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Autark

Wahnsinn um Autark-Theater: Kein Geld, kein Musical

„Wahnsinn! Das Musical mit den Hits von Wolfgang Petry“

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Wahnsinn - das erste Party-Schlager-Musical mit den Hits von Wolfgang Petri droht zum Flop zum werden - zumindest in Duisburg

Neues Drama um das Autark-Theater am Marientor in Duisburg. Zehn Wochen lang sollte das Musical „Wahnsinn“ mit den Hits von Wolfgang Petry laufen - jetzt steht alles auf der Kippe. Denn das Theater hat kein Geld mehr. Theaterchefin Sabine Kühn kann laufende Rechnungen nicht mehr bezahlen. Das erfuhr :gerlachreport aus dem direkten Umfeld des Unternehmens. Das „Theater am Marientor“ wird über eine Tarnfirma auf den British Virgin Islands gehalten. Eigentümer ist Autark-Boss Stefan Koschate, alias Kühn. Gegen den mehrfach einschlägig vorbestraften Berufsverbrecher wird umfassend ermittelt. Autark-Anleger wollen ihr Geld zurück. Angebliche Nachrangdarlehen haben sich als Riesenbetrug herausgestellt.

Stefan und Sabine Kühn haben nach vorliegenden Unterlagen Anlegergelder in Millionenhöhe unterschlagen und auf Privatkonten umgeleitet. Gegen sie - auch gegen das Theater als Drittschuldner - liegen mehr als 200 Arreste in Millionenhöhe vor.

Die Firmenkonten sind leergefegt. Auch die Konten des Theaters. Die alte Geschäftsführerin Andrea Friedrichs hat nach Aussage von Sabine Kühn „mindestens 70.000 Euro“ unterschlagen. Der tatsächliche Schaden soll aber viel höher „im sechsstelligen Bereich“ liegen (:gerlachreport berichtete).

Am 21. Februar 2018 soll das „erste Party-Schlager-Musical der Welt“ im Theater am Marientor in Duisburg Premiere haben: „Wahnsinn - Das Musical mit den Hits von Wolfgang Petry“. Doch ob es dazu kommen wird , ist mehr als ungewiß. Es verdichten sich die Anzeichen, dass neben der Autark-Gruppe auch das „Theater am Marientor“ bis dahin längst in die Insolvenz gerutscht sind. Sowohl für das Theater wie auch für die Autark-Gruppe liegen nach Aussage von Sabine Kühn „längst Insolvenzverschleppungen“ vor.

Sabine Kühn, die zunächst in einer Nacht- und Nebelaktion von ihrem Mann fristlos gefeuert worden war und Hausverbot erhalten hatte, wurde nur zwei Monate später wieder als Geschäftsführerin eingesetzt. O-Ton Sabine Kühn: „Wenn ich gewusst hätte, in welches Chaos ich komme, hätte ich niemals wieder die Geschäftsführung übernommen.“

Mit dem Aus des „Theaters am Marientor“ dürfte auch eines der riskantesten Musical-Abenteuer vor dem Scheitern stehen. Offiziell wird noch Optimismus verbreitet: „Das Musical wird in Duisburg, im Herzen des Ruhrgebiets uraufgeführt. Das Theater am Marientor wird für 10 Wochen zum Standort der Weltpremiere von „Wahnsinn! Das Musical mit den Hits von Wolfgang Petry“. Das Theater am Marientor wurde im Jahre 1996 erbaut und ist eines der schönsten Musicaltheater Deutschlands. Es fasst nahezu 1.500 Besucher, die von allen Plätzen eine hervorragende Sicht auf eine der größten Theaterbühnen Deutschlands haben“, heißt es in der Pressemitteilung.

:gerlachreport hat nachgefragt:

· Ist es richtig, dass die Veranstaltungen abgesagt wurden?
· Ist es richtig, dass es keine Ausweichtermine gibt?
· Ist es richtig, dass bereits bezahlte Tickets nicht erstattet werden können, weil die Betreiber des Theaters die Gelder vereinnahmt haben?
· Ist es richtig, dass bereits rechtliche Konsequenzen gezogen wurden und Klagen anhängig sind?
· Ist es richtig, dass es eine Ihrer Auflagen war, dass die Autark-Gruppe nicht mit dem Theater in Verbindung stehen darf und dieser wichtige Punkt negiert wurde?
· Ist es richtig, dass bereits ein Schaden von rund einer Million Euro entstanden ist?
· Ist es richtig, dass versucht wurde, das Musical auch im Musical-Theater in Wiesbaden zu zeigen?

Lapidare Antworten ohne Substanz: „Nein“.

Und: „Semmel Concerts Entertainment GmbH (SCE) ist Teil der börsennotierten CTS Eventim AG, dem größten Veranstalter und Ticketprovider in Europa. SCE existiert seit über 25 Jahren und zählt zu den größten und profiliertesten Veranstaltern im deutschsprachigen Raum. Bei oben genanntem Projekt haben wir bewusst das Theater am Marientor in Duisburg ausgewählt, welches wir über einen längeren Zeitraum angemietet haben. Vertragspartner ist die TaM GmbH, das heißt, mit diesem Unternehmen haben wir einen Mietvertrag abgeschlossen. Die Veranstaltungen im Theater am Marientor werden von uns komplett eigenständig durchgeführt und beworben. Auch der Ticketverkauf wird ausschließlich von uns u.a. über unsere Plattform www.eventim.de abgewickelt. Sie können sich also ganz sicher sein, dass all unsere Veranstaltungen im Theater am Marientor in höchster Qualität und der gewohnten Seriosität durchgeführt werden“.

Das klingt gut, ist es aber nicht: Die TaM GmbH ist just jenes Pleiteunternehmen, dem das Wasser bis zum Hals steht und das von Sabine Kühn geleitet wird.

Was ist eigentlich ein Mietvertrag wert, wenn der Vermieter pleite ist? Übrigens: Die abschlägigen Mieteinnahmen haben Sabine und Stefan Kühn ja schon längst erhalten.

Das Geld ist weg.

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