Diese Seite verwendet Cookies.

Mehr erfahren

Sensus

Warnung: So ködern jetzt die Ganoven neue Anleger

Mehr als 70 Millionen Euro Anlegergelder sind inzwischen verschoben worden

Zurück

Es wird Zeit, dass die beiden Betrüger Gerhard Schaller und Markus Fürst endlich vor Gericht gestellt werden und ihre gerechte Strafe bekommen. Vorher sollte die Staatsanwaltschaft aber noch ermitteln, wo die 70 Millionen Euro Anlegergelder versteckt sind

Mehr als 70 Millionen Euro haben die beiden Sensus-Bosse Gerhard Schaller und Markus Fürst zur Seite geschafft. Gelder, die ihnen von Anlegern anvertraut wurden. Doch während die beiden auf ihren Prozess warten, geht der Sensus-Betrug weiter. Hinter den Kulissen verschieben Schaller und Fürst ihr Vermögen. Aus Unterlagen, die :gerlachreport vorliegen ergibt sich, wie die Bosse von Sensus/Derivest ausländische Treuhandgesellschaften und Konten für ihre Geldverstecke nutzen.

Während die Staatsanwaltschaft in Hof immer noch an den Auswertungen der umfangreichen Hausdurchsuchungen arbeiten und mit der Erhebung der Anklage „frühestens im Herbst“ gerechnet wird, haben Gerhard Schaller und Markus Fürst „ihre Schäfchen längst ins Trockene gebracht“. Da beide mit Haftstrafen zwischen sieben und zehn Jahren wegen gewerbsmässigem Betrug, Untreue, Steuerhinterziehung und anderer Vermögensdelikte rechnen müssen, wurden in den letzten Monaten „Geldverstecke angelegt und aktiviert“. An den Ermittlern vorbei.

Unterdessen sorgt die „Mittäterin“ Sandra Montero López, Gespielin von Sensus-Boss Gerhard Schaller, mit einer PR-Kampagne der besonderen Art „für gute Stimmung bei der Staatsanwaltschaft“, wie ein enger Vertrauter :gerlachreport verrät, „man will alles tun, um der Staatsanwaltschaft zu zeigen, dass Sensus ein ordentliches Unternehmen ist.“

Ob das gelingen kann ist fraglich: Zugesagte Zahlungen an geprellte Anleger sind nicht erfolgt, Beteiligungen und Investitionen im Ausland sind Geldgräber und auch sonst tun die beiden Ganoven alles, um ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachzukommen. Allein den Autark-Anlegern schulden beide mehr als 16,5 Millionen Euro, die Anfang Mai zur Zahlung fällig waren.

Da helfen dann auch keine warmen Worte der „Produktmanagerin“ Sandra Montero López. Ihr Geschwurbel liest sich so:

Hohe Renditen alleine reichen immer mehr Privatanlegern und Institutionellen heute nicht mehr aus, wenn es um ihre Vermögensverwaltung geht. Immer häufiger werden Finanzprodukte nachgefragt, die nicht nur Erträge sichern, sondern auch den gestiegenen ethischen und ökologischen Standards gerecht werden. In diesem Segment hat sich die Sensus Vermögen GmbH aus Marktredwitz seit vielen Jahren mit ihren Finanzkonzepten etabliert. Die Produktmanagerin Sandra Montero López erklärt in einem Interview, warum die Zukunft der Geldanlage auch in Deutschland den nachhaltigen, umweltbewussten und ethisch orientierten Investments gehört.

In dem gekauften Pressetext gibt die Schaller-Geliebte dann bereitwillig Auskunft. Was sie nicht verrät: Wie die Sensus-Anleger ihr Geld zurückbekommen. Oder wie die unzähligen Versprechen von Gerhard Schaller und Markus Fürst gehalten werden sollen.

Die Sensus-Realität liest sich so:

Frau Montero López, das Jahr 2017 war ja laut Branchenkennzahlen wieder einmal ein Rekordjahr für nachhaltige Geldanlagen. Wie erklären sie sich den Boom - ist das ein kurzfristiger Trend oder haben sich die Präferenzen der Investoren insgesamt verändert?

Sandra Montero López: Mittlerweile sind ja weltweit bereits mehr als 400 Milliarden Euro in Fonds und Investmentprodukten angelegt, für die das Management explizit auch ethische oder soziale Normen definiert, Tendenz ganz klar steigend. Immer mehr Fondsgesellschaften stellen ihr Produktsortiment neu auf. Das ist also kein kurzfristiger Trend, das ist eine langfristige Entwicklung, die sich nach meinen Erfahrungen mit Sicherheit noch weiter konsolidieren wird. Mich überrascht das übrigens auch nicht. Die Menschen stellen sich ja auch als Verbraucher seit vielen Jahren immer häufiger die Frage, ob die Produkte, die sie kaufen, zum Beispiel auf Basis ökologischer Landwirtschaft hergestellt worden sind - oder wie ernst es die Verantwortlichen mit dem Thema Klimawandel halten. Ist dieses Produkt CO2-neutral oder trägt es zur globalen Erwärmung bei? Betreibt ein Rohstoffunternehmen Raubbau an der Natur oder wird vor Ort wirklich nachhaltig bewirtschaftet? Das sind wie gesagt typische Fragen, die immer mehr Bürger nicht nur in ihrer Rolle als bewusste Konsumenten stellen, sondern eben heute auch immer mehr als Anleger. Längst ist klar: Privatanleger fordern heute ein ökologisches, ethisches Vermögensmanagement. Und auf dieses neue Nachfragesituation müssen sich die Produktanbieter und Vermögensverwalter einstellen, wenn sie ihre Finanzprodukte erfolgreich auf dem deutschen Markt vertreiben lassen wollen.

Relativ oft hört man ja immer noch das Vorurteil, nachhaltige Geldanlagen beruhigten zwar das grüne Gewissen, bringen aber leider einen Renditeverzicht mit sich. Wie beurteilen sie die Lage?

Sandra Montero López: Ein Blick auf die Performance nachhaltiger Fonds belegt klar und deutlich das Gegenteil. Viele Produkte haben sich vom Nischeninvestment längst zu echten Spitzenreitern in Sachen Erträge entwickelt. Immer mehr grüne Fonds bestehen den direkten Vergleich mit dem jeweiligen Vergleichsindex wie dem MSCI World oder anderen Benchmarks exzellent. Mit dem Sensus Waldfonds hat man sich auf die steigende Nachfrage nach dem begehrten, nachwachsenden Rohstoff Edelholz eingestellt. Der dauerhafte Boom in diesem Segment verspricht äußerst attraktive Renditen, und das eben ohne schlechtes Gewissen. Die Orientierung an strikten Umweltschutzstandards wird sogar immer mehr zu einem Vorteil, denn die Verbraucher fragen ja ganz direkt, wo und unter welchen Bedingungen zum Beispiel Möbel produziert werden. Unternehmen, die ihre Güter nach fragwürdigen Methoden produzieren lassen, den Klimawandel durch giftige Emissionen verschärfen oder sogar Menschenrechte verletzen, werden in Zukunft sicherlich Umsatzverluste einkalkulieren müssen. Hinzu kommt natürlich, dass die Anleger aufgrund der Zinsflaute generell einfach immer mehr Interesse an alternativen Investments zeigen, deren voraussichtliche Auszahlungen über denen typischer Festzinsprodukte liegen. Ich denke, dass Rendite und Verantwortungsbewusstsein eben keine Widersprüche sein müssen.

Wie stellen sie denn eigentlich bei Sensus Vermögen sicher, dass der Waldfonds vor Ort wirklich nach Öko-Prinzipien gemanagt wird?

Sandra Montero López: Die Anleger erwarten zu Recht, dass Begriffe wie Green Investment nicht nur auf dem Papier stehen, sondern auch ganz konsequent in allen Schritten der Wertschöpfung umgesetzt werden, und zwar ohne Kompromisse. Deswegen reisen wir ja zum Beispiel selber mehrfach im Jahr nach Costa Rica, um uns einerseits vom Fortschritt beim Wachstum der Bäume, aber zweitens eben auch von den realen Verhältnissen vor Ort persönlich überzeugen zu können. Wir sind der Meinung, dass die Finanzdienstleister in der Pflicht sind, selber die Einhaltung der eigenen Nachhaltigkeitskriterien zu überwachen - diese Aufgabe kann nicht staatlichen Akteuren oder NGOs überlassen bleiben.

Wie können Staaten und internationale Organisationen ihrer Meinung nach aktiv zur Förderung nachhaltiger Geldanlagen beitragen?

Sandra Montero López: Die Regierung in Costa Rica macht ja dem Westen vor, wie die Politik konstruktiv dafür sorgen kann, dass Industrie, Agrar- und Forstwirtschaft sowie andere Wirtschaftszweige so agieren, dass Klima, Umwelt und damit die Lebensqualität der Bürger geschützt werden. Das zentralamerikanische Land hat sich äußerst ambitionierte Ziele gesetzt und will bis 2021 eine komplett klimaneutrale Bilanz vorlegen. Deswegen werden staatlicherseits nur solche Projekte mit öffentlichen Geldern gefördert, die sich eigeninitiativ engagieren, um dieses Ziel auch zu erreichen. Für die Anleger hier in Deutschland bedeutet das: Mit einem Investment in nachwachsende Rohstoffe wie Beispielsweise Teakholz kann jeder Verbraucher einen eigenen, staatlich geförderten Beitrag gegen Treibhausemissionen leisten - und in einigen Jahren vom Gesamterlös aus dem Verkauf der Investition profitieren.

Frau Montero López, vielen Dank für das Interview.

Über die Sensus Vermögen GmbH:

Die Sensus Vermögen GmbH aus Marktredwitz besteht seit 1998 und ist eine unabhängige, inhabergeführte Gesellschaft für das Vermögensmanagement mittels langfristiger Gesamtlösungen. Grundlage der Unternehmensphilosophie sind gemanagte Anlagekonzepte mit Fokus auf Wertsicherung und dem Verantwortungsbewusstsein für die Einlagen der Kunden.

Die Geschäftsverantwortung liegt bei Gerhard Schaller (Geschäftsführer, Gesellschafter) und Markus Fürst (Mitglied der Geschäftsleitung, Gesellschafter).

Langer Rede kurzer Sensus-Sinn: Nachdem wir schon in der Vergangenheit bewiesen haben, dass wir keine Kompetenz und Ahnung haben, wenn es um das Geld der Anleger geht, halten wir weiterhin unsere Taschen gerne offen. So können wir dann ein paar Rechnungen der Anleger bezahlen und gegenüber der Staatsanwaltschaft so tun, als würden wir uns um die Opfer kümmern. Und natürlich verraten wir mit keinem Wort, was seit Monaten bekannt ist: Dass die Kapitalanlagen im Waldfonds wertlos sind und auch das alles nur ein großer Sensus-Betrug ist

Der Rat von :gerlachreport: Einfach die 70 Millionen Euro gestohlener und unterschlagener Gelder aus den Verstecken holen. Dann dürft ihr auch wieder das Wort „Ethik“ in den Mund nehmen. Und noch wichtiger: Kein Geld bei Sensus oder einer der Klitschen der beiden Ganoven Gerhard Schaller und Markus Fürst investieren. Und eine besondere Warnung gibt es vor der Produktmanagerin Sandra Montero López.

Zurück

The next big story

Haben Sie die nächste große Geschichte?

Möchten Sie diese mit dem :gerlachreport teilen?

Wir bieten Ihnen viele Möglichkeiten, sich mit unseren Journalisten in Verbindung zu setzen und Materialien zu liefern. Kein Kommunikationssystem ist völlig sicher, aber unsere Möglichkeiten werden helfen, Ihre Anonymität zu schützen.

Bitte senden Sie keine Rückmeldungen, Story-Ideen, Pitches, Leserbriefe oder Pressemitteilungen über diese Kanäle.

Für eine allgemeinere Korrespondenz nutzen Sie bitte unsere regulären E-Mail-Adressen.

Ihr sicherer Kontakt

Neben unseren regulären E-Mail-Adressen haben wir für vertrauliche Nachrichten und Mitteilungen ein Postfach eingerichtet, das über Pretty Good Privacy (PGP) verfügt und absolut sicher ist:

redaktion.dta@protonmail.com

Bitte hinterlassen Sie auf jeden Fall eine Telefonnummer. Wir rufen Sie innerhalb kürzester Zeit zurück.

E-Mails an die Redaktion oder Chefredaktions-Adresse werden durch die Sicherheitsabteilung überprüft. Es kann vorkommen, dass für die Verifizierung des Absenders ein Personennachweis angefordert wird, wenn der Verdacht einer Identitätsfälschung vorliegt oder vorliegen könnte.

Was ist ein guter Tipp?

Ein starker News-Tipp hat mehrere Komponenten.

Die Dokumentationen oder Nachweise sind wichtig.

Spekulationen können spannend sein. Verdächtigungen oder Behauptungen, die einer Überprüfung nicht standhalten, sind es nicht.

Eine guter Nachrichten-Tipp beschreibt ein klares und verständliches Problem. Die Suche nach Hilfe, weil großer Schaden oder Leid angerichtet wurden. Falsche Verdächtigungen helfen niemandem und führen nicht zu einer Veröffentlichung.

Aber lassen Sie sich nicht abschrecken. Manchmal ist ein kleiner Hinweis das fehlende Puzzlestück in einem gesamten Themenkomplex, der von uns ohnehin bearbeitet wird. Besonders wichtig: Hinterlassen Sie bitte eine Kontakt-Telefonnummer.

Gute Tipps sind:

Hier ist ein Beweis dafür, dass in einer Behörde, Organisation oder einem Verband gemauschelt, getrickst und getäuscht wird.

Hier ist der Beweis dafür, dass Anlegergelder falsch oder illegal benutzt werden.

Hier ist der Beweis, dass betrogen, unterschlagen oder veruntreut wird.

Hier ist der Beweis für Täuschung, falsche Versprechen und üble Abzocke.

Wir kontrollieren alle Nachrichten regelmäßig, können aber nicht versprechen, dass jeder Informant umgehend eine individuelle Antwort erhält.

Sämtliche Kommunikation unterliegt der strikten Vertraulichkeit.