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Autark

So leimt Stefan Kühn jetzt die Autark-Anleger

BaFin, Börsenaufsicht, Steuerfahndung und Staatsanwaltschaft sind jetzt aktiv

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Der Beweis: Die Autark Group AG hat sich das mit Anlegergeldern erworbene Theater am Marientor in Duisburg einverleibt. Für 25.000 Euro

Die BaFin, Börsenaufsicht, Steuerfahndung und Staatsanwaltschaft haben neue Ermittlungen gegen Autark-Boss Stefan Kühn aufgenommen. Es geht um den Kauf des „Theaters am Marientor“ in Duisburg. Hier ist seine Ehefrau Sabine Kühn Geschäftsführerin. Auch gegen sie wird „umfassend ermittelt“, wie :gerlachreport erfuhr. Hintergrund ist der dubiose Verkauf der „TaM Betriebsgesellschaft mbH“ an die Autark Group AG. Aus der Gesellschafterliste, die :gerlachreport vorliegt, ergibt sich, dass bereits am 26. September 2017 die Autark Group AG das Unternehmen erworben hat. Das „Theater am Marientor“ gehörte bis Ende September der „Quantum Capital Advisors Ltd“ auf den British Virgin Islands. Dieses Unternehmen ist Teil des Firmengeflechts von Stefan Kühn. Hier versteckt er die Millionen der Autark-Anleger.

Die Ermittlungen der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen (BaFin) und der Hamburger Börsenaufsicht richten sich gegen Stefan Kühn als Vorstand der Autark Group AG und deren Aufsichtsräte Peter Heikel, Jürgen Blume (Köln) und Hans-Günther Michels (Frechen). Die Autark Group AG ist zwar völlig wertlos, wird jedoch an der Börse gehandelt. Das Unternehmen verfügt über keinerlei Eigenmittel. Wovon die „TaM Betriebsgesellschaft mbH“ gekauft worden sein soll, bleibt das Geheimnis der kriminellen Autark-Vereinigung. Deshalb ermittelt auch die Steuerfahndung.

Faktum ist, dass das Theater in Duisburg mit Geldern der Autark-Anleger angeschafft wurde. Das weiß auch die Geschäftsführerin Sabine Kühn. Sie hat die Geschäftskonten des Theaters für Zahlungen in sechsstelliger Höhe im Auftrag und mit Wissen der Autark-Gruppe benutzt. Zu einem Zeitpunkt, als durch gerichtliche Arreste genau das verboten war.

Seit rund einem Jahr versuchen Autark-Anleger ihr Geld wieder zubekommen. Es geht nach vorsichtigen Schätzungen um Verluste in Höhe von mehr als 51 Millionen Euro. Die Arreste in Höhe von rund fünf Millionen Euro sind bis heute nahezu ins Leere gelaufen - durch eine geschickte Vermögensverschiebung und ein Netz von Unternehmen, über die die eigentlichen Autark-Geldflüsse abgebildet wurden und werden.

Der Kauf des Theaters durch die mittellose Autark Group AG blieb deshalb aus gutem Grund bis heute geheim: Das Unternehmen wäre verpflichtet gewesen, in einer „Pflichtmitteilung“ den Kauf der „Tam“ anzuzeigen. Das ist bis heute nicht geschehen. Ein glatter Verstoß gegen die Meldepflichten, die von der BaFin und Börsenaufsicht mit extremen Geldstrafen geahndet werden können.

Das wissen auch Stefan Kühn und seine Ehefrau Sabine: Der Verkauf des Theaters an die Autark Group AG hat aber noch andere weitreichende Gründe. Und die sind viel banaler: Gegen das Ehepaar wird umfassend wegen Geldwäsche, Steuerhinterziehung, Untreue und gewerbsmässigem Betrugs ermittelt. Da das Theater von Autark-Anlegergeldern bezahlt wurde, musste es „offiziell“ zurück in den „Autark-Bestand“.

Fatal für die Anleger: Die Autark Group AG ist von Pfändungen und Zwangsmaßnahmen bislang ausgenommen. Das wird sich jetzt ändern, da es sich um eine Vertuschung und Vermögensverschiebung handelt, die den Sinn der Arreste völlig auf den Kopf stellen und die Anordnungen der Gerichte kontrapubktieren - vorsätzlich und mit Wissen von Sabine und Stefan Kühn.

Die Ermittlungen gegen die Aufsichtsräte Jürgen Blume, Hans-Günther Michels und Peter Heickel umfassen die „aktive Beihilfe“ an den zahlreichen Straftaten: „Die beiden Aufsichtsräte Jürgen Blume und Hans-Günther Michels sind zwar offiziell erst seit dem 1. September 2017 in dieser Position, wir gehen aber davon aus, dass sie vollumfänglich informiert waren und das illegale Geschäft abgesegnet haben“, erklärte ein Ermittler gegenüber :gerlachreport. Und: „Die zeitlichen Zusammenhänge sind ein Indiz für die vorsätzlichen Straftaten.“

Rund drei Wochen nach dem Beginn ihrer Tätigkeit für die Autark Group AG wurde der angebliche Kauf ohne Geld vollzogen. Keiner der Aufsichtsräte hat dafür gesorgt, dass der Vorstand Stefan Kühn die Öffentlichkeit informiert. Für die Ermittler eine „klare Beweislage“.

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