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Schwere Vorwürfe gegen Amazon: Zahlungsunwillig?

Der Gigant beherrscht schon mehr als 40 Prozent des deutschen Onlinehandels

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Über den Amazon Marketplace läuft ein gutes Viertel des kompletten deutschen E-Commerce im Gesamtvolumen von fast 50 Milliarden Euro

Wegen eines Technik-Fehlers wurden Tausenden Händlern auf dem Amazon Marketplace Guthaben nicht ausgezahlt. Es geht um Millionen, einige Betroffene stehen vor der Insolvenz. Nun kündigt Amazon wieder Zahlungen an. :gerlachreport hat nachgefragt: Weil Amazon angeblich einen technischen Fehler bei der Auszahlung von Guthaben nicht in den Griff bekommen hat, sind zahlreiche Händler in schwere finanzielle Probleme geraten. Nach einer Umfrage des Branchenverbands „Händlerbund“, haben einzelne Marktplatz-Händler zum Teil Außenstände von bis zu 450.000 Euro - es geht um Millionen. Oder ist das Unternehmen einfach nur „zahlungsunwillig“?

Amazon versucht seit Tagen, das Problem zu verharmlosen. Ein Sprecher sagte auf Nachfrage gegenüber dem „Handelsblatt“, Amazon arbeite „schnellstmöglich an einer Lösung“ des bereits seit Oktober bestehenden Problems. Es handele sich jedoch nur um ein „kleinen Teil an betroffenen Händlern“. Am Sonntag dann kam von Amazon der Hinweis, dass der Fehler bereits am Donnerstag behoben worden sei. „Alle Zahlungen an die betroffenen Verkäufer wurden durchgeführt“, teilte das Unternehmen mit. Allerdings dürfte es noch etwas dauern, bis das Geld überall auf den Konten der Händler eingetroffen ist.

Dass es sich nur um einen „kleinen Teil an betroffenen Händlern“ gehandelt haben soll, können die Betroffenen nicht nachvollziehen: Auf einen Aufruf des Händlerbundes meldeten sich spontan 660 Händler, 94 Prozent von ihnen waren betroffen. Im Schnitt schuldete ihnen Amazon einen Betrag von rund 22.000 Euro. Insgesamt ging es allein bei den Händlern, die an der Umfrage teilgenommen hatten, um mehr als zehn Millionen Euro. „Die Ergebnisse haben uns überrascht, da im aktuellen Fall offenbar sehr viele Amazon-Händler betroffen sind und es sich zudem um enorm hohe Beträge handelt, die über mehrere Tage nicht abgerufen werden konnten“, sagt Franziska Ulbricht vom Händlerbund, der rund 70.000, meist kleine Onlinehändler vertritt. Probleme werden auch von Händlern in Großbritannien oder Frankreich berichtet.

Die Gebühren zieht Amazon sofort ein. Gleichzeitig weigert sich das Unternehmen, die jetzt entstandenen Überziehungszinsen zu ersetzen. Offenbar waren die Probleme so groß, dass einige Unternehmen vor der Pleite standen. Wegen der hohen Reichweite von Amazon kann kaum ein kleinerer Onlinehändler auf den Verkauf über diese Plattform verzichten. Über den Amazon Marketplace läuft ein gutes Viertel des kompletten deutschen E-Commerce im Gesamtvolumen von fast 50 Milliarden Euro. Wenn man den Umsatz von Amazon über seinen eigenen Onlineshop dazurechnet, beherrscht der Gigant schon mehr als 40 Prozent des Onlinehandels in Deutschland.

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