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So geht jede Glaubwürdigkeit verloren

Ein dinglicher Arrest ist keine Pfändung

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Wolfgang Benedikt-Jansen hat an dem von Stiftung Warentest vermittelten Mandat bereits mehre hunderttausend Euro von Anlegern kassiert

Offenbar gegen Honorarzahlungen lassen sich Redakteure der Stiftung Warentest/test.de zu billigen Handlangern von Abzockanwälten machen. Dabei hat die Stiftung einen guten Ruf zu verlieren. Seit Jahrzehnten entscheiden auch die Noten der Stiftung Warentest über das Geschick von Produkten und Dienstleistungen. Nur bei der eigenen Arbeit nimmt man es nicht so genau. Konkret geht es Nachrichten aus dem Banken und Geldanlagebereich. Hier werden aktuelle Fälle veröffentlicht, die schnell über die Zukunft eines Unternehmens entscheiden können. Und über das Geld von Anlegern.

:gerlachreport hatte aktuell über den Frankenberger Rechtsanwalt Wolfgang Benedikt-Jansen und seine dubiosen Geschäftsmethoden berichtet. Benedikt-Jansen arbeitet mit Kapital- und Anlagevermittlern zusammen, die erst bei ihren Mandanten abkassieren und diese dann wegen angeblicher Unkorrektheiten in den Arm des bienenfleissigen Anwalts treiben. Die Verbraucherzentrale in Hessen hat jetzt erneut vor Anwälten und Organisationen gewarnt, die bei den Anlegern abkassieren wollen, ohne hierfür auch nur eine entsprechende Leistung zu erbringen oder aber eine Aussicht auf Erfolg besteht.

Wolfgang Benedikt-Jansen soll nach Informationen vom :gerlachreport für die Vermittlung solcher Mandate Provisionen zahlen. Der Vermittler Armin Dietrich hatte gegenüber :gerlachreport derartige Provisonszahlungen bestätigt und auch berichtet, dass die Stiftung Warentest von dem Anwalt honoriert wird.

Nicht anders ist auch zu erklären, dass am Tag der Berichterstattung über den Winkeladvokaten Benedikt-Jansen folgende Pressemitteilung durch die Stiftung Warentest verbreitet wurde:

Rechtsanwalt Wolfgang Benedikt-Jansen aus Frankenberg hat inzwischen über 100 Arreste gegen das Unternehmen erwirkt. Viele davon sind bereits rechtskräftig. Auf diesem Weg hat Benedikt-Jansen Konten … in Höhe von rund 3,7 Millionen Euro gepfändet“.

Das ist peinlich.

Das ist falsch: Aus einem dinglichen Arrest kann gar nicht gepfändet werden. Tatsächlich wird hier der Eindruck erweckt, als hätten Anleger ihr Geld wiederbekommen.

Eine bessere Werbung für einen Anwalt gibt es also gar nicht. Die Fakten sehen ganz anders aus: Trotz Arrest, so hat es das zuständige Oberlandesgericht in einer mündlichen Verhandlung bereits mitgeteilt, werden die Anleger vertragstreu sein müssen und kein Geld bekommen. Das weiß natürlich auch Wolfgang Benedikt-Jansen. Das macht sich nur in der Werbung nicht so gut.

Er sagt es auch nicht - dann würden seine sechsstelligen Honorare allein aus diesem Fall auch nicht mehr so üppig fliessen. Zudem sollten irregeführte Anleger einmal darüber nachdenken, ob sie weiterhin gutes Geld für sinnlose Aktionen, die allenfalls für Falschmeldungen reichen, ausgeben wollen. Jeder gute Anwalt hätte anders entschieden. Aber mit Arresten lässt sich schnell ganz viel Geld verdienen.

Das wissen auch die Fachleute von Stiftung Warentest und der Redaktion. Aber gegen ein anständiges Honorar aus der Anwaltskanzlei wird dann auch hier die Glaubwürdigkeit schnell über Bord geworfen.

So weit geht der Anlegerschutz dann wirklich nicht.

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