SWM: Dreckige Geschäfte der "Edelmetall-Abzocker"

SWM in internationale Geldwäsche-Geschäfte verstrickt

Udo Bihn ist vieles: Von der Polizei gesuchter Unterhalts-Preller, „Deutschland-Manager“ der „Internationalen Verbraucher Anstalt“ (IVA) und „Deutschland-Chef“ der Edelmetall-Abzock-Bude SWM. Er ist auch Deutschlands größter Renten-Betrüger. Es war ein elfminütiges Gespräch, das der Mann aus Dreieichenhain, südlich von Frankfurt, mit dem interessierten Rentner führte - eine beträchtliche Summe stand im Raum. Und die Gier von Udo Bihn kannte keine Grenzen. Als „Deutschland Manager“ der IVA, jener unsäglichen Einrichtung des Kriminellen Michael Turgut, „kenne ich mich natürlich bestens aus im Rentensystem“, schwadronierte Bihn, der erst vor wenigen Wochen von fünf Fahndern festgenommen worden war.

Seit seiner Freilassung lässt Bihn („Ich bin seit 30 Jahren in der Finanzbranche“) seine Hasen und Häschen wieder auf die Rentner und Kleinanleger los. Hauptsächlich Frauen verticken die wertlosen Anlagen der Edelmetall-Abzock-Bude SWM, die ebenfalls dem Kriminellen Michael Turgut gehört.

Das Unternehmen ist in Liechtenstein und da werden die Lösungen für die Rentner entwickelt“, sagt Bihn am Telefon, „der Europäische Gerichtshof hat ja für die Rentner entschieden“. Und „seit 1994 werden die Lebensversicherungen auf Rentenbasis rückabgewickelt“. Das sind die Pfründe der SWM-Abzocker: „Sie legen Ihr Geld in Sachwerte an“, sagt Bihn, “Gold ist derzeit nicht so spannend. Nehmen Sie Silber oder Palladium. Da ist Luft nach oben“. Die Worte „Netto“ und „Steuerfrei“ fallen laufend.

 

Der Kriminelle Michael Turgut ist der Kopf des gigantischen Betrugsunternehmens rund um die SWM AG. Er wartet auf seinen Haftantritt nach seiner Berufungsverhandlung. Turgut ist zu vier Jahren Knast verurteilt.

 

Im Zollfreilager in der Schweiz liegen die angeblichen Schätze der Betrüger. „Ein Normal-Sterblicher kommt da gar nicht rein. Das ist alles sicher“.

Der Anrufer will wissen, wie denn das Geschäft läuft, was es kostet: „Sie müssen natürlich mit 5% Agio rechnen und mit einer Einrichtungsgebühr in Höhe von 4,9 Prozent. Dafür bekommen Sie dann Ihr persönliches Sachwert-Lager im Zollfreilager“. Die Einrichtungsbühr „wird pro Jahr mit einem Bonus von 0,6 Prozent rückerstattet“, sagt Bihn, der sich jetzt gar nicht mehr bremsen lässt: „Und weil Sie ihre Edelmetalle im Zollfreilager haben, können Sie selbst entscheiden, wieviel Rente Sie monatlich kassieren. Von ein bis zehn Prozent - das entscheiden Sie“.

Und: „Ich garantiere Ihnen die steuerfreie Rente. Netto!“

:gerlachreport weiß, dass Tausende auf die leeren Versprechen der Udo Bihns dieser Welt reingefallen sind. Tatsache ist: Bihn hat nicht darüber aufgeklärt, dass die SWM AG nachweislich bis zu 70 Prozent der Anlegergelder für sich kassiert - illegal und betrügerisch. Auch auf Rückfrage des Rentners bestätigte Bihn: „Mehr Kosten als das Agio und die Einrichtungsgebühren werden Sie nie haben“. :gerlachreport hat längst die Beweise dieser Lügen veröffentlicht.

Da im Zollfreilager ausschließlich Sachwerte liegen, konnte Bihn natürlich nicht erklären, wie Edelmetalle sich plötzlich in der Schweiz verflüssigen und zu Bargeld werden - zu einer monatlichen Rente.

Das Gespräch, das :gerlachreport komplett als Bandaufzeichnung vorliegt, belegt aber, dass neben gewerbsmässigem Betrug, Anstiftung zur Steuerhinterziehung, vollendete Steuerhinterziehung, falsche Beratung, Täuschung auch internationale Geldwäsche ein Thema ist.

Bihn: „Sie können sich Ihre Rente netto und steuerfrei in jeder Währung in jedem Land ausbezahlen lassen“.

Woher dieses Geld stammt, das ja in Gold, Silber, Palladium oder Platin angelegt sein soll - „Ihre Sachwerte liegen im Zollfreilager in der Schweiz“ - verriet Udo Bihn nicht. Damit verdichten sich auch die Hinweise, dass die SWM AG in internationale Geldwäsche-Geschäfte verstrickt ist.

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