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Staatsanwalt fordert zehn Jahre für Edvin Novalic

Novalic über Lutz Beier: „Er wollte Millionär werden und hat alles bestimmt“

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Aus den ehemaligen Partner Lutz Beier (li.) und Edvin Novalic sind erbitterte Gegner geworden. Novalic schiebt alle Schuld weit von sich - trotzdem soll er für zehn Jahre hinter Gitter

Am 7. August wird das Urteil gegen EN Storage-Boss Edwin Novalic gesprochen. In letzter Minute wollte seine Rechtsanwältin einen Handel: Sieben Jahre Haft. Das lehnte die Staatsanwaltschaft ab. Sie fordert offenbar eine zehnjährige Haftstrafe. Ursprünglich sollte das Strafmaß sogar bei zwölf Jahren liegen. :gerlachreport erfuhr, dass bis zur Urteilsverkündung hinter den Kulissen noch nach Möglichkeiten gesucht wird, die Strafe „deutlich unter zehn Jahre zu drücken“.

Novalic war im Gegensatz zu seinem Mitgeschäftsführer Lutz Beier geständig. Schon vor seiner Verhaftung hatte er darüber spekuliert, dass er „bei einem Strafmaß von sieben Jahre gut davon kommen“ würde. Er nannte hier gerne das Mammutverfahren S+K und die vergleichsweise geringen Strafen.

Wohl auch deshalb hat Edvin Novalic seinen Partner Lutz Beier ans Kreuz genagelt. Sein einfaches Argument: „Ich war nur für die Technik verantwortlich, um die Zahlen hat sich mein Partner gekümmert. Er wollte Millionär werden und hat alles bestimmt“, sagte er über Lutz Beier. Der steht in einem zweiten Verfahren vor der Strafkammer des Stuttgarter Landgerichts. Mit einem Urteil in seiner Sache wird nicht vor Jahresende gerechnet.

EN Storage hatte seine mehr als 3.000 Anleger um fast 95 Millionen Euro gebracht. Für den Betrug hält sich Lutz Beier jedoch nicht für verantwortlich: Er habe mit dem Schneeballsystem von EN Storage nichts zu tun, teilten seine Rechtsanwälte zum Prozessauftakt mit.

Beiers Ehefrau, die im selben Verfahren angeklagt ist und als Steuerberaterin für EN Storage arbeitete, stellte sich als „beruflich unerfahren“ da.

Das Geschäftsmodell von EN Storage bestand darin, Datenspeicherplätze zu verkaufen, die durch die Vermietung an Unternehmen wie Daimler Renditen von bis zu 10,6 Prozent im Jahr abwerfen sollten. Es „war vollständig fingiert, um die Anleger zu täuschen“, verlas der Staatsanwalt aus der Anklageschrift. Später wurden noch Anleihen mit einer jährlichen Verzinsung von bis zu sieben Prozent veräußert.

Mit dem Geld der Investoren wurde keine Hardware gekauft, es gab auch keine Kundschaft dafür. Edvin Novalic habe es für sich und Dritte verwendet, heißt es in der Anklage – ein klassisches Schneeballsystem.

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