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So will Steve Bannon jetzt die Banken zerstören

Kryptowährungen sind ein Hort für Drogendealer und Betrüger: Da gehört er hin

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Steve Bannon verlegt seine Kryptoaktivitäten lieber außerhalb der USA. Das sichert ihn seinem Freiheit. Seine Pläne würden ihn im land wahrscheinlich direkt ins Gefängnis bringen

Stephen K. Bannon ist gemeingefährlich. Als Strippenzieher und Wahlmanipulateur, als Hintermann rechter Gesinnungsgruppen und Wappenschild aller Unanständigen: Zehn Monate nachdem er als Chefstratege des US-Präsidenten Donald Trump gefeuert wurde, hat er ein neues Spielfeld für seine Zerstörungswut gefunden: den Bankensektor.

Damit hier kein falsches Bild entsteht: Banken sind nicht zu Unrecht in der Kritik. Ihre Rolle, ihre Macht, ihr Selbstverständnis und ihre kriminelle Energie ist weit entfernt von Anstand und seriösem Kaufmannsverhalten.

Nur: Das trifft auch auf Steve Bannon zu. Anarchie hat das Ziel der Veränderung mit radikalen Mitteln. Bannon ist kein Anarchist. Bannon zerstört gewachsene Werte, die über Generationen entstanden sind. Mit faschistischem Gedankengut und seinem zentralen Ziel: Führe mich zum Geld!

Genau das ist sein Ziel, wenn er jetzt über seinen nächsten großen Coup spricht: Bannon, der kleine Adolf Hitler, dem „Menschen scheißegal“ sind, will mit Bitcoin und anderen Kryptowährungen „das Bankwesen genau so zerstören, wie Donald Trump die amerikanische Politik zerstört hat.“

Es soll (mal wieder), dieses Mal unter Führung des Gescheiterten, eine neue Kryptowährung geben. Vielleicht die Bannon Coin? Das verrät er in Washington nicht. Er befürchtet, dass die Kontroverse, die mit seinem Namen einhergeht, einen schlechten Einfluss auf Projekte haben könnte, die gerade auf den Weg gebracht werden. So dämlich ist er dann wohl doch nicht.

Aber es gab bereits etliche private Treffen mit Krypto-Währungsinvestoren und Hedge-Fonds mit denen er über sein Initial Coin-Angebot mit seiner Investmentfirma Bannon & Company gesprochen hat.

In seinem ersten Interview zu diesem Thema sagte er, er habe auch einen „guten Anteil“ an Bitcoin. Da freut es, dass die Währung bei gerade 6.500 US-Dollar weiter den Bach runter geht. Oder meinte er, dass er mit seinem Einfluss oder seinen Strukturen an den Manipulationen rund um Bitcoin beteiligt ist?

Seine Arbeit im Bereich der virtuellen Währung stehe noch am Anfang, sagt er. Aber er bietet inzwischen Unternehmern und sogar Ländern an, ihnen bei der Schaffung ihrer eigenen Kryptowährungen zu helfen - außerhalb der Vereinigten Staaten.

Damit will sich Cannon über diesen Weg Zugang zu den Schalthebeln der Wirtschaft und Macht sichern. Es wäre doch gelacht, wenn faschistische, menschenverachtendende Ideen nicht über all ihren Niederschlag finden würden. Zudem: Sein Weg außerhalb der vereinigten Staaten bringt ihm zumindest rechtlich keine Probleme. Seine Pläne wären in den USA wegen der erheblichen Kontrollen nicht umsetzbar.

Kryptowährungen sind ein Hort für Drogendealer, Betrüger und Glücksritter: Bis hin zu den größten Unternehmen im Silicon Valley und den angesagtesten Institutionen der Wall Street greift das Kryptofieber um sich. Da darf Steve Bannon nicht fehlen, der sogar in Washington von sich behauptet, die neue italienische Regierung „ins Amt manipuliert“ zu haben.

Kryptowährungen haben viele der Eigenschaften, die ihn in die extrem rechtslastige Politik gezogen haben: Sie brechen alte Regeln, sie existieren an der Peripherie und stellen eine Herausforderung für die mächtigen Persönlichkeiten und Institutionen dar, die seit langem das Sagen haben.

„Es ist störender Populismus“, sagt Bannon im Interview in seinem Capitol Hill Stadthaus in Washington. „Es übernimmt die Kontrolle von den zentralen Behörden. Es ist revolutionär.“

Und es klingt nach Karl Marx, wenn er schwadroniert: „Es war für mich ziemlich offensichtlich, dass all diese politischen Bewegungen, wenn man nicht irgendwie die Kontrolle über seine Währung hat, demjenigen verpflichtet sein würden, der die Währung kontrolliert.“

Seine Vision einer virtuellen Währung hat Elemente seiner unorthodoxen Ideologie. Er klingt wie ein erklärter Liberaler, der die Regierung aus seinem Leben verbannen will, und ein Progressiver, der die Wall Street zur Rechenschaft ziehen will, wenn er darauf besteht, dass virtuelle Währungen den Bürgern helfen können, die Macht von den Zentralbanken zurückzuerobern, die „Ihre Währung entwerten“ und die Bürger zu „Sklaven der Schulden“ machen.

Damit würde Cannon aber eine Menschlichkeit dokumentieren, der er gar nicht besitzt. Ihm geht es um nichts anderes als persönliche Bereicherung - im Weißen Haus und bei Donald Trump hat er ja ausreichend Erfahrungen sammeln können: Sein Fokus auf die Entwicklung neuer digitaler Token, die üblicherweise durch anfängliche Münzangebote angeboten werden, bringt ihn in den am meisten mit Betrug gefüllten Teil des Kryptowährungsgeschäfts.

Genau da gehört Steve Bannon auch hin. Deshalb auch seine Arbeit außerhalb der USA. Da wäre ihm Gefängnis sicher.

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