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Autark

Stefan Kühn: 4.000 Anleger zahlen für "Wallace"

Jetzt kommt die Wahrheit ans Tageslicht: WAZ bestätigt Berichte des :gerlachreport

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Herr Staatsanwalt Wyrwoll, übernehmen Sie!

Neun Zeilen Aufklärung: Selten waren die Aussagen des Berufsverbrechers Stefan Kühn so eindeutig. Die Staatsanwaltschaft Dortmund muss jetzt endlich wach werden und mit der Arbeit beginnen

Es war der 19. September, als sich Autark-Boss Stefan Kühn zu einer Aussage hinreißen ließ, die jetzt die Staatsanwaltschaft Dortmund beschäftigt: "Das Musical Wallace wird von mehr als 4.000 Investoren finanziert." Das jedenfalls berichtet die Tageszeitung Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ). Die neun Zeilen in der WAZ enthalten mehr Zündstoff, als Berufsverbrecher Stefan Kühn ahnt. Und mehr, als er vermutlich gewollt hat.

:gerlachreport wollte es genau wissen und fragte in der Duisburger Redaktion der WAZ nach. Die Aussagen von Stefan Kühn wurden bestätigt: "Unsere Berichterstattung ist korrekt. Diese Aussagen wurden von Herrn Kühn genau so getätigt."

Die Meldung der WAZ im Originaltext:

Das Theater am Marientor hat laut Autark-Vorstand Stefan Kühn rund 3,2 Millionen gekostet und über weitere drei Millionen Euro sind an Investitionen hinein geflossen. 2017 wurde es dann an die „Inco Genossenschaft“ verkauft, samt der fertigen Produktion von „Wallace“. Kostenpunkt: 30 Millionen Euro. „Die Inco und die Autark haben keine Verflechtung“, erklärt Kühn.

Das Musical „Wallace“ werde, so teilt Kühn mit, von mehr als 4000 Investoren finanziert. „Die Gesamtkosten belaufen sich auf über zehn Millionen Euro.“

Genau jetzt wird es für die Staatsanwaltschaft in Dortmund interessant: In mehreren Gutachten und Ausarbeitungen der Autark-Gruppe wurde der Wert des "Theater am Marientor" seit Jahren fälschlicherweise auf über 30 Millionen Euro geschätzt.

Diese Testate wurden Autark-Anlegern als "Beweis" dafür geliefert, dass die als Nachrangdarlehn eingesammelten Millionen nicht verloren sind. So sollten die Millionen, die Sabine und Stefan Kühn für private Dinge, wie Ferienwohnungen an der Nordsee, gebraucht hatten, plausibel erklärt werden. :gerlachreport hatte frühzeitig über die gefälschte Wertgutachten berichtet,

Berufsverbrecher Stefan Kühn gegenüber der WAZ weiter: "weitere drei Millionen Euro sind an Investitionen hinein geflossen". Tatsache ist: Aus internen Unterlagen von Sabine und Stefan Kühn, die dem :gerlachreport vorliegen, ergibt sich, dass die tatsächlichen Investitionen die 100.000-Euro-Marke knapp überschritten haben. Die Differenz von rund 2,8 Millionen Euro ist über Scheinrechnungen und Manipulationen in der Buchhaltung direkt in die Tasche des Gauner-Ehepaars geflossen.

2017 will Kühn das Theater dann, samt Produktion des Musicals "Wallace", an die Inco Genossenschaft verkauft haben. Tatsächlich war die Inco Genossenschaft zum angeblich Verkaufsdatum noch gar nicht tätig. Das haben auch Kontrollen der externen Aufsichtsgremien der Genossenschaft ergeben. Der angebliche Vertrag über den Verkauf des Theaters wurde rückdatiert, um die mehr als 500 Zwangsvollstreckungen der Autark-Anleger auszuhebeln und sicherzustellen, dass das Theater nicht in die Zwangsversteigerung kommt.

Im Jahr 2017 gab es auch kein Musical "Wallace", bestätigte auch Sabine Kühn gegenüber dem :gerlachreport. Sie überreichte Dokumente und Unterlagen, die zeigen, dass das Musical zunächst als "unbespielbar" eingestuft war und noch "Braveheart" hieß.

Das Musical "Wallace" gibt es in der jetzigen Fassung erst seit 2018. Es kann also gar keine Produktion an die Inco Genossenschaft verkauft worden sein. Zudem belegen Unterlagen im Bundesanzeiger, dass eine Produktion gar nicht verkauft werden konnte und ein solcher verkauf sich auch nicht in den Bilanzen des Rechteinhabers wiederfindet.

Tatsächlich werden auch Anleger der Inco mit solchen Lügen hinters Licht geführt. Die Anlegergelder der Inco und ihrer Genossinnen und Genossen sind längst in den Taschen von nimmersatten Sabine und Stefan Kühn verschwunden.

Kühn gegenüber der WAZ : "Die Inco und die Autark haben keine Verflechtung". Diese Aussage ist ebenso lächerlich wie unwahr. Die Inco ist und war immer Stefan Kühn. Wenn andere Personen auftauchten, waren das Marionetten, die keine eigenen Entscheidungen treffen konnten und durften.

:gerlachreport liegen die entsprechenden, eindeutigen Unterlagen vor - Stefan Kühn hat sie persönlich überreicht.

Die selben Personen, die in der Autark ihr Unwesen trieben und treiben, sind zudem in der Inco zu finden - auch hier hat :gerlachreport seit Jahren korrekt berichtet, selbst als Stefan Kühn hirnrissig "Erpressung" schrie, weil er sich gerne als Opfer geriert.

Kühn ist Täter. Vielleicht fragen die Ermittler einmal bei Bram ten Hove an. Er ist einer von vielen, die bereitwillig Auskunft erteilen. Er war nicht nur für die Genossenschaft, sondern auch für das Theater am Marientor verantwortlich - neben anderen Dingen, die das schmutzige Treiben der Familie Kühn verdecken sollten. Ten Hove hat nicht einmal sein Gehalt bekommen. Staatsanwalt Arkadius Wyrwoll wird feststellen, dass der smarte ten Hove schöne Lieder singen kann. Für Geld macht ten Hove alles.

Und schließlich: Zum ersten Mal bestätigt der einschlägig vorbestrafte Berufsverbrecher Stefan Kühn zudem die seit Monaten im Raum stehenden Vorwürfe, dass illegal Gelder von Anleger und Investoren eingesammelt werden und wurden. Kühn: Mehr als 4.000 Investoren hätten das Musical "Wallace" finanziert.

Das sind viel mehr als bisher angenommen.

Es wird Zeit, dass die Staatsanwaltschaft Dortmund aus ihrem Tiefschlaf erwacht. Wie wurden diese "Investoren" von wem angeworben? Welche Versprechen wurden gemacht? Wurden die Investoren über Risiken und Gefahren aufgeklärt? Und wie werden sie jemals ihr Geld wiederbekommen?

In einem alternativen Gutachten zu den Geschäftsmethoden der Autark Entertainment Group AG und aller angeschlossenen Kühn-Unternehmungen wurde auch die Wirtschaftlichkeit des Musicals "Wallace" geprüft, deren Gesamtkosten Kühn auf über zehn Millionen Euro schätzt. Ergebnis: "Wallace" wird ein Minusgeschäft - selbst wenn alle Aufführungen ausverkauft wären.

Während einer Telefonkonferenz ließ Stefan Kühn dann auch im September die Katze aus dem Sack: "Natürlich werden wir mit Wallace Verlust machen. Wir müssen den Anlegern und Investoren aber etwas bieten." Sein nächster Coup über die angebliche Absage des Musicals brachte nicht den gewünschten Erfolg: Die Karten liegen wie Blei im Regal - "Wallace" ist ein Rohrkrepierer.

Ganove Stefan Kühn ficht das nicht an: Er hat 3.500 Anlegern der Autark-Gruppe mehr als 50 Millionen Euro Verlust "erwirtschaftet". Wie viel Verlust werden jetzt wohl 4.000 Anleger machen?

Diese Frage sollte auch die Staatsanwaltschaft Dortmund beschäftigen. Vielleicht hat ja einer einen Wecker mit in die Behörde gebracht.

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