Diese Seite verwendet Cookies.

Mehr erfahren

Autark/GWP

Stefan Kühn: Erpressung im Namen der ARD/SWR

Auch die Lebensgeschichte des Berufsverbrechers Stefan Kühn soll verfilmt werden

Zurück

Irgendwann einmal hat Filmemacher Markus Thöß auch für die ARD gearbeitet. Diese Verbindung benutzt er heute für seine Erpressungen mit den Betrugs-Kanaillen Stefan Kühn und Dieter Morscheck

Berufsverbrecher Stefan Kühn kennt viele schmutzige Tricks. Jetzt kommt ein neuer hinzu: Zusammen mit dem GWP-Ganoven Dieter Morscheck und dem Filmemacher Markus Thöß werden Unternehmen und Personen erpresst. Das alles im Namen der ARD. Genauer: Im Namen des SüdWestRundfunks (SWR).

Markus Thöß, der sich selbst "Autor/Regisseur" nennt, betreibt in Berlin das Unternehmen "Pinguinfernsehfilme". Dieter Morscheck betreibt in Ingelfingen das dubiose Abzock-Unternehmen "GWP Inkasso". Berufsverbrecher Stefan Kühn, alias Koschate, betreibt im Moment eigentlich gar nichts.

Seine Autark-Gruppe ist pleite. Das Duisburger "Theater am Marientor" hat er gerade in die Insolvenz geführt, die Weltpremiere des Musicals "Wallace" ist erst einmal in den Januar verschoben, wenn sie denn jemals stattfinden wird, was weiter in den Sternen steht. Stefan Kühn versucht derzeit Geld aufzutreiben, um seine Millionenschulden zu bezahlen.

Im Hintergrund zieht derweil Sabine Kühn die Fäden. Die ehemalige Theaterchefin hat ihren Noch-Ehemann Stefan nicht nur mit dem kriminellen Inkasso-Mann Dieter Morscheck zusammengebracht, sie hatte auch die Idee für ein wundervolles gemeinsames Geschäft: Erpressung im Namen des deutschen Fernsehens.

Dieter Morscheck, "Herr Zwielicht aus Ingelfingen" (:gerlachreport berichtete) kümmert sich mit Wissen von Stefan und Sabine Kühn unterdessen auch um Autark-Anleger. Mehr als 3.500 warten auf mehr als 50 Millionen Euro, die sich die gierige Familie unter den Nagel gerissen hat.

Weil Anleger irgendwann ungeduldig werden und die Staatsanwaltschaft in Dortmund ebenfalls die Nase voll hat, sollte Moscheck im Auftrag von Kühn die Anleger ruhig stellen. Das ist eine Spezialität von GWP-Inkasso: Aufträge annehmen und dann die Honorare einstreichen. Aber nichts tun. Morschecks Aufgabe: Die Anleger von strafrechtlichen Schritten abhalten ("können Sie sich sparen", "das bringt doch nichts", "da werfen Sie Geld zum Fenster raus" etc.)

Dieter Morscheck ist mit dem Filmemacher Markus Thöß befreundet. Und der arbeitet angeblich für die ARD. Und für den SüdwestRundfunk (SWR). Der 52jährige Thöß gehört nicht zur Riege deutscher Qualitäts-Journalisten. Aber auch er kennt das dreckige Geschäft. Also schreibt Thöß angeblich im Namen der ARD/SWR Personen und Unternehmen an und droht mit unliebsamen Veröffentlichungen. Gegen Zahlung kann man den Ärger vermeiden.

So werden dann die Geschäftspartner von Stefan Kühn, denen er Millionenbeträge schuldet, ebenso erpresst, wie Kunden von Dieter Morscheck. Wer nicht bezahlt, muss mit einer Veröffentlichung im Fernsehen rechnen. :gerlachreport liegen Aussagen von Sabine Kühn vor, die das Geschäftskonzept und die Geschäftsidee detailliert beschreiben. Dazu kommen die E-Mails von Markus Thöß im Namen der ARD.

Thöß soll, so heißt es in Duisburg, auch noch eine andere Produktion angenommen haben: Die Lebensgeschichte des Berufsverbrechers Stefan Kühn. Sie soll zeigen, wie er keine Autark-Anleger betrogen hat. Wie der Mann aus dem Siegerland immer nur das Beste wollte und für seine geprellten Anleger nur den Gewinn im Auge hatte. Dabei haben er und Sabine Kühn immer nur in die eigene Tasche gewirtschaftet.

Der Film soll auch die Staatsanwaltschaft in Dortmund milde stimmen, sollte sie tatsächlich irgendwann einmal aus ihrem Tiefschlaf erwachen und die Untaten aus dem Universum der Autark-Gruppe ahnden.

Diese filmische Verklärung eines der größten Verbrechen der deutschen Nachkriegszeit mit den Namen Autark & Co. soll dann zur besten Sendezeit in deutsche Wohnzimmer flimmern.

:gerlachreport hat nachgefragt: Weder bei der ARD, noch beim SüdWestRundfunk sind derartige Pläne bekannt. Und den "Autor/Regisseur" Markus Thöß kennt man auch nicht. Mehrere Personen und Unternehmen haben jetzt gegen die beteiligten Personen Strafanzeige erstattet.

Zurück

The next big story

Haben Sie die nächste große Geschichte?

Möchten Sie diese mit dem :gerlachreport teilen?

Wir bieten Ihnen viele Möglichkeiten, sich mit unseren Journalisten in Verbindung zu setzen und Materialien zu liefern. Kein Kommunikationssystem ist völlig sicher, aber unsere Möglichkeiten werden helfen, Ihre Anonymität zu schützen.

Bitte senden Sie keine Rückmeldungen, Story-Ideen, Pitches, Leserbriefe oder Pressemitteilungen über diese Kanäle.

Für eine allgemeinere Korrespondenz nutzen Sie bitte unsere regulären E-Mail-Adressen.

Ihr sicherer Kontakt

Neben unseren regulären E-Mail-Adressen haben wir für vertrauliche Nachrichten und Mitteilungen ein Postfach eingerichtet, das über Pretty Good Privacy (PGP) verfügt und absolut sicher ist:

redaktion.dta@protonmail.com

Bitte hinterlassen Sie auf jeden Fall eine Telefonnummer. Wir rufen Sie innerhalb kürzester Zeit zurück.

E-Mails an die Redaktion oder Chefredaktions-Adresse werden durch die Sicherheitsabteilung überprüft. Es kann vorkommen, dass für die Verifizierung des Absenders ein Personennachweis angefordert wird, wenn der Verdacht einer Identitätsfälschung vorliegt oder vorliegen könnte.

Was ist ein guter Tipp?

Ein starker News-Tipp hat mehrere Komponenten.

Die Dokumentationen oder Nachweise sind wichtig.

Spekulationen können spannend sein. Verdächtigungen oder Behauptungen, die einer Überprüfung nicht standhalten, sind es nicht.

Eine guter Nachrichten-Tipp beschreibt ein klares und verständliches Problem. Die Suche nach Hilfe, weil großer Schaden oder Leid angerichtet wurden. Falsche Verdächtigungen helfen niemandem und führen nicht zu einer Veröffentlichung.

Aber lassen Sie sich nicht abschrecken. Manchmal ist ein kleiner Hinweis das fehlende Puzzlestück in einem gesamten Themenkomplex, der von uns ohnehin bearbeitet wird. Besonders wichtig: Hinterlassen Sie bitte eine Kontakt-Telefonnummer.

Gute Tipps sind:

Hier ist ein Beweis dafür, dass in einer Behörde, Organisation oder einem Verband gemauschelt, getrickst und getäuscht wird.

Hier ist der Beweis dafür, dass Anlegergelder falsch oder illegal benutzt werden.

Hier ist der Beweis, dass betrogen, unterschlagen oder veruntreut wird.

Hier ist der Beweis für Täuschung, falsche Versprechen und üble Abzocke.

Wir kontrollieren alle Nachrichten regelmäßig, können aber nicht versprechen, dass jeder Informant umgehend eine individuelle Antwort erhält.

Sämtliche Kommunikation unterliegt der strikten Vertraulichkeit.