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Sensus

Steuerfahnder nehmen Sensus und Autark ins Visier

Markus Fürst, Sabine Kühn, Stefan Koschate und gerhard Schaller: Steuerbetrüger!

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Diese Viererbande steht nicht nur für die größten Abzockerein der jüngsten deutschen Geschichte, sie steht auch für gewerbsmässige Steuerhinterziehung: Markus Fürst, Sabine Kühn, Stefan Koschate und Gerhard Schaller

Jetzt sind die Steuerfahnder am Werk: Gegen Markus Fürst, Gerhard Schaller (Sensus/Derivest) und Sabine und Stefan Kühn (Autark) wird wegen „gewerbsmässiger Steuerhinterziehung“ ermittelt. Die Ermittlungen stehen nach Informationen vom :gerlachreport „vor dem Abschluss“. Es ist eigentlich ein Taschenspielertrick in der strafrechtlichen Ermittlungstechnik: Kommt eine Staatsanwaltschaft in einem Verfahren wegen der Fülle an Informationen und Fakten nicht weiter, werden die Steuerfahnder losgeschickt. So geschehen in zwei der größten Betrugsverfahren in Deutschland in der jüngeren Geschichte.

Es geht um den Fall des ehemaligen Vermögensverwalters Sensus/Derivest (:gerlachreport berichtete) und des Betrugsnetzwerkes des Berufsverbrechers Stefan Koschate, alias Kühn, der zusammen mit seiner Ehefrau Sabine Millionen in zweistelliger Höhe von Investoren und Anlegern abgezockt hat. Sie arbeiten unter dem Namen Autark.

Konkret haben die Steuerfahnder in Hof, zuständig für die in Markdrewitz ansässige Sensus/Derivest-Gruppe, die Ermittlungen nahezu abgeschlossen.

Mit den bei den Hausdurchsuchungen sichergestellten Dokumenten und Nachweisen war schnell klar: Die beiden Firmenbosse Gerhard Schaller und Markus Fürst haben die internationalen Strukturen und Scheinunternehmen für „gewerbsmässige Steuerhinterziehungen“ genutzt. Die zuständige Behörde wollte auf Anfrage den Abschluss der Ermittlungen weder bestätigen, noch dementieren. Aus polizeilichen Ermittlerkreisen erfuhr :gerlachreport: „Die Ermittlungen wegen gewerbsmässiger Steuerhinterziehung sind nahezu abgeschlossen.“

Eigentlich sollte bereits in diesem Herbst die Anklageschrift in dem großen Betrugsverfahren gegen Gerhard Schaller und Markus Fürst vorliegen. Das ist nicht der Fall, da immer neue Verschleierungen und Beweise vorgelegt werden, die den Umfang der Schuld der beiden Ganoven auf ein „Kavaliersdelikt“ reduzieren sollen.

Die beiden Betrüger haben zudem für diese Wochen eine fünfprozentige Ausschüttung an die Sensus/Derivest-Anleger versprochen. Nach Recherchen von :gerlachreport hat es aber keine Auszahlungen gegeben. Fürst und Schaller sind pleite. Damit ist auch die letzte Chance einer Strafmilderung offenbar vertan.

Schaller und Fürst können auch der Autark-Gruppe die rund 20 Millionen Euro nicht zurückzahlen, die Autark-Boss Stefan Kosachate, alias Kühn heute fordert. Kühn hatte nach Recherchen des :gerlachreport 12,4 Millionen Euro Autark-Anlegergelder in die windigen Devisengeschäfte des Ganoven-Paares Schaller und Fürst gesteckt. Natürlich ohne die Autark-Anleger darüber zu informieren. Und natürlich entgegen der Anlageversprechen.

Im Gegenzug für dieses hochkriminelle windige Geschäft hatte Kosachate dann 2,4 Millionen Euro Provisionen von Schaller und Fürst kassiert. Das Geld wurde dann auf das Konto seiner Ehefrau Sabine Kühn verschoben.

Die entblödet sich unterdessen nicht zu behaupten, geglaubt zu haben, dass es sich bei den Anweisungen ihres Mannes „um versteuertes Geld handelt“. Das ergibt sich aus Anwaltsunterlagen, die :gerlachreport vorliegen.

Tatsächlich wurden die so verschobenen Gelder „ohne jegliche steuerliche Behandlung“, wie es in der Ermittlungsakte heißt, für den aufwändigen Lebensstil der Kühn-Sippe verwendet und für dubiose Immobiliengeschäfte, die alle auf den Namen Sabine Kühn abgewickelt worden sind.

Gelder sind auch in das marode „Theater am Marientor“ in Duisburg geflossen. Hier ist Sabine Kühn Geschäftsführerin. Sie kann bis heute, wie auch die Autark-Gruppe, offene Rechnungen in sechsstelliger Höhe nicht bezahlen (:gerlachreport berichtete).

Wegen dieser Vorgänge, die nach Einschätzung von Ermittlern „nur die Spitze des Eisberges darstellen“, wurden offen und verdeckt die Ermittlungen der Steuerfahnder durchgeführt. Die Ergebnisse liegen jetzt vor - nebst der Liste der Konten, die für die Verschiebung der Autark-Anlegergelder benutzt worden sind.

Anders als bei der strafrechtlichen Würdigung kann die Steuerfahndung nach der deutschen Abgabenordnung (AO) die Beweislast den Beschuldigten auferlegen. Im Klartext bedeutet das: Markus Fürst, Gerhard Schaller, Sabine Kühn und Stefan Koschate müssen beweisen, dass sie keine Steuern hinterzogen haben. Die Steuerfahnder müssen nicht beweisen, dass tatsächlich Steuern hinterzogen wurden - aus den unterlagen ergeben sich die hieb- und stichfesten Tatbestände.

Bei der Höhe der tatsächlich durch die Viererbande hinterzogenen Steuern ist die Verurteilung zu einer mehrjährigen Haftstrafe zwingend: Ab einer hinterzogenen Summe von einer Million Euro ist der Knast für die Kanaillen so gut wie sicher. Sitzen sie erst einmal ein, kann die Staatsanwaltschaft in aller Ruhe das Geflecht aus Inlands- und Auslandsunternehmen, Geldverschiebungen und Geldwäsche, Betrug, Veruntreuung und Unterschlagung auseinander dividieren.

Den Knast-Nachschlag in Form von ein paar Jahren extra gibt es dann in einem gesonderten Verfahren.

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