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Sensus/Derivest

Anwalt Hödl ist ein Lügner

Auf Anfragen des :gerlachreport reagiert Hödl nicht

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Die zweite Lektion, die Rechtsanwalt Florian Hödl gelernt haben sollte, lautet: Es ist nie zu spät, doch noch ehrlich zu sein

Der Münchner Rechtsanwalt Florian Hödl ist noch jung. Deshalb muss er auch noch lernen. Eine Lektion: Du sollst die Öffentlichkeit nicht belügen. Natürlich kann man die Unwahrheiten, die der Rechtsanwalt von Gerhard Schaller und Markus Fürst so verbreitet, auch unter dem Gesichtspunkt einordnen, dass er ja nur das Beste für seine Mandanten will. Aber selbst das könnte man mit dem nötigen Anstand erreichen.

Florian Hödl hat eine breite Verteidigungsfront für seine kriminellen Mandanten aufgebaut. Das ist sein Job. Ob man aber deshalb lügen muss, das bleibt sein Geheimnis. Es geht um die aktuelle Berichterstattung in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung: „Das Immobilien-Crowdinvesting bangt um seinen Ruf“.

Die Affäre um die Sensus Vermögensverwaltung und die Berichterstattungen im :gerlachreport waren für die Frankfurter Allgemeine Zeitung Grund genug, sich mit dem Thema Crowdinvesting zu befassen. :gerlachreport liegen E-Mails von Geschäftsführer Gerhard Schaller vor, aus denen sich ergibt, dass der Crowdinvestor „Zinsland“ eng mit den Geschäften der Sensus Vermögensverwaltung verknüpft ist.

FAZ-Redakteur Dr. Martin Hock hatte die Redaktion des :gerlachreport über den bevorstehenden Artikel informiert und sich die Hintergründe zu den Sachverhalten erklären lassen.

Dr. Martin Hock schreibt in seinem Beitrag: „Nun aber scheint sich ein Schatten auf die makellose Bilanz zu legen. Hintergrund ist ein Ermittlungsverfahren, das die Staatsanwaltschaft Hof gegen die Sensus Vermögensverwaltung eingeleitet hat. Dabei geht es laut Staatsanwalt um den Vorwurf des Betrugs in Zusammenhang mit Geldanlagen in zweistelliger Millionenhöhe. Zwar hat Sensus nicht unmittelbar mit Crowdinvesting zu tun. Doch die Inhaber Gerhard Schaller und Markus Fürst sind mittelbar auch Eigentümer zweier Gesellschaften, die jeweils über die Plattformen Zinsland beziehungsweise Bergfürst Projekte finanziert haben.“

Weiter: „Diese Firmen und Immobilienprojekte sind aber nicht Gegenstand des Verfahrens, heißt es von der Staatsanwaltschaft. Für die Plattformen ist die Situation dennoch höchst misslich. Diesen war wohl schon im Oktober 2016 nach einer Durchsuchung der Räumlichkeiten von Sensus durch die Staatsanwaltschaft der Schrecken in die Glieder gefahren. „Wir haben damals nachgehakt, und man hat uns versichert, dass es bei der Durchsuchung um einen Kunden gegangen sei“, sagt Bergfürst-Sprecherin Andrea Kummermehr.

Zinsland-Geschäftsführer Carl von Stechow betont: „Seit das Thema Staatsanwalt virulent wurde, stehen wir in einem engen Austausch mit dem Unternehmen. Wir haben seitdem ein sehr viel engeres Controlling gefahren und etwa monatlich die Kontostände und Verkaufsaktivitäten der Objektgesellschaft geprüft.“

Damit aber nicht genug: „Die umstrittene Internetpublikation „Gerlachreport“ hat sich des Themas angenommen und weitere Vorwürfe erhoben. Die gesamte Unternehmensgruppe von Schaller und Fürst sei pleite, heißt es mit Bezug auf den Durchsuchungsbeschluss vom Oktober, den die Publikation zugespielt bekommen hat. Dieser bezieht sich allerdings nicht auf die Projektgesellschaften. Ein weiterer Vorwurf des „Gerlachreports“ ist, dass die Unternehmensgruppe der Zinsland-Muttergesellschaft Civum acht Millionen Euro schulde.

Die Behauptungen werden von den Betroffenen vehement bestritten. „Das stimmt nicht, es entbehrt jeder Grundlage“, heißt es von Zinsland. „Die kennen sich noch nicht einmal.“ Und Gerhard Schaller teilt mit: „Eine Insolvenz der Sensus ist weder beantragt noch geplant.“

Vielmehr, so Schallers Rechtsanwalt Florian Hödl, habe man eine Strafanzeige wegen übler Nachrede gegen Unbekannt gestellt. Daher gegen „Unbekannt“, weil der entsprechende Artikel des „Gerlachreports“ keinen Verfassernamen trägt und die presserechtliche Verantwortlichkeit unklar sei, so Hödl. „Nach uns vorliegenden Berichten mehrerer Geschädigter wurde durch Hintermänner des ,Gerlachreports‘ mehrfach angeboten, gegen Zahlung von Beraterhonoraren für eine positive Berichterstattung Sorge zu tragen.“

Unabhängig davon, dass der :gerlachreport auf der Basis der Recherchen und Unterlagen sämtliche Behauptungen belegen kann, sind die Aussagen der Betroffenen mehr als erstaunlich:

· In einer E-Mail vom 1. Juli 2017 bestätigt Sensus-Boss Gerhard Schaller die Zahlungsverpflichtungen gegenüber Civum.

· FAZ-Redakteur Dr. Martin Hock hat am 10. Juli 2017 die Redaktion angeschrieben. Der Kontakt zu ihm fand am selben Tag statt.

· Die Aussage von „Zinsland“ oder Gerhard Schaller: „Die kennen sich noch nicht einmal“, ist falsch. Wobei im Bericht nicht erkennbar ist, wer diese Aussage getroffen haben soll.

· Rechtsanwalt Florian Hödl schießt dann aber den Vogel ab. Man habe „Strafanzeige wegen übler Nachrede gegen Unbekannt“ gestellt. Natürlich gibt es eine solche Strafanzeige nicht. Sie hätte auch, schon wegen der eindeutigen Beweislage, überhaupt keine Erfolgsaussicht. Florian Hödl hat auch noch nie die Redaktion („Unbekannt“) kontaktiert, um mögliche Unkorrektheiten richtig zu stellen. Wahrscheinlich auch, weil die Bericht korrekt sind.

· Hödl lügt dann weiter: „Nach uns vorliegenden Berichten mehrerer Geschädigter wurde durch Hintermänner des ,Gerlachreports‘ mehrfach angeboten, gegen Zahlung von Beraterhonoraren für eine positive Berichterstattung Sorge zu tragen.“

· Florian Hödl hat da wohl etwas durcheinander gebracht. :gerlachreport hat ihm daraufhin eine Kopie eines E-Mail-Verkehrs zwischen seinem Mandanten und dem eigentlichen „Medienvertreter“ zugeleitet. Die Mail vom 22. Juni 2017 liest sich so: „Sehr geehrter Herr Schaller, gerne bestätige ich Ihnen nach unserem soeben beendeten Telefongespräch, dass wir mit einer Zahlung in Höhe von 20.000 Euro Ihrerseits damit einverstanden sind!“. Und weil Gerhard Schaller knapp bei Kasse ist, heißt es weiter: „Sollten sich die Raten nicht komplett bis zum 30.6.2017 auf unseren Konten befinden…. (setzen) wir das gerichtliche Mahnverfahren fort, selbstverständlich unter medialer Begleitung. Ich bitte Sie eindringlich darum, sich an die gegebenen Versprechen zu halten, da ich ansonsten böse werde….“

Florian Hödl, vom :gerlachreport zu einer Stellungnahme gebeten, hat auf die Anfrage nicht reagiert.

Die aktuelle Berichterstattung der Frankfurter Allgemeinen Zeitung über die Affäre Sensus Vermögen

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