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Charles Smethurst

So wird Ex-Bürgermeister Klaus Wowereit verarscht

Klaus Wowereit: „Heute bin ich glücklicher Rentner - und das ist auch gut so“

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Charles Smethurst ist kein Trick schmutzig genug: Jetzt hat er Berlins Ex-Bürgermeister Klaus Wowereit für seine schmutzigen Geschäfte eingespannt. Doch der will mit den Ganoven nichts zu tun haben

Klaus Wowereit, ehemalige Bürgermeister von Berlin, hat vehement Berichte dementiert, wonach er „in geschäftlichen Beziehungen“ zur Dolphin-Gruppe des dubiosen „Baulöwen“ Charles Smethurst steht. An diesen Meldungen „ist nichts dran“. Tatsächlich hatte die „Hessen-Depesche“ getitelte: „Dolphin Trust GmbH: Charles Smethurst, Helmut Freitag und ein heißer Draht zu Klaus Wowereit?“. Wowereit dementiert: „Es gibt keinen heißen Draht“.

Charles Smethurst gehört zu den zwielichtigen Gestalten im deutschen Bausektor. :gerlachreport hatte bereits umfassend über ihn, seine Geschäfte und die Pleiten seiner Ehefrau Manou Lenz berichtet. In deutschen Stadtverwaltungen ist der Mann aus Hannover ein rotes Tuch: Viele Versprechen, noch mehr Lügen, unzählige Pleiten und ratlose Ratsherren haben den Namen Charles Smethurst und seine Dolphin-Unternehmensgruppe „toxisch“ gemacht. Auf gut deutsch: Mit dem Mann macht man keine Geschäfte.

Da verwundert es nicht, dass Öffentlichkeitsarbeit not tut. „Rein zufällig“ lief bei einer Veranstaltung Berlins Ex-Bürgermeister Klaus Wowereit in die Arme der Dolphin-Zwielichter Charles Smethurst und Hemlmut Freitag. Natürlich stand der Promi zu einem Gruppenfoto bereit. Daß der Sozialdemokrat am Ende in einer rechtsradikalen Hauspostille der AfD und nicht genehmigter Werbung landete, ahnte er indes nicht.

Die rechtsradikale „Hessen-Depesche“ ist Sprachrohr für gescheiterte Unternehmer und Abzocker aus dem Kapitalgrau- und Schwarzmarkt. Hier können sie für entsprechendes Honorar ihren Blödsinn verkaufen und finden gegen Zahlungen bei der Chefredakteurin Angela Prokoph-Schmitt ein Gehör. Wer sich über die tatsächlichen Kanaillen und Ganoven im Kapitalgrau- und Schwarzmarkt informieren möchte, landet bei der „Hessen-Depesche“, „Bayern-Depesche“, „Saar-Depesche“ und den anderen Publikationen aus dem rechten Hause immer einen Volltreffer: Wer hier veröffentlicht, hat bestimmt etwas zu verbergen.

Und die Geschichte des Charles Smethurst, der es allein im :gerlachreport ohne die Dolphin-Gruppe zu 28 Veröffentlichungen und Warnungen brachte, liest sich dann in der „Hessen Depesche“ so:

Immobilieninvestor Charles Smethurst (Dolphin Trust) erlebte noch vor einem Jahr eine kritische Zeit. Das Geschäft mit denkmalgeschützten Immobilien lief Anfang 2017 nicht ganz rund. Ärger kam auf, auch in einem Geschäft mit der hessischen Stadt Hanau. Aber im Verlauf des ersten Halbjahres 2018 nahm die Marke mit dem Delfin wieder kräftig Fahrt auf. Geschäftspartner in Fernost zeigten sich zufrieden. Eine weitere Expansion in den deutschen Immobilienmarkt wurde durch solche und andere Kapitalgeber offenbar gesichert.

Charles Smethurst, der aufgrund seiner ausgeprägt guten Manieren und seiner britischen Wurzeln auch als der 'Gentleman' in der deutschen Immobilienbranche gilt, möchte nicht nur Geld verdienen, sondern Träume realisieren. Viele Menschen möchten gerne in einem denkmalgeschützten, liebevoll restaurierten und mit modernstem Wohnkomfort ausgestatteten Haus leben. Man denkt da zuerst an alte Villen und Landhäuser, Mühlen und Wassertürme oder einfach Altbauwohnungen mit hohen, stuckverzierten Decken. Denkmalgeschützte Wohnhäuser sind aber nicht nur romantische Liebhaberobjekte, sondern auch lukrative Anlageobjekte. Denkmal-Immobilien sind zumindest dann eine lohnende Geldanlage, wenn der Investor über das nötige bautechnische, nutzungsrechtliche und immobilienwirtschaftliche Fachwissen verfügt.

Die von Charles Smethurst geführte Dolphin Trust GmbH aus Langenhagen ist ein solches Unternehmen, das es sich mit einem deutschlandweiten Experten-Netzwerk zur Aufgabe gemacht hat, „Baudenkmale fachgerecht zu sanieren und dauerhaft bewohnbar zu machen“. Nach eigenen Angaben bewirtschaftet der Projektentwickler derzeit ein Portfolio von rund 60 Immobilienprojekten mit einem Gesamtvolumen von etwa einer Milliarde Euro. Auf Nachfrage wird erklärt, dass man über langjährige und umfangreiche Erfahrung im Bauprojektmanagement verfüge. Dabei stütze man sich auf beste Kontakte in die Planungs-, Baufinanzierungs- und Bauausführungsbranche. Dolphin Trust übernimmt für seine Kunden den Ankauf, das Entwicklungskonzept, die Verwaltung und die Vermietung einer Immobilie und bündelt so alle Teilschritte der Immobilienbewirtschaftung in einer Hand. Das Unternehmen sichert dabei Rechtssicherheit, Kostenkontrolle, Fristenwahrung und die Beachtung aller baulichen und technischen Standards zu. Schließlich beschreibt man sich in der Eigenwerbung stolz als „Baumeister und Denkmalexperten, Projektentwickler und Architekten, Marktspezialisten und Managementprofis, detailverliebt und visionär, unermüdlich und am Puls der Zeit, konzentriert und erfolgreich“.

Geführt wird die Dolphin Trust GmbH von Unternehmensgründer Charles Smethurst und seinem Mitgeschäftsführer Helmut Freitag. Charles Smethurst wurde 1960 in Ratingen als Sohn eines Offiziers der britischen Streitkräfte und einer Fremdsprachenkorrespondentin geboren. In seiner Geburtsstadt im Kreis Mettmann besuchte er die Schule und studierte anschließend Rechtswissenschaften in Köln. Nach dem Studium trat er in eines der größten europäischen Handelsunternehmen ein und bekam dort schnell Führungsverantwortung übertragen. Als Planungschef für den europäischen Markt verantwortete er Jahresumsätze in Höhe von weit mehr als einer halben Milliarde Euro. Nach zwanzigjähriger Konzernerfahrung wagte Smethurst den beruflichen Neuanfang und machte sich als Kaufmann in der Immobilienwirtschaft selbstständig. Als Gründer, Eigner und Geschäftsführer der Dolphin Trust GmbH leitet er seit 2008 strategisch und operativ ein Unternehmen, das sich mit der Wohnbarmachung denkmalgeschützter Immobilien und deren Vermarktung einen Namen gemacht hat. Der britische Staatsbürger gilt auch als gute Adresse für institutionelle Investoren, die mit Neubauprojekten genauso auf eine ordentliche Rendite setzen wie mit der Sanierung und Verwertung von Denkmal-Immobilien. Smethurst ist verheiratet, Vater zweier Kinder und lebt in der Nähe von Hannover.

Dessen Mitgeschäftsführer Helmut Freitag wurde 1955 in Celle (Niedersachen) geboren. Freitag machte sein Wirtschaftsabitur, absolvierte eine Ausbildung zum Industriekaufmann und studierte danach Wirtschaftswissenschaften sowie Englisch und Spanisch. Nach dem erfolgreichen Examen war er mehr als zwölf Jahre als Börsenmakler und Anlageberater in den USA und Deutschland tätig. Danach übernahm er leitende Funktionen im Bankwesen und kümmerte sich dort um den Auf- und Ausbau des Fondsgeschäfts. Zudem wurde er Partner eines führenden deutschen Immobilienunternehmens mit Schwerpunkt Sanierung und sozialer Wohnungsbau. Seit 2013 bringt Freitag sein Wissen bei der Dolphin Group ein, seit 2015 als zweiter Geschäftsführer der Dolphin Trust GmbH. Dort führt der verheiratete zweifache Vater die Bereiche Verwaltung, Controlling, Marketing, IT sowie Recht und Personal.

Leiter der Immobilienbeschaffung im Hause Dolphin ist Axel Krechberger. Er verzahnt mit seinem Team im Bereich Sourcing diverse Informationen von professionellen und privaten Immobilienverkäufern, Banken, Onlineportalen und Auktionshäusern. Die so gewonnenen Marktbilder bilden die Grundlage für Kauf- und Sanierungsentscheidungen. Zum Führungsquartett der Dolphin Trust GmbH gehört auch Dr. Matthias Rühl, dem die Oberbauleitung und Projektsteuerung obliegt. Mehr als 150 fertiggestellte Gebäude und mehr als 120.000 Quadratmeter an schlüsselfertig hergestellter Wohnfläche gehören zu seiner Erfolgsbilanz.

Zu den aktuellen Referenzobjekten gehört beispielsweise die große Immobilie in der Leipziger Georg-Schumann-Straße 316. Die Dolphin Trust GmbH hat an dem unter Denkmalschutz stehenden Gebäude zuerst eine Kernsanierung vorgenommen und dabei großen Wert auf eine hochwertige Ausführung gelegt. Alle neuen Baumaterialien entsprechen den gültigen DIN-Normen für den Schall-, Wärme- und Brandschutz bei Altbauten. Besondere Aufmerksamkeit wurde der Fassadenerneuerung geschenkt. In Übereinstimmung mit den Vorgaben des Referats für Denkmalschutz der Stadt Leipzig fand eine fachgerechte und originalgetreue Rekonstruktion statt, bei der der Außenputz erneuert und die vorhandenen Ornamente und Stuckteile an der Vorderfassade weitestgehend erhalten blieben.

Diese „Darstellung“ hat natürlich nur rudimentär mit der Wahrheit zu tun. Investoren in Fernost, die Millionen bei den windigen Geschäften der Baumuschi Charles Smethurst verloren haben, proben längst den Aufstand und auch sonst geht der gesamten Unternehmensgruppe Dolphin die Luft aus. Der Delfin ertrinkt.

Und weil natürlich in einer solchen Situation nur gute Nachrichten zählen, fabuliert die teuer bezahlte Hessen-Depesche Chefredakteurin Prokoph-Schmitt weiter: „Aufsehen erregten die Dolphins um Charles Smethurst und Helmut Freitag zuletzt mit einem kolportiert heißen Draht zu Berlins Ex-Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD). Differenzen mit kommunalen Verwaltungen, wie eben zuletzt in Hanau, wurden relativiert. Charles Smethurst habe als Geschäftsmann „Handschlag-Qualitäten“, wie HESSEN DEPESCHE aus sozialdemokratische Kreisen zugeraunt wurde.“

Derartige Behauptungen sollen jetzt gerichtlich verboten werden, heißt es in „sozialdemokratischen Kreisen“. Dreieinhalb Jahre nach seinem Rückzug aus der Politik hat sich Klaus Wowereit nämlich mit seinem Ruhestand arrangiert: „Heute bin ich glücklicher Rentner - und das ist auch gut so“.

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