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Sanpuro

„Da geht das Geld den Bach runter“

So wird aus Wasser wirklich kein Champagner

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Das Design und die Aufmachung sehen wirklich toll aus. Das war es dann aber auch schon

Verbraucherschützer und Anlegerschutzanwälte warnen vor dem Neusser Unternehmen Sanpuro Holding PLC. Offenbar gibt es „enge Beziehungen“ zu dem Betrugsunternehmen MDM Group. Nach vorliegenden Informationen werden jetzt Interessenten der MDM-Group von Sanpuro angeschrieben, damit Investoren und Anleger in den Wasserproduzenten investieren können.

Die Warnung: „Hände weg“ Das Geld geht den Bach runter.“ Andere sagen: „Jede Anlage bei Sanpuro macht das Geld wasserlöslich.“

Sasan Ghiassi, Vorstand der Sanpuro Holding PLC: „Wenn es um Renditeerfolg geht, ist Wasser immer häufiger das Thema, insbesondere der Premiumbereich. Auch die Entwicklung im Tourismus sendet Anlegern positive Signale. Speziell im lukrativen Luxussegment. Die Sanpuro Holding PLC hat die Zeichen erkannt und sich auf die wachsenden Märkte mit einem einzigartigen Konzept dreifach stark aufgestellt.“

Weiter: „Sanpuro, ein mit feinem Sauerstoff angereichertes Premiumwasser, ausgestattet mit besten sensorischen Eigenschaften – Kenner vergleichen es mit Champagner. Ein Mineralbrunnen mit sieben eigenen Quellen und einem Gesamtwert von über 30 Mio. EUR als eine Ressource, die nachhaltig sprudelt. Und ein 5-Sterne-Luxushotel an der gefragten Ägäisküste mit einem Jahresumsatz von 6 Mio. EUR und einem Immobilienwert von 22 Mio. EUR. Das sind die drei Säulen, die zusammen mit einer strategischen Expansion eine in dieser Form einzigartige Perspektive darstellen.“

Das Problem: Keine dieser Angaben kann tatsächlich verifiziert werden. Das Unternehmen hat 2016 in England mit einem Verlust von 1.860 Euro abgeschlossen. Oder wie die Steuerberater und Wirtschaftsprüfer Dr. Schumacher & Partner GmbH aus Düsseldorf offiziell mitteilten: „Wir haben nichts zu berichten.“

Da wundert es nicht, dass der angebliche Reichtum des Unternehmens - neben einem netten Verkaufsprospekt - wohl nur aus leeren Versprechen besteht. Am besten wasserlöslich, damit dann das investierte Geld anständig den Bach runtergehen kann.

Aber auch leere Versprechen haben ihren Reiz. So heißt es im Werbeprospekt: „Produktion und Vertrieb von Premium-Mineralwasser und der Betrieb eigener Hotelanlagen eröffnen attraktive Synergieeffekte, die in wesentlich höheren Margen als gewöhnlich resultieren. Und eine Kette der Nachhaltigkeit bilden. Dabei sind Anleger auch beteiligt an der Marke Sanpuro. Abgesichert ist die Sanpuro Holding PLC durch entsprechende Vermögenswerte aus internationalen Hotelanlagen, eigenen Mineralwasserquellen und dem operativen Geschäft der Sanpuro Vertrieb GmbH. Und durch eine starke Anlegergemeinschaft, die mit Sanpuro weiter wächst.“

Mehr noch: „Die Ausgabe von vorbörslichen Aktien bietet hohe und feste Dividenden. Die Laufzeiten sind überschaubar und garantieren Flexibilität. Ein sonst üblicher Agio entfällt. Es gibt keine Haltefrist der Aktien. Der Verkauf ist mit dem Börsengang sofort möglich. Danach profitieren Anleger zusätzlich von der steigenden Kursentwicklung. Die vorbörsliche Aktie wird zum Ausgabepreis von 4 EUR pro Stück gehandelt mit einer Dividende in Höhe von 4,25 %bei ¼-jährlicher Gutschrift, 5,25 % bei ½-jährlicher und 6,5 % bei jährlicher Gutschrift bis zum Börsengang.“

Da reizt dann auch der Blick in den deutschen Bundesanzeiger: Für das 2015 wird dort festgehalten, dass das Unternehmen keinen Euro auf dem Konto hat. Dafür aber Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen in Höhe von 955.647,98 Euro und ein Defizit in Höhe von 771.007,86 Euro. Nicht eingerechnet sind auch Verbindlichkeiten in Höhe von 545.134,47 Euro gegenüber anderen Geldgebern.

Womit dann auch dem letzten klar ist, warum jetzt so dringend Geld benötigt wird. Schulden gehen nämlich nur sehr selten den Bach runter.

Dieser Anteilschein gehört schnellstens in den Papierkorb. Und bitte kein Geld anweisen

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