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OneCoin

Wo sind die OneCoin-Millionen wirklich geblieben?

Fake News: Das Unternehmen beantwortet Fragen, die gar keiner gestellt hat

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Das Büro von OneCoin: Geschlossen. Fragen werden auch am Telefon nicht mehr beantwortet. Per E-Mail gab es eine offizielle Pressemitteilung mit Antworten auf Fragen, die niemand gestellt hat

Wo sind die OneCoin-Millionen? Welche geheimen Geldverstecke gibt es noch und wer hat kassiert - das sind die Fragen, die jetzt Anleger und Investoren interessieren. :gerlachreport hat in Sofia nachgefragt. Denn hier laufen eigentlich alle Stränge zusammen. Das Büro: Verlassen. Ans Telefon geht niemand. Eine E-Mail-Anfrage wurde beantwortet: Mit dem offiziellen Pressetext der Presseabteilung der One Network Services Ltd: „Offizielle Erklärung von OneCoin zu Veröffentlichungen über eine exponierte kriminelle Gruppe im Zusammenhang mit OneCoins Kryptowährung“

Die wesentlichen Inhalte hatte :gerlachreport bereits berichtet. Auch in diesem Pressetext wird der bevorstehende Konkurs nicht ausgeschlossen. Welche Firmen betroffen sind, konnte und wollte in Sofia niemand sagen. Dafür wurden Fragen beantwortet, die nicht gestellt wurden:

Um alle Zweifel über den OneCoin vorgeworfenen Mangel an Transparenz auszuräumen, möchten wir darauf hinweisen, dass es sich um eine zentralisierte Kryptowährung handelt, die eine höhere Liquidität und weniger Volatilität mit einer langfristigen Vision und Strategie für eine stabile Entwicklung bietet, im Gegensatz zu anderen Kryptowährungen, die für eventuelle Spekulationen von Händlern offen sind und diese möglich machen.

Und: „Es ist eine weithin bekannte Tatsache, dass Kryptowährungen in der Regel misstraut wird, hauptsächlich wegen der Anonymität der Transaktionen und des Fehlens einer Benutzeridentifikation. Dies macht es Kriminellen möglich, Kryptowährungen für illegale Aktivitäten zu verwenden. Unserem Wissen nach sind solche Aktivitäten bei OneCoin nicht möglich - denn bei dieser Kryptowährung haben wir uns bemüht, Compliance-Verfahren mit dem Ziel zu implementieren, dass die Identität jedes Benutzers (KYC - Know Your Customer) und jedes Unternehmens (KYB - Know Your Business) offengelegt wird, um Geldwäsche und ähnlichen Handlungen vorzubeugen (AML- Anti Money Laundering).

Bei der entscheidenden Frage, wo dann die Millionen der Anleger und Investoren geblieben sind, Leere: „Alle diese Verfahren zielen darauf ab, die Verwendung von OneCoin für dubiose Aktivitäten zu verhindern“, heißt es weiter, „darüber hinaus ist es auch wichtig, darauf hinzuweisen, dass das zentralisierte Modell die höchste Stufe der Prävention von möglichen Verlusten durch Fehlfunktionen der Hardware des Benutzers, eventuelle Diebstähle oder zum Beispiel aufgrund mangelnder Fähigkeit zu laufenden Daten-Backups bietet. Diese Tatsachen wurden nie von den Medien präsentiert und die OneCoin-Kryptowährung wurde auch nicht objektiv dargestellt.

Das wird dann hiermit nachgeholt. Nur: Welche Daten-Backups sollen denn vor welchem Verlust schützen und welche „Fehlfunktionen der Hardware“ sind gemeint. Nach Auskunft der Ermittlungsbehörden in Sofia konnten „keine Aktivitäten auf den Servern festgestellt werden, die auf eine tatsächlich für Kryprtowährungen nötige Software oder aber Datenübertragung hinweist.“

Gefunden wurden jedoch Listen mit den Kontoverbindungen weltweit, auf denen Geldflüsse stattgefunden haben. Ein Ermittler: „So wie es aussieht zumeist in die Taschen der verantwortlichen Personen, die alle bekannt sind.“

Die Pressestelle des „Unternehmens OneCoin“ mochte auf Anfrage vom :gerlachreport dazu keine Stellungnahme abgeben. Es wird auf die Pressemitteilung verwiesen: „Abschließend möchten wir feststellen, dass die Berichterstattung der Medien über die laufende Untersuchung, die unter zweifelhaften Umständen erfolgt und von den zuständigen Behörden noch nicht abgeschlossen wurde, die Öffentlichkeit in Bezug auf die gesammelten Tatsachen und Beweise falsch informiert, was die Objektivität der zirkulierenden Informationen in der bulgarischen Presse in Frage stellt und als "schwarze PR" mit fragwürdigen Zielen definiert werden könnte.

Also, das ist die Frage: Wer hat die Millionen?

 

Antwort: „Um die Rechte unserer Mitarbeiter, Kunden und Partner zu schützen, werden die OneCoin-Gesellschaft und ihre Partner die Medienvertreter und die Öffentlichkeit über die weiteren Entwicklungen in diesem Fall informieren.

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