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OGI

Was wusste Christian Neureuther über die OGI-Pleite?

Wird der Gesellschaft keine „Verschnaufpause" eingeräumt, ist der Bestand gefährdet

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Schwere Vorwürfe gegen Skilegende Christian Neureuther und die anderen Aufsichtsratsmitglieder. Sie sollen über jahre den OGI-Betrug gedeckt haben

Bereits am 29. Oktober 2016 hatte :gerlachreport eindringlich vor Geschäften der Oil & Gas Invest AG (OGI) in den USA gewarnt. Recherchen in den USA hatten ergeben, dass „alles offenbar nichts anderes ist, als ein groß angelegter Betrug. Das vernichtende, negative Urteil über die Oil & Gas Investoren AG (OGI AG) mit eindringlichen Warnungen fällt dabei eindeutig aus.“

In der Folge hatte der damalige Vorstand nach weiteren Berichten des :gerlachreport massive Drohungen an die Redaktion gerichtet. Es wurden, wie :gerlachreport schließlich erfuhr, „massive Pläne zur Beseitigung von Redakteuren und Verantwortlicher geschmiedet.“

Doch tatsächlich diente die Einschüchterung nur der Verschleierung eines offenkundigen Betruges. Ganz plötzlich steht auch Deutschlands Skilegende Christian Neureuther im Scheinwerferlicht. Dieses Mal nicht auf der Skipiste oder in eine Gameshow, dieses Mal im wirklichen wirtschaftlichen Leben. Neureuther ist Aufsichtsrat der OGI und soll über Jahre von den Betrügereien gewusst haben.

Jetzt bekamen die Anleger der OGI Post von ihm und vom Vorstand. Das Schreiben liegt :gerlachreport exklusiv vor.

Liebe Darlehensgeberinnen und Darlehensgeber in der Oil & Gas lnvest AG Frankfurt,

Sie haben unserer Gesellschaft Nachrangdarlehen mit qualifiziertem Rangrücktritt gewährt und es gibt aktuelle Entwicklungen und Veränderungen in unserer Aktiengesellschaft, über die wir Sie, unsere Darlehensgeber, aus gegebenem Anlass informieren.

Vor vielen Jahren war ich, Markus Schilz, einer der Gründungsaktionäre der OGI AG. Jetzt bin ich nach dem überraschenden Rücktritt von Jürgen Wagentrotz der neue Vorstand dieser Gesellschaft. Angetreten bin ich mit dem Ziel, die OGI AG auf Erfolgskurs zu bringen.

Die Oil & Gas lnvest AG ist derzeit nicht mehr in der Lage, die Lasten für Zins und Tilgung Ihrer Darlehen zu tragen. Diese Belastungen erdrücken auf Sicht die Gesellschaft, weil diese bisher noch nicht so weit ist, aus der Öl- und Gasförderung Gewinne zu generieren, aus denen die Zins- und Tilgungsleistungen, entsprechend der ursprünglichen Planung, aufgebracht werden können.

Die Gesellschaft ist darauf angewiesen, mit ihren Anlegern, Darlehensgebern und Aktionären mit Ihnen, zu einem Moratorium, einer zeitlich begrenzten Aussetzung aller Zins- sowie der Tilgungslasten bei ausgelaufenen bzw. zukünftig auslaufenden Darlehensverträgen, zu kommen. Wird der Gesellschaft diese notwendige „Verschnaufpause" nicht eingeräumt, in der sie sich stabilisieren und erholen kann, dürfte der Bestand der Anlagen insgesamt gefährdet sein und zum Totalverlust geraten können. Diese Aussage trifft für alle Beteiligten gleichermaßen zu.

Diese Gefährdung ließe sich mit guter Aussicht auf endgültigen Erfolg vermeiden, wenn einerseits die laufenden Kosten in der Gesellschaft auf ein absolut notwendiges, angemessenes, Maß zurückgefahren und sodann bis auf Weiteres auf diesem Niveau so lange gehalten werden, bis die OGI AG in der Lage ist, alle Aufwendungen für Zins und Tilgung aus dem operativen Geschäft, der Produktion der Gesellschaft, erwirtschaften zu können.

Hierzu verfügt die Gesellschaft über ausreichende Ressourcen, um die vorherrschende Situation zu überstehen und um nach der Bewältigung profitabel wirtschaften zu können. Das setzt Durchhaltewillen, Geduld sowie den Blick für das Wesentliche voraus. Dieser schließt auch das umfassende Verständnis dafür ein, dass nicht die Aufbringung zusätzlicher, weiterer und neuer, Mittel das Ziel sein kann. Vielmehr geht es darum, die bereits eingesetzten Gelder - die zugehörigen Zinsen ebenfalls - der Anleger zu „retten" bzw. für die Erbringbarkeit in der Zukunft zu sichern.

Wer dieses Ziel mutig und beherzt mit seinen logischen Entscheidungen verfolgt, wird im persönlichen wirtschaftlichen Ergebnis wahrscheinlich keine Einbußen erleiden müssen. Es ist ebenso unverzichtbar wie alternativlos, auf aktuelle Gewinne sowie Rechte aus allen gezeichneten Anlagen für eine begrenzte Zeit zu verzichten. Ihr temporärer Verzicht soll, er wird, im Ergebnis dazu führen, später dasjenige erhalten zu können, was andernfalls verloren gehen würde.

Ihr temporärer Verzicht soll im Ergebnis nur dazu führen, später, also lediglich mit Zeitversatz, zu erhalten, was andernfalls verloren gehen würde. Ihr Verzicht lediglich auf Zeit soll im Ergebnis dazu führen, Ihnen das zu erhalten, was andernfalls verloren gehen würde.

Es handelt sich bei der Bitte um ein Moratorium lediglich um eine zeitliche Verschiebung der Erträge Ihres gezeichneten Kapitals sowie dessen Rückzahlung nach Ablauf und verhütet so Substanzverluste, die andernfalls mit einiger Sicherheit bis hin zum Totalverlust eintreten würden.

In diesem Zusammenhang erinnern wir Sie an die von Ihnen für Ihre Anlage akzeptierten allgemeinen Bedingungen für Nachrangdarlehen. Unter Ziffer 8.3 dieser Bedingungen heißt es dort unter anderem sinngemäß, dass Forderungen des Darlehensgebers aus dem abgeschlossenen Vertrag “nur aus künftigen ausschüttbaren Jahresüberschüssen oder Liquidationsguthaben sowie dem sonstigen freien Vermögen der Gesellschaft geschuldet werden, solange es durch eine solche Leistung nicht zu einer Insolvenzgefährdung kommen wird”.

Würden wir unsere Leistungen Ihnen gegenüber zukünftig wie bisher fortführen, würde diese Konstellation eingreifen. Wir zeigen Ihnen hiermit noch einmal in aller Form an, dass wir unsere Zahlungen an Sie vorerst bis Mitte 2019 aussetzen müssen, da wir ansonsten gezwungen wären, über andere und weiter greifende Maßnahmen nachzudenken, die Ihnen dann ganz gewiss erhebliche und endgültige Nachteile bescheren würden.

Mit Beendigung des Moratoriums können und werden wir jedoch unsere Leistungen und Zahlungen wieder aufnehmen und bis zum hinausgeschobenen Vertragsende ausführen können. Wir bitten nochmals um Ihr Verständnis für diese in Ihrem Interesse unvermeidbare sowie alternativlose Maßnahme zum Schutze auch Ihres Vermögens. Unsere Pläne werden sich dann verwirklichen lassen, wenn es gelingt, zusätzlich zu den Sparmaßnahmen im eigenen Hause, einen Investor für ein vielversprechendes Projekt dauerhaft und zuverlässig zu gewinnen.

Das Projekt haben wir. Es ist in alle Richtungen von unabhängigen Sachverständigen wissenschaftlich geprüft und als aussichts- sowie ertragreich beurteilt worden. Wir haben auch einen potenten Interessenten für diese Millionen-Investition ausschließlich in dieses Bohrprojekt selbst. Dessen Investition würde die Durchführung und die Ausbeutung bis zum Ende hin absichern und der OGI AG auskömmliche Gewinne bescheren.

Es gibt auch diesen Investor, wir müssen ihn nur noch überzeugen und endgültig gewinnen. Wir dürfen inzwischen mit Fug und Recht davon ausgehen, dass die Verhandlungen mit dem aktuellen Investitionsinteressenten erfolgreich zu einem Abschluss gebracht werden können. Das Vorhaben der Gesellschaft heißt damit endlich wieder klar und unmissverständlich „Öl-Bohrung in den Staaten" auf einem bestens erforschten und wissenschaftlich geprüften Feld an einem Bohrpunkt, der von Experten als aussichtsreich eingeschätzt wird.

Vorsichtig schätzen wir, mit einer Dauer des Moratoriums bis Mitte des Jahres 2019 auskommen und sodann die Leistung von Zins und Tilgung wiederaufnehmen und fortführen zu können.

Unsere altbewährte und erfahrene (Bestands)Kundenbetreuerin Babett Schinköthe steht Ihnen gern für Ihre Fragen und Anmerkungen sowohl telefonisch unter 0049 69 6773 3169 bzw. Fax 0049 69 6773 3200 als auch per E-Mail <babett.schinkoethe@ogi.ag> zur Verfügung. Sie gibt Ihnen Auskünfte, ist Ihnen gern in jeder Weise behilflich. Frau Schinköthe wird auch dafür sorgen, dass Vorstand und Justiziar frühzeitig dann informiert und eingeschaltet werden, wenn Ihre Fragestellungen nicht befriedigend bzw. erschöpfend geklärt bzw. beantwortet werden können.

Wir planen eine Gläubigerversammlung mit Ihnen und für Sie kurzfristig anzuberaumen. Hierfür haben wir den Zeitraum ab dem 20. Januar 2018 bis zum 15. Februar 2018 ins Auge gefasst und würden uns freuen, wenn Sie daran teilnehmen. Nähere Einzelheiten hierzu werden wir noch frühzeitig bekanntgeben. Derzeit gehen wir davon aus, dass wir diese Veranstaltung kosten- und kräftesparend im Umlaufverfahren per E-Mail abwickeln können.

Mit allen guten Wünschen für die bevorstehenden Festtage und den Jahreswechsel für Sie und Ihre Familien und freundlichen Grüßen Ihre Oil & Gas lnvest AG

Vorstand mit Aufsichtsrat
Markus Schilz
Vorstand

Frank Fleschenberg, Christian Neureuther, Sebastian Groß
Aufsichtsrat

 

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