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Wir sind die Detektive der Demokratie

:gerlachreport konzentriert sich in Zukunft auf Datenjournalismus

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Investigativer Journalismus ist harte Arbeit: Wie die Bienen sammeln wir den Honig aus Informationen, Hintergründen, Tipps und Fakten für unsere Geschichten. Und wir stechen zu. Aber anders als die Biene können wir das mehrfach tun

Das Aufdecken von Skandalen ist selten ein rentables Geschäft. Trotz widrigen wirtschaftlichen Umständen geben die Redaktionen Geld für Recherchen aus. Warum? Würden Verleger und Chefredaktoren streng nach den Regeln ökonomischer Rationalität entscheiden, dürfte es investigativen Journalismus schon längst nicht mehr geben: In aller Regel rechnet es sich nämlich nicht, Journalisten wochen- oder monatelang für eine Recherche freizustellen. Zum einen ist das Ergebnis unsicher, zum anderen lässt sich selbst dann, wenn die Reporter beim „Schmutzaufwirbeln“ Erfolg haben und einen Skandal aufdecken, der Scoop nicht mehr „monetarisieren“. Im Online-Zeitalter ist auch die exklusivste Exklusivgeschichte innerhalb weniger Minuten allgemein verfügbar. Wettbewerber, die sich nicht an den Recherchekosten beteiligt haben, werden als Trittbrettfahrer die Story ebenso ausschlachten wie diejenigen, die sie mühselig ausgebuddelt und auf ihren Wahrheitsgehalt hin überprüft haben.

Gerade dieser Umstand macht es für einen Medienforscher besonders spannend, der Frage nachzuspüren, weshalb trotz widrigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in vielen Redaktionen die „Detektive der Demokratie“ weiterhin der Korruption und dem Machtmissbrauch in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft hinterher schnüffeln. Der Medienökonom James Hamilton (Stanford University) meint, Medienbesitzer ebenso wie Journalisten würden den Wert von investigativem Journalismus darin sehen, dass er Karrieren befördere, Prestige einbringe und die „ideologische Befriedigung“ verheisse, dass die Welt veränderbar ist.

Hamilton lässt keinen Zweifel daran, dass investigativer Journalismus „mehr diskutiert als praktiziert“ wird – einfach deshalb, weil sich die positiven Ergebnisse, die für die Gesellschaft und das Gemeinwesen entstehen können, nicht in den Geschäftsbilanzen der Medienkonzerne niederschlagen.

Aber auch die Risiken, in Recherchen einzusteigen, bleiben unkalkulierbar. „Die Suche nach Geschichten ist der Exploration von Ölquellen vergleichbar“ – es bestehe Unsicherheit, ob sich das Investment auszahle. Hamilton konstatiert deshalb Marktversagen: „Gewinnorientierte Medienunternehmen, die sich über Anzeigen- und Abo-Erlöse finanzieren, werden in investigativen Journalismus nicht hinreichend investieren.“

Die wünschenswerten Effekte journalistischer Aufklärungsmühsal – dass Gauner und Schurken ihre Ämter verlieren würden sehr selten evaluiert, denn solche Bewertungen können „komplex, kontrovers und kostenträchtig“ sein. Wettbewerbsdruck und professionelle Anreizsysteme in den Redaktionen würden dazu führen, dass die vorhandenen knappen Ressourcen „sehr viel wahrscheinlicher“ eingesetzt würden, um mit dem jeweils nächsten Projekt „neuerlich Betrug oder Versagen aufzudecken“, statt der Frage nachzuspüren, „welche Ergebnisse die vorangehende Berichterstattung gezeitigt hat“.

Das scheint sich aber zu ändern, seit investigativer Journalismus zunehmend von Stiftungen und nicht gewinnorientierten Einrichtungen finanziert wird, denn diese wollen offenbar zeigen können, dass ihre Finanzspritzen etwas bewirken.

Neue Kombinationen von Big Data und Algorithmen werden es künftig Journalisten erleichtern, Muster zu erkennen und „verheimlichte Aktivitäten und Intentionen von Amtsträgern, Unternehmen und Betrügern zu enthüllen“, also jene Geschichten auszugraben und zu erzählen, mit denen Verantwortliche zur Rechenschaft gezogen werden können. :gerlachreport ist eines der ersten Medien, das sich in Zukunft auf Datenjournalismus konzentriert.

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