitcoin-Preis über die Kryptowährung Tether manipuliert worden sein könnte.

Immer wieder wird über Manipulationen in der Kryptowelt diskutiert. Sogenannte Pump-and-Dump-Aktionen wurden lange Zeit geduldet. Die Branche und die Gemini-Gründer leiden nun darunter, dass das Wild-West-Klima viel zu lange geduldet wurde und die Branche es versäumt hat, sich selbst zu regulieren.

Ein anders Problem, was noch nicht ausreichend geklärt ist: Wo und wie werden die Bitcoins gespeichert, die dem ETF unterliegen? Anders als bei den Bitcoin-Futures, die seit Dezember an den Chicagoer Börsen CBOE und CME gehandelt werden, muss der ETF mit dem unterliegenden Vermögenswert gedeckt sein.

Die Frage der Aufbewahrung ist daher extrem wichtig. Krypto-Börsen überall auf der Welt werden immer wieder gehackt, sind überlastet und zeitweise nicht erreichbar. Das hat Investoren verschreckt, Regulierer auf den Plan gerufen und ist mit ein Grund dafür, warum sich institutionelle Anleger bislang mit Krypto-Investments zurückhalten. Zwar arbeiten eine ganze Reihe von Anbietern an einer Lösung. Doch die – auch das zeigt die Entscheidung der SEC – ist offenbar noch nicht ausgereift.

Die Mission von Tyler und Cameron Winklevoss und den anderen Anbietern von Bitcoin-ETFs, die ebenfalls die Genehmigung der SEC brauchen, ist lobenswert. Direkt in Kryptowährungen zu investieren ist umständlich. Und wer seine Passwörter verliert oder den Laptop, auf dem die digitalen Währungen gespeichert sind, riskiert, sein Geld nie mehr wieder zu sehen.

Ein ETF wäre daher komfortabel und würde auch weniger technologie-affinen Kleinanlegern die Chance geben, auf Kryptowährungen zu wetten. Doch das alles gilt nur, wenn die Produkte für Kleinanleger auf stabilen Beinen stehen.

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