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Zinsland

2.600 Investoren bangen um 20 Mio.

Auslöser der Missstände wohl die Sensus-Gruppe

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Das Team von Zinsland geht unruhigen Zeiten entgegen. Ob der Crowdfunder überleben wird ist derzeit wohl mehr als fraglich

Der Crowdinvestor Zinsland ist ins schweres Fahrwasser geraten. Mehr als 2.600 Investoren bangen um mehr als 20 Millionen Euro - Ausgang ungewiß. Schlimmer noch: Weitere Recherchen haben ergeben, dass man es bei der Plattform www.zinsland.de, die von dem Unternehmen Civum GmbH in Hamburg betrieben wird, mit den Kontrollen nicht so genau nimmt und Unternehmen unterstützt, die normale Geldgeber „nicht mit der Kneifzange anfassen würden“, wie ein Marktbeobachter sagt.

Einer der Auslöser der Krise bei Zinsland ist die Sensus-Gruppe aus Marktdrewitz, die bis zum Ende dieses Monat ihre Schulden zurückzahlen muss, dieses aber nicht kann. Seit Monaten hatte der :gerlachreport nicht nur über die wirtschaftlichen Probleme und Schwierigkeiten der Unternehmensgruppe berichtet, auch die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen gegen die Sensus-Bosse Gerhard Schaller und Markus Fürst wiegen schwer. Gegen beide wird wegen gewerbsmässigem Betrug, Untreue und Unterschlagung ermittelt. Direkt nach den Sommerferien soll die Anklageschrift vorgelegt werden.

Zinsland hatte nicht nur Projekte der Sensus-Gruppe über die Unternehmen Nordkap Wohnbau und D.E.S. Immobilien über Crowdfunding finanziert, das Mutterunternehmen Civum GmbH hat selbst Anlegergelder in der inzwischen finanziell schwer angeschlagenen Sensus-Gruppe investiert. Die vom :gerlachreport genannte Summe von acht Millionen Euro hat Sensus-Boss Gerhard Schaller in einer internen E-Mail verneint, tatsächlich sind jedoch Millionen verschwunden.

Als Folge der Berichterstattung vom :gerlachreport hatte auch die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) berichtet: „Nun aber scheint sich ein Schatten auf die makellose Bilanz zu legen. Hintergrund ist ein Ermittlungsverfahren, das die Staatsanwaltschaft Hof gegen die Sensus Vermögensverwaltung eingeleitet hat. Dabei geht es laut Staatsanwalt um den Vorwurf des Betrugs in Zusammenhang mit Geldanlagen in zweistelliger Millionenhöhe.“

Zinsland-Geschäftsführer Carl von Stechow betonte gegenüber der FAZ: „Seit das Thema Staatsanwalt virulent wurde, stehen wir in einem engen Austausch mit dem Unternehmen. Wir haben seitdem ein sehr viel engeres Controlling gefahren und etwa monatlich die Kontostände und Verkaufsaktivitäten der Objektgesellschaft geprüft.“ Interessant: Die Sensus-Bosse Fürst und Schaller hatten über Wochen behauptet, dass die Hausdurchsuchungen und Ermittlungen gar nicht ihnen gegolten haben - bis :gerlachreport das Gegenteil bewies.

Zinsland und die Geschäftsleitung um Carl von Stechow dürfte ebenfalls hinters Licht geführt worden sein. Kein Einzelfall?

Zinsland steht im Verdacht der „Schluderei“ und „Unprofessionalität“. So wurden Anlegergelder wohl nicht nur bei der Sensus-Gruppe falsch angelegt. Die Vorwürfe reichen von „mangelnder Kontrolle“, „Falschinformationen gegenüber Anlegern“, „falsche Bilanzprüfungen“ und „Missmanagement“. Das Unternehmen hat bis heute nach eigenem Bekunden 28 Projekte begleitet. 20,447 Millionen Euro wurde von 2.677 Investoren eingerammt. Dabei wurde ein durchschnittliches Investment in Höhe von 7.638 Euro gezeichnet.

Die FAZ: „Der Zustrom ist wohl der Kombination aus hohen Zinsen von fünf bis sieben Prozent und dem Nimbus der Sicherheit zu verdanken, den Immobilien haben. Die Zinsen sind deshalb so hoch, weil es sich um risikoreichere Nachrangdarlehen handelt. Wie schon der Name sagt, müssen sich die Crowd-Anleger im Insolvenzfall unter den Gläubigern ganz hinten anstellen und damit rechnen, kein Geld mehr zurückzuerhalten. Den Anlegern sei dies nach Aussage aller Plattformen durchaus bewusst, und bislang sind alle Beteiligten damit gut gefahren, ist doch noch kein Darlehen ausgefallen.“

Zinsland könnte jetzt das beste Beispiel dafür werden, dass es für Alles ein erstes Mal gibt.

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