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Warnung

So zocken Anwälte die Anleger ab

Staatsanwaltschaften werden inzwischen tätig

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Wolf Brandes, Teamleiter des Marktwächters Finanzen bei der Verbraucherzentrale Hessen

Immer mehr Beschwerden bei der Verbraucherzentrale Hessen: Anleger, die am Grauen Kapitalmarkt Verluste erlitten haben, beklagen sich jetzt über Anwälte und undurchsichtige Anlegerschutzvereine. :gerlachreport hatte bereits mehrfach und ausführlich darüber berichtet.

Der Vorwurf der Verbraucherzentrale: Zwielichtige Rechtsanwälte versprechen, Ansprüche für die Opfer durchzusetzen. Tatsächlich wollen nur abkassieren. Schlimmer noch: Angebliche Anlegerschutzvereine und „Interessengemeinschaften“ sind sogar von den Betreibern dubioser Graumarkt-Produkte initiiert, um so die Anleger besser kontrollieren zu können.

Die Verbraucherzentrale: „Sie lassen nichts unversucht und überraschen selbst erfahrene Branchenbeobachter immer wieder mit neuen Maschen“. Wie der „Marktwächter Finanzen“ mitteilt, sind derzeit fragwürdige Anwälte und selbsternannte Anlegerschützer in Scharen unterwegs. Ihr Ziel: Verunsicherten Verbrauchern kräftig das Geld aus der Tasche zu ziehen.

Dabei werden gezielt Anleger angesprochen, die am Grauen Kapitalmarkt Verluste erlitten haben. Geschädigten stellen die Bauernfänger in Aussicht, Schadensersatzansprüche für sie durchzusetzen oder einen laufenden Anlagevertrag aufzuheben – natürlich gegen ein sattes Honorar.

Dem Marktwächter-Team der Verbraucherzentrale Hessen liegen nach eigenen Angaben mittlerweile Beschwerden über solche Praktiken aus zehn Bundesländern vor. Diese Angaben kann auch der :gerlachreport bestätigen. Interessant: Es stecken Anwälte und Personen hinter den Methoden, die noch vor Wochen für die entsprechenden Anlagen und Produkte geworben haben. Selbst das Internet wird entsprechend manipuliert.

Die Kanzleien, Schutzvereine und Interessengemeinschaften machen es sich zunutze, dass geschädigte Anleger mit allen Mitteln versuchen wollen, von ihrem Vermögen zu retten, was noch zu retten ist. Selbst wenn die Erfolgsaussichten verschwindend gering sind.

„Sie suggerieren Dringlichkeit, bauen Zeitdruck im Hinblick auf Verjährungsfristen auf und haken nach, wenn die Angeschriebenen nicht reagieren“, sagt Wolf Brandes, Teamleiter des „Marktwächters Finanzen“ bei der Verbraucherzentrale Hessen.

Wie Verbraucher berichten, wurden sie über die Kosten meist nicht oder nur unzureichend aufgeklärt. Oftmals folgten einer kostenlosen Ersteinschätzung hohe Rechnungen. Dies ist umso ärgerlicher, als die Versprechen nach Einschätzung des Marktwächter-Teams häufig haltlos und die Rechtsgrundlagen zum Teil fragwürdig sind.

Betroffene Anleger hätten berichtet, dass ihnen zweifelhafte Vergleiche oder Güteverfahren in Aussicht gestellt wurden. „Wir halten diese Hilfsangebote oft für sinnlos und überflüssig“, sagt Brandes. „Es entsteht der Eindruck, dass einige Kanzleien und Schutzvereine Mandate gewinnen wollen, die als Massenverfahren wenig Aufwand bedeuten.“ :gerlachreport weiß: Bei derartigen Angeboten sind die wahren Hintermänner diejenigen, die bereits die Anleger ausgenommen haben.

Die Marktwächter-Teams prüfen derzeit, ob das Verhalten dieser Kanzleien die Grenzen des Wettbewerbs überschreitet, und leiten gegebenenfalls rechtliche Maßnahmen ein. In Deutschland haben bereits mehrere Staatsanwaltschaften Verfahren gegen Anwälte und Organisationen eingeleitet.

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