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Stefan Kühn: Weltpremiere "Wallace" ist abgesagt

Neuer Millionenschaden: Die ganze Wahrheit über den TaM-Betrug

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:gerlachreport hatte bereist vor Monaten gewarnt. Jetzt ist die Weltpremiere des Musicals über die Geschichte von "Braveheart" geplatzt - das Ensemble bekommt kein Geld, steht auf der Strasse

Die Weltpremiere des Musicals "Wallace" am 14. November im "Theater am Marientor" (Duisburg) findet nicht statt. Das erfuhr :gerlachreport exklusiv aus dem Umfeld des Berufsverbrechers Stefan Kühn. Intern bestätigte Kühn: "Wir können die Produktion nicht bezahlen, wichtige Investoren sind abgesprungen."

Noch im August wollte Stefan Kühn unter Vermittlung des Kapitalgraumarkt-Papstes, Prof. Dr. Heinz-Christian Knoll, die Autark Entertainment Group AG für zehn Millionen Euro verkaufen. Inklusive der Produktion von "Wallace" und der Autark-Immobilien. Knoll wollte auch die Schulden der Autark-Anleger übernehmen und Forderungen mit weniger als 2 Prozent im Zuge eine Vergleichs tilgen.

Kühn, alias Stefan Koschate, sollte seine Millionen über verschiedene Treuhandkonten kassieren. Unter den Augen der Staatsanwaltschaft Dortmund. Der schmutzige Handel sollte final mit Hilfe des dubiosen Professors der HTWK Leipzig abgewickelt werden.

Doch Knoll, der nach Worten von Kühn/Koschate bereits "sechsstellige Summen" in die Produktion von "Wallace" gesteckt haben soll, konnte die fragliche Summe nicht aufbringen. Sieben Millionen Euro wären sofort zur Zahlung fällig gewesen. Die restlichen drei Millionen sollten dann über einen Zeitraum von mehreren Jahren abgestottert werden.

Insider sprechen wissen, dass Knoll "kalte Füße" bekommen hat. Mit einem kriminellen Vorstand Stefan Kühn wären nur wenige Investoren bereit gewesen, Geld in das marode Autark-System zu stecken. Knoll hatte sich deshalb von Kühn verschiedene weitreichende Vollmachten ausstellen lassen, die :gerlachreport vorliegen.

Damit ist zumindest bewiesen, dass der Fälscher-Professor Knoll ein weitaus größeren Einfluß auf die Geschehnisse innerhalb der Autark-Gruppe hat, als bislang bekannt. Kühn verweigerte die finale Unterschrift, aber Knoll zog im Hintergrund weiter die Fäden.

Ohne den vorbestraften Kriminellen und Berufsverbrecher sollte die Autark Entertainment Group AG nach dem Willen von Knoll "lupenrein" an die Börse gehen. Mit dem von ihm selbst erstellten Gefälligkeitsgutachten (:gerlachreport berichtete)sollte der Aktienpreis für nichtahnende Investoren zunächst auf 5,50 Euro und schließlich auf mehr als 45 Euro "manipuliert" werden. Damit wäre das Pleiteunternehmen über Nacht 660 Millionen Euro wert gewesen.

So werden Betrügereien heute gemacht.

Das Musical "Wallace" war und ist für die Anwerbung von Investoren ein wesentlicher Faktor. Weil die aber abgesprungen sind, ist die groß angekündigte "Weltpremiere" in einem internen "Positions"-Papier, das :gerlachreport vorliegt, bereits abgesagt.

Das Ensemble weiß von dieser Entscheidung nichts. Es hat am Tag des Wallace-SuperGAU noch fleißig mit Pfeil und Bogen trainiert. Immerhin geht es bei "Wallace" ja um großen Spektakel.

Alles ist groß: Auch die Pleite. Die Kassen im "Theater am Marientor" (TaM) sind leer. Die Stadtsparkasse Duisburg hat nach den Worten von Stefan Kühn "Kreditlinien gekündigt" und macht die Konten des Theaters dicht. Inzwischen tauchen Überweisungsträger und Buchungsbelege der TaM Betriebsgesellschaft mbH auf, die offensichtlich gefälscht wurden.

Betroffene Unternehmen und die Sparkasse Duisburg gehen dem Anfangsverdacht der Urkundenfälschung nach. In enger Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Dortmund werden derzeit die Unterlagen und Beweismittel ausgewertet.

Am kommenden Montag kommt Staatsanwalt Arkadius Wyrwoll aus dem Urlaub. Er führt die Verfahren gegen Stefan und Sabine Kühn, die als Geschäftsführerin des TaM und Macherin innerhalb der Autark-Gruppe nach Auffassung der Ermittler Immobilien verschoben und Anlegergelder unterschlagen hat. Ihr offzielles privates Vermögen wurde beschlagnahmt. Aber es gibt zahlreiche Verstecke.

Aus Dortmund ist zu hören, dass Stefan und Sabine Kühn jetzt bereits "zeitnah" verhaftet werden sollen - intern soll das in der kommenden Woche geschehen.

Damit wären die Kapitel Autark Entertainment Group AG, Theater am Marientor und die zahlreichen versteckten Unternehmen des Berufsverbrechers Stefan Kühn final geschlossen.

Der Vorwurf von Anlegern und Investoren: Hätte die Staatsanwaltschaft Dortmund professionell gehandelt, wären die Ganoven längst hinter Schloß und Riegel. So konnten in den vergangenen Monaten rund 20 Millionen Euro zusätzlicher Schaden generiert werden. Gelder, die sich Stefan Kühn inzwischen in die eigenen Taschen gesteckt hat.

Die Eigenproduktion "Wallace" sollte der "frischen" Autark Entertainment Group AG auch einen strategischen Vorteil bringen: Kühn wollte den gebeutelten Autark-Anlegern zeigen, dass ihr Geld doch vernünftig investiert ist und bei der Autark von betrug, Unterschlagung und Veruntreuung gar keine Rede sein kann.

Aber Stefan Kühn wäre nicht der, der er ist, hätte nicht auch dieser Plan einen bitteren Nachgeschmack: Er wollte, hinter den Kulissen, den Verkauf ver Tickets in die eigenen Hände nehmen und so an die Millionen der Tickets kommen, die derzeit noch bei anderen Agenturen liegen. Der erwartete Gesamtumsatz des Musicals "Wallace" über die gesamte Laufzeit: rund 13,5 Millionen Euro brutto.

Wie Stefan Kühn mit einer kalkulierten Rendite von weniger als zehn Prozent seine Investoren und die Autark-Anleger bezahlen wollte, kann er dann dem staunenden Staatsanwalt vorrechnen. Aber das hat er nie geplant - über die Aktienmanipulationen sollten auch hier die Bücher frisiert werden.

Zumindest das ist eine gute Nachricht für die Ticketbesitzer: Sie bekommen ihr Geld zurück. Die Ticketagenturen haben nach Recherchen noch keinen Cent an Stefan Kühn und seine Bande ausgeschüttet.


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