Diese Seite verwendet Cookies.

Mehr erfahren

S+K

Täter frei - Kopfgeldjäger sind auf der Pirsch

„Weggreifen, quälen und erzählen lassen“

Zurück

Soviel steht schon jetzt fest: Es wird wohl keine Partys mit Geld im Mund mehr geben - gefährliche Zeiten sind jetzt angebrochen

Jonas Köller und Stephan Schäfer sind frei. Natürlich nicht für immer. Aber die Köpfe der S+K durften den Knast verlassen. Jetzt wird es ungemütlich: Professionelle Kopfgeldjäger haben sich nach Informationen von :gerlachreport in Position gebracht. Es geht um den Rest der abgezockten 240 Millionen Euro Faktum ist: Köller und Schäfer wissen, wo das restliche Geld ist. Sie haben es rechtzeitig vor ihrer Verhaftung in Sicherheit gebracht. Es liegt in den USA und auf Offshore-Konten, die über schlichte Zahlen geschützt sind. Diese Nummern wollen die Kopfgeldjäger jetzt haben. Ihr Ziel: Köller und Schäfer „Weggreifen, quälen und erzählen lassen“.

Mit dem Immobilienunternehmen S&K haben die Ganoven mehr als 11.000 Anleger um „inoffizielle 240 Millionen Euro“ gebracht. Tatsächlich dürften die Zahlen aber noch höher liegen. Köller und Schäfer durften das Frankfurter Landgericht als vorläufig freie Männer verlassen. Die Wirtschaftsstrafkammer hatte sie wegen Untreue zu jeweils achteinhalb Jahren Haft verurteilt, sie aber wegen der mehr als vier Jahre langen Untersuchungshaft vorläufig auf freien Fuß gesetzt.

Das Urteil bewegt sich am unteren Rand der zuvor erzielten Absprache zwischen Anklage, Gericht und Verteidigung. Der Vorwurf des besonders schweren, bandenmäßigen Betrugs war fallengelassen worden, weil dazu eine weitere jahrelange Beweisaufnahme notwendig schien. Die Angeklagten hatten dann die Untreue gestanden, der Schadensrahmen reduzierte sich so von 240 Millionen auf „lächerliche“ 90 Millionen Euro. Zwei Mittäter wurden ebenfalls nach Absprachen zu sechs und viereinhalb Jahren Haft verurteilt. Einer war schon auf freiem Fuß, der andere wurde am Mittwoch ebenfalls frei gelassen.

Der Vorsitzende Richter Alexander El Duwaik skizzierte noch einmal die ungewöhnlichen Dimensionen des seit September 2015 laufenden S&K-Verfahrens, bei dem allein die Verlesung des 1200-seitigen Anklagesatzes fast drei Monate in Anspruch genommen hatte. Erst als sich nach über einem Jahr Verhandlung Gespräche zwischen den Verfahrensbeteiligten angedeutet hätten, sei „der Wagen der Justiz in Gang gesetzt worden und am Ende schneller gefahren als ein Lamborghini“, sagte der Richter mit Blick auf die Verfahrensbeschleunigung der vergangenen Monate.

Den geschäftlichen Aktivitäten der S&K-Gründer zollte der Richter grundsätzlich Anerkennung. Es sei schon „ganz ordentlich“ gewesen, „was da auf die Beine gestellt“ worden sei. Nur: Am Ende sei man nicht auf seiner Bahn geblieben und alles sei „aus dem Ruder gelaufen“. Statussymbole wie teure Autos oder ein aufwendiger Lebensstil seien „nicht alles im Leben“, sagte der Richter den recht entspannt blickenden Angeklagten: „Das letzte Hemd hat keine Taschen. Wenn es anders wäre, wäre die Gier ja noch größer“.

Nach der teilweisen Einstellung der Anklagevorwürfe blieben im Urteil vier Tatkomplexe der Untreue mit einem Schaden von rund 90 Millionen Euro übrig. Insbesondere beim letzten Immobilienvorhaben mit Bürogebäuden in ganz Deutschland hofften die S&“-Manager noch auf eine Kehrtwende und mehr als 55 Millionen Euro Gewinn. Damals aber ermittelte bereits die Staatsanwaltschaft, sagte El Duwaik. „Und wenn diese nicht eingeschritten wäre, wäre der Schaden noch höher ausgefallen“, rechtfertigte der Richter das Vorgehen der Strafverfolger.

Die Geständnisse der vier Angeklagten und deren fehlende Vorstrafen wurden strafmildernd angerechnet. Auch wenn die Geständnisse der beiden S&K-Gründer und des dritten Angeklagten erst spät abgelegt worden seien, seien sie doch „umfassend und werthaltig“ gewesen. Strafverschärfend wurde unter anderem die „große kriminelle Energie“ der Angeklagten gewertet.

Das Gericht setzte auf Antrag der Staatsanwaltschaft die Angeklagten nach mehr als vier Jahren Untersuchungshaft zunächst auf freien Fuß. Schäfer und Köller müssen demnach ihre Reststrafen erst später antreten.

Wenn sie dann noch leben.

Zurück

The next big story

Haben Sie die nächste große Geschichte?

Möchten Sie diese mit dem :gerlachreport teilen?

Wir bieten Ihnen viele Möglichkeiten, sich mit unseren Journalisten in Verbindung zu setzen und Materialien zu liefern. Kein Kommunikationssystem ist völlig sicher, aber unsere Möglichkeiten werden helfen, Ihre Anonymität zu schützen.

Bitte senden Sie keine Rückmeldungen, Story-Ideen, Pitches, Leserbriefe oder Pressemitteilungen über diese Kanäle.

Für eine allgemeinere Korrespondenz nutzen Sie bitte unsere regulären E-Mail-Adressen.

Ihr sicherer Kontakt

Neben unseren regulären E-Mail-Adressen haben wir für vertrauliche Nachrichten und Mitteilungen ein Postfach eingerichtet, das über Pretty Good Privacy (PGP) verfügt und absolut sicher ist:

redaktion.dta@protonmail.com

Bitte hinterlassen Sie auf jeden Fall eine Telefonnummer. Wir rufen Sie innerhalb kürzester Zeit zurück.

E-Mails an die Redaktion oder Chefredaktions-Adresse werden durch die Sicherheitsabteilung überprüft. Es kann vorkommen, dass für die Verifizierung des Absenders ein Personennachweis angefordert wird, wenn der Verdacht einer Identitätsfälschung vorliegt oder vorliegen könnte.

Was ist ein guter Tipp?

Ein starker News-Tipp hat mehrere Komponenten.

Die Dokumentationen oder Nachweise sind wichtig.

Spekulationen können spannend sein. Verdächtigungen oder Behauptungen, die einer Überprüfung nicht standhalten, sind es nicht.

Eine guter Nachrichten-Tipp beschreibt ein klares und verständliches Problem. Die Suche nach Hilfe, weil großer Schaden oder Leid angerichtet wurden. Falsche Verdächtigungen helfen niemandem und führen nicht zu einer Veröffentlichung.

Aber lassen Sie sich nicht abschrecken. Manchmal ist ein kleiner Hinweis das fehlende Puzzlestück in einem gesamten Themenkomplex, der von uns ohnehin bearbeitet wird. Besonders wichtig: Hinterlassen Sie bitte eine Kontakt-Telefonnummer.

Gute Tipps sind:

Hier ist ein Beweis dafür, dass in einer Behörde, Organisation oder einem Verband gemauschelt, getrickst und getäuscht wird.

Hier ist der Beweis dafür, dass Anlegergelder falsch oder illegal benutzt werden.

Hier ist der Beweis, dass betrogen, unterschlagen oder veruntreut wird.

Hier ist der Beweis für Täuschung, falsche Versprechen und üble Abzocke.

Wir kontrollieren alle Nachrichten regelmäßig, können aber nicht versprechen, dass jeder Informant umgehend eine individuelle Antwort erhält.

Sämtliche Kommunikation unterliegt der strikten Vertraulichkeit.