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Autark

Sabine Kühn exklusiv: „Mein Leben mit dem Monster“

„Ich liebe Dich, Sabine“, schreibt das Monster in SMS-Nachrichten

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Autark-Theaterchefin Sabine Kühn über ihr Leben, ihre Ehe und die gescheiterten Geschäfte

Auch heute ist die Bitterkeit noch zu spüren, wenn Sabine Kühn über die Monate spricht, in denen sie einmal die Woche ins Gefängnis in die Schweiz gefahren ist. Morgens hin, abends zurück: mehr als 1.600 Kilometer. Im Schweizer Knast ihr Ehemann Stefan Koschate, der noch nicht Kühn hieß. „Es war eines der bestgehüteten Geheimnisse“, erzählt die Autark-Theaterchefin, „offiziell war er erst im Krankenhaus, dann in der Reha“. So wurden Mitarbeiter, Geschäftspartner, Freunde getäuscht. Nur die engste Familie hatte eine Ahnung. Der gemeinsame Sohn Maximilian blieb allein zu Hause. Wusste er, dass sein Vater im Knast saß? Sabine Kühn: „Ja, ich habe es ihm gesagt. Und ihm versprochen, dass alles gut werden würde“.

Stefan Koschate ist ein Berufsverbrecher. Charmant, gewinnend, ein Lächeln - so hat er in den vergangenen 15 Jahren die Menschen betrogen. So betrügt er auch heute noch weiter. Jetzt sind es nicht mehr Kleinanleger und Rentner. Jetzt sind es Unternehmen und gestandene Unternehmer, die er mit seinen leeren Versprechen erfolgreich umgarnt.

Woche für Woche hat er auch Sabine Kühn versprochen, dass alles besser werden würde, wenn alles überstanden sei. Es gelang ihm auch vor der Richterin in der Schweiz seinen Charme auszuspielen. Er versprach, die Schäden, die er mit seinem Betrug angerichtet hatte, wieder zu gut zu machen. Er versprach viel Geld, die Schadenssumme beläuft sich auch in der Schweiz weit jenseits der Millionengrenze. Gezahlt hat er nie.

Aber er kam frei. „Ich habe dann erkannt, dass er ein Monster ist“, sagt die Ehefrau unter Tränen, „er ist ein Lügner, ein Betrüger. Ein Berufsverbrecher“. Das neue, alte Leben des Ehepaars Sabine Kühn und Stefan Koschate machte dort weiter, wo es aufgehört hatte - im Betrug auf vielen Ebenen. „Mein Mann vögelte in der Gegend rum“, erzählt sie einem Vertrauten, „mich hat er an allen Ecken schlecht gemacht“. Viele Frauen würden weglaufen. Sabine Kühn blieb.

Denn Stefan Koschate brauchte seine Ehefrau. Zunächst musste sein arg ramponierter Name geändert werden - aus Stefan Koschate wurde Stefan Kühn. So ließ es sich dann viel besser im Markt agieren - das aktuelle Ende ist die Autark-Gruppe: Ein Millionenbetrug mit mehr als 50 Million Euro Schulden, Arreste, Zwangsvollstreckungen, Strafermittlungen in Dortmund, Siegen, Duisburg. Das Leben der Familie Kühn ist „ein Hundeleben“, wie es Sabine Kühn beschreibt.

Sabine Kühn ist eine Streßesserin. Sie ist sichtbar übergewichtig. Und mit ihrem Mann hat sie viel Streß. Gerne erzählt ihr Stefan, dass sie neben dem gemeinsamen Ehebett „immer eine Tüte Kartoffelchips für ihre Fressanfälle“ parkt. Nicht nur wegen der Krümel im Bett fehlt es an ehelichen Liebesbezeugungen. Als Sabine Kühn vor wenigen Wochen als Geschäftsführerin des Autark-Theaters-Theater am Marientor von ihrem Mann gefeuert wurde, berichtete dieser, er „habe die Scheidung eingereicht“. Einem Vertriebsmitarbeiter der Autark-Gruppe soll er als Begründung mitgeteilt haben, so Sabine Kühn, er habe „die ehelichen Körperöffnungen nicht mehr gefunden“.

Natürlich hat Stefan Kühn die Scheidung nicht eingereicht. Natürlich weiß Sabine Kühn zu viel. Und eine aufgebrachte Ehefrau kann an den falschen Stellen viel Schaden anrichten. Insbesondere dann, wenn es kein Geheimnis gibt, an dem Sabine Kühn nicht aktiv beteiligt ist. Da verzeiht sie ihm dann auch zähneknirschend seine regelmässigen Ausrutscher in fremden Betten.

Es gibt Monster, die wird man nicht los. Und es gibt Monster, gegen die man nicht kämpfen mag, weil der Kampf schon verloren ist. Und es gibt Monster, denen man erliegt: Sabine Kühn ist inzwischen wieder Theaterchefin des Autark-Theaters. Stefan Kühn lässt sich natürlich nicht scheiden: „Ich liebe Dich, Sabine“, schreibt er in SMS-Nachrichten. Und natürlich hat Sabine Kühn wieder in der Autark-Gruppe das Ruder in der Hand. Und natürlich deckt sie heute den Betrug, die leeren Versprechen ihres Mannes, das Lügenbilde mit dem Namen Autark.

Das ist Liebe. Monster-Liebe.

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