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SWM: Philipp Webler droht Journalisten Schläge an

„Ich habe ein interessantes Angebot“

Philipp Webler vom Wirtschaftskontor Rotherbaum in Hamburg mutierte vom kleinkriminellen Drücker zum großkriminellen Erpresser

Es gibt ein paar Sachen, die der Hamburger Philipp Webler offenbar ganz gut kann: Anleger über den Tisch ziehen, wertlose Geld- und Sachwerte verhökern und fette Provisionen kassieren. Damit passt er hervorragend in die zwielichtige Drücker-Bude „Wirtschaftskontor Rotherbaum“ des „Finanzcoach“ Oliver Hagen in der Feldbrunnenstrasse 24. Dubiose Geldgeschäfte, Steuerhinterziehungen, der Vertrieb wertloser Anlagen von kriminellen Firmen und Institutionen gehören hier zum billigen Tagesgeschäft.

Das „Wirtschaftskontor Rotherbaum“ ist seit Jahren eng mit dem Kriminellen Michael Turgut verbunden, dem Kopf der betrügerischen SWM AG. Der wartet derzeit auf seine Berufungsverhandlung. Immerhin geht es um vier Jahre Haft aus dem ersten Urteil. Viele Medien, auch der :gerlachreport haben darüber berichtet.

Die Machenschaften des Betrugs-Netzwerkes von Michael Turgut haben dort wohl erheblichen wirtschaftlichen Schaden angerichtet. Davon ist auch Philipp Webler betroffen. Um sich beim alten SWM-Boss Michael Turgut einzuschleimen und fehlende Umsätze zu erklären, kam er auf eine gute Idee: Die Kritiker mundtot machen. Einer davon sitzt in Wien.

Philipp Webler griff zum Handy und tippt: „Ich habe ein interessantes Angebot“. Diese SMS sendete er dann an den unliebsamen Kritiker. „Interessante Angebote“ an Kritiker und Journalisten sind in Deutschland üblich. Jahrelang hat dieses Konzept von Zahlung gegen Löschung kritischer Berichte gut funktioniert. Je mehr eine Berichterstattung das Geschäft ruinierte, umso höher wurde das Löschungs-Honorar.

Die Leidtragenden waren immer die geprellten Anleger, die am Ende im Internet nur „gute Berichte“ von den Betrügern vorfanden.

Über die Höhe eines möglichen Honorars an den Wiener Journalisten wurde schließlich gar nicht verhandelt. Als Webler merkte, dass er mit dieser Methode nicht vorwärts kam, wurde er direkt: Wenn die „negativen Berichte über die SWM AG“ nicht verwänden, so Webler, dann würde „man Wege finden“. Einer wäre, dass Michael Turgut einfach einen Schlägertrupp auf die Reise schickt, um „das Problem final zu lösen“.

So wurde aus dem Kleinkriminellen Philipp Webler ein großkrimineller Erpresser. Auch das ist eine Karriere bei der SWM AG.

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