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Sensus/Derivest

Jetzt gibt es die Pleite schriftlich

So dreist werden Derivest-Anleger verarscht

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Das Schreiben an die Derivest-Anleger vom 2. August: Das sind wirklich schlechte, sehr schlechte Nachrichten

Die beiden Sensus/Derivest-Bosse Gerhard Schaller und Markus Fürst haben den Preis für die beste Anleger-Verarsche 2017 redlich verdient - zumindest bis jetzt: Am 2. August haben sie einen Brief an die Derivest-Anleger verfasst, der an Dreistigkeit und Frechheit kaum zu überbieten ist. Die Devise: „Frechheit siegt“ wird durch die Sensus-Bosse völlig neu definiert.

Der Reihe nach: „Wir freuen uns, Ihnen mitteilen zu können“, heißt es da heuchlerisch, „dass sich die Fertigstellung und der Verkauf der durch die Derivest GmbH durchgeführten bzw. finanzierten Bauvorhaben planmässig entwickeln.“

Vermeintlich gute Nachrichten.

Leider können schon diese Angaben durch die Ermittlungsergebnisse der Staatsanwaltschaft in Hof nicht bestätigt werden. Dort wurde nach den bundesweiten Hausdurchsuchungen und Sichtungen der sichergestellten Unterlagen und Datenträger bis heute festgestellt, dass Schaller und Fürst das Geld der Derivest-Anleger vornehmlich in die eigene Tasche gesteckt haben.

Welches Geld die beiden gierigen Glücksritter in Immobilien gesteckt haben wollen, bleibt ihr Geheimnis. Die arg gebeutelten Derivest-Anleger erfahren auch mit keiner Silbe, um welche Immobilienwerte in welcher Höhe es sich handelt, die dort verkauft worden sein sollen.

An welchem Ort dürfen wir schauen, Herr Schalter und Herr Fürst?

Die beiden Lügner laufen in ihrem August-Schreiben zur Höchstform auf: „In den vergangenen Wochen konnten eine Vielzahl von Verkäufen im Immobilienbereich erfolgreich durchgeführt werden. Die hieraus resultierenden Kaufpreiszahlungen der Erwerber werden entsprechend des Bauvorschriften der jeweiligen Projekte größtenteils bis Ende Oktober 2017 fließen.“

Das hören die ermittelnden Staatsanwälte gerne, die sich bis heute wegen der fehlenden Geschäfte insbesondere bei der Derivest ihre eigenen Gedanken machen. Vielleicht ist es jetzt auch möglich, die „Vielzahl“ genauer zu definieren.

Gerhard Schalter und Markus Fürst haben aber, wie :gerlachreport weiß, ein viel größeres Problem als die Antwortsuche für die Strafermittler: Die Herren von „Zinsland“ (:gerlachreport berichtete) brauchen dringend die acht Millionen Euro, die Schaller und Fürst den Unternehmen schulden. „Zinsland“ geht nämlich gerade als Crowdfinanzierer in die Knie, weil Schaller und Fürst ihre Rechnungen nicht mehr bezahlen können.

Und dann ist da auch noch die Forderung eines deutschen Mischkonzerns, der mal eben auf 20 Millionen Euro von den Herren wartet. Bis jetzt konnte ermittelt werden, dass Schaller und Fürst, die inkompetenten Forex-Trader das meiste Geld bei hochspekulativen Devisengeschäften in den Sand gesetzt haben.

Da müssen tatsächlich eine „Vielzahl von Verkäufen“ generiert worden sein, um auch nur einen kleinen Teil dieser Verbindlichkeiten zu decken. Und dann sind da noch die Anleger, die auf ein Wunder hoffen: Vielleicht haben Schalter und Fürst mal wieder etwas verkauft, was ihnen gar nicht gehörte?

Das Wunder für die Derivest-Anleger bleibt auf alle Fälle überschaubar: „Auf dieser Grundlage planen wir aktuell Ende Oktober bzw. Anfang November diesen Jahres mit der Ihnen gegenüber in Aussicht gestellten Rückzahlung Ihres Kapitals in Form einer ersten Abschlagszahlung in Höhe von ca. 5% zu beginnen. Über die genaue Höhe des Betrages sowie den Zeitpunkt der Rückzahlung werden wir Sie unmittelbar vor der Auszahlung noch gesondert informieren.“

Wer an dieser Stelle als Investor noch keinen Anfall bekommen hat, dem sei jetzt ein Beruhigungsmittel empfohlen. Die Herren „planen“. Sie garantieren nicht. Und sie „stellen in Aussicht“. Das hat weder etwas mit seriösen kaufmännischen Geschäftspraktiken zu tun, noch mit einem anständigen Umgang mit Investoren.

Nennen wir das Kind beim Namen: Es gibt nichts zu verteilen. Der Brief ist das Eingeständnis des totalen Scheiterns. Vielleicht gibt es eine „erste Abschlagszahlung“ in Höhe von „ca 5%“. Das können aber auch ein oder zwei Prozent sein, weil man heute ja noch nicht weiß, was passieren kann.

Bei einem Investment von 100.000 Euro sind das immerhin 5.000 Euro, oder tausend oder so. Vielleicht auch gar nichts. Wer jetzt den Zorn, Hass gar spürt: Eine neuerliche Strafanzeige gegen die Herren hilft zwar nicht bei der Rückzahlung der Geldbeträge aber bestimmt bei der Zumessung des Strafmasses.

Gerhard Schaller und Markus Fürst haben sich dickfressig „Vermögensverwaltung“ genannt. So sieht bei den Herren jedoch die Realität aus. Immerhin müssen sich die beiden Geschäftsführer der Sensus/Derivest-Gruppe noch angemessen in der Sonne aalen, bevor sie vor dem Strafrichter landen. Diese Vorstellung sollte man vor Augen haben, wenn man die Strafanzeigen formuliert.

„Weitere Teilrückzahlungen“ sollen dann irgendwann einmal stattfinden: „Entsprechend der Liquiditätssituation“. Die ist bekannt. Sensus/Derivest sind pleite.

Gerhard Schalter und Markus Fürst haben ihr Geld im Ausland in Sicherheit gebracht.

Wir wissen, wo es liegt.

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