S+K: Anleger dürfen ihr Geld jetzt doch behalten

Kein Schneeballsystem: Anleger dürfen ihr Geld behalten

Große Klappe, viel Tamtam, verschwundene 240 Millionen, Kopfgeldjäger - zumindest für die Anleger wird es jetzt ruhiger

Leidgeplagte Ex-Anleger der Frankfurter Immobiliengruppe S&K können Hoffnung schöpfen: Entgegen früherer Befürchtungen müssen sie kein Geld an den Insolvenzverwalter zweier Fonds der Gesellschaft zurückzahlen. Das geht zumindest aus einer Erklärung der Kanzlei Buchalik Brömmekamp hervor, die viele S&K-Anleger in Anfechtungsprozessen vertritt.

Ende vergangenen Jahres war bekannt geworden, dass der Insolvenzverwalter Achim Ahrendt von der Kanzlei Hermann Wienberg Wilhelm in Hamburg erhaltene Zahlungen der Fonds wie Ausschüttungen, Gewinne, Kapitalrückzahlungen zurückverlangt hatte. Sein Argument: Die S&K-Gründer Stephan Schäfer und Jonas Köller hätten „ein Schneeballsystem“ betrieben, und die Immobilienfirmen der S&K-Gruppe seien deshalb gar nicht realwirtschaftlich tätig gewesen.

Kein Schneeball-System bei der S+K Immobiliengruppe - eine Aussage mit weitreichenden Folgen für die Anleger

 

Im Prozess vor dem Frankfurter Landgericht verwarf Richter Alexander El Duwaik den Vorwurf eines Schneeballsystems. Die rund 1.400 Anleger, die vom Insolvenzverwalter Ahrendt auf Rückzahlung ihrer Ausschüttungen verklagt wurden, können nun hoffen, dass die Anfechtungsansprüche hinfällig sind. Der Insolvenzverwalter hatte seine Klagen gegen die Anleger vor allem mit der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft, einem nur auszugsweise vorgelegten Gutachten einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft und der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes (BGH) begründet. Danach soll S&K mit einer Vielzahl von Grundstücksgeschäften Anleger in ein betrügerisches Schneeballsystem gelockt haben. Sie sollen Auszahlungen an alte Anleger durch Einzahlungen neuer finanziert haben. Nach der Rechtsprechung des BGH seien Zahlungen aus Schneeballsystemen grundsätzlich als Scheingewinne zu werten und somit der Insolvenzmasse zuzuschlagen.

Der Strafprozess habe jetzt aber ergeben, dass die Vorwürfe eines Schneeballsystems und des Betruges nicht haltbar sind. Die Angeklagten wurden wegen Untreue zu jeweils achteinhalb Jahren Haft verurteilt, vereinfacht gesagt also der Zweckentfremdung von Geld. An der Etablierung eines Schneeballsystems sei ihnen nie gelegen gewesen, so die Angeklagten. Damit könnten auch die Klagen des Insolvenzverwalteres gegen die ohnehin geprellten Anleger unbegründet sein.

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