Diese Seite verwendet Cookies.

Mehr erfahren

OneCoin

Ruja Ignatova: Neue Identität kostete 300.000 Euro

Staatsanwaltschaften koordinieren jetzt die Jagd auf die OneCoin-Betrügerin

Zurück

Der dubiose und vorbestrafte Diplomat und Botschafter Stephan Welk hat über seine Kontakte in der Ukraine führenden Köpfen des Betrugsnetzwerkes OneCoin neue Pässe besorgt. Stückpreis: 300.000 Euro

Dr. Ruja Ignatova war verschwunden. Fast ein Jahr. In der Gemeinde der verlassenen OneCoin-Jünger machten Gerüchte die Runde: Sie sei ermordet worden. Bulgarische Banden und die Mafia, mit der sie eng zusammenarbeitete, habe sie entsorgt. Andere wollten wissen, dass sie sich mit den Millionen aus dem OneCoin-Betrug „einfach besetzt“ hat.

Hinter all diesen Gerüchten steckt ein Stück Wahrheit: Dr. Ruja Ignatova ist tot. Und sie hat sich mit den Millionen abgesetzt. Gezielt gestreute Desinformationen sollte die Fahnder weltweit auf die falsche Spur locken. Das hat geklappt.

Recherchen des :gerlachreport in den vergangenen Wochen und eine detaillierte Auswertung der verschiedenen Verbindungen haben jetzt die letzten Beweise erbracht: Dr. Ruja Ignatova lebt mit einem echten ukrainischen Pass unter falschem Namen. :gerlachreport kennt ihren Aufenthaltsort, darf diesen aber wegen der internationalen Fahndung nicht offiziell machen. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren. Gleich mehrere Staatsanwaltschaften in Europa wollen die Kryptohexe in ihre Hände bekommen und in den Knast stecken.

Mit dem ukrainischen Pass kann sich die OneCoin-Chefin ungehindert in ganz Europa bewegen. Für 300.000 Euro haben sie und andere OneCoin-Verantwortliche neue Papiere aus Kiew erhalten. Verkäufer: Der dubiose Becker-Betrüger Stephan Welk (:gerlachreport berichtete). Mit seinen engen Kontakten in die korrupte Ukraine war es für den angeblichen „Diplomaten“, der seine E-Mails als „Botschafter“ zeichnet, leicht, die echten falschen Papiere zu bekommen.

Zusammen mit dem Geldwäscher von OneCoin, Professor Moritz Hunzinger, wurde Mitte 2017 nach Lösungen gesucht, wie das Betrugsnetzwerk und seine führenden Köpfe vor dem Zugriff der Justiz geschützt werden könnten. Denn die Schlingen um die Hälse zogen sich zu - der Milliardenbetrug explodierte über den Köpfen der OneCoin-Ganoven um Dr. Ruja Ignatova.

PR-Profi Moritz Hunzinger und „Diplomat“ Stephan Welk nutzen dann auch die private Einladung bei der Kryptohexe für das finale Geschäft. Ein Augenzeuge zum :gerlachreport: „Hunzinger hat als einer der ersten darauf hingewiesen, dass es eine gute Lösung sei, ganz von der Bildfläche zu verschwinden.“

Aus der Idee wurde ein Plan. Geld genug war vorhanden. Die 300.000 Euro für den falschen Pass ein Kleckerbetrag: Allein Ignaotava hat nach Berechnungen mehr als eine halbe Milliarde Euro zur Seite geschafft. Der Gesamtschaden bei OneCoin/OneLife beträgt mehr als 2,5 Milliarden Euro.

Bei der Geburtstagsparty von Dr. Ruja Ignatova schmiedeten Moritz Hunzinger, Stephan Welk und die OneCoin-Betrügerin den Plan über eine neue Identität

Zurück

The next big story

Haben Sie die nächste große Geschichte?

Möchten Sie diese mit dem :gerlachreport teilen?

Wir bieten Ihnen viele Möglichkeiten, sich mit unseren Journalisten in Verbindung zu setzen und Materialien zu liefern. Kein Kommunikationssystem ist völlig sicher, aber unsere Möglichkeiten werden helfen, Ihre Anonymität zu schützen.

Bitte senden Sie keine Rückmeldungen, Story-Ideen, Pitches, Leserbriefe oder Pressemitteilungen über diese Kanäle.

Für eine allgemeinere Korrespondenz nutzen Sie bitte unsere regulären E-Mail-Adressen.

Ihr sicherer Kontakt

Neben unseren regulären E-Mail-Adressen haben wir für vertrauliche Nachrichten und Mitteilungen ein Postfach eingerichtet, das über Pretty Good Privacy (PGP) verfügt und absolut sicher ist:

redaktion.dta@protonmail.com

Bitte hinterlassen Sie auf jeden Fall eine Telefonnummer. Wir rufen Sie innerhalb kürzester Zeit zurück.

E-Mails an die Redaktion oder Chefredaktions-Adresse werden durch die Sicherheitsabteilung überprüft. Es kann vorkommen, dass für die Verifizierung des Absenders ein Personennachweis angefordert wird, wenn der Verdacht einer Identitätsfälschung vorliegt oder vorliegen könnte.

Was ist ein guter Tipp?

Ein starker News-Tipp hat mehrere Komponenten.

Die Dokumentationen oder Nachweise sind wichtig.

Spekulationen können spannend sein. Verdächtigungen oder Behauptungen, die einer Überprüfung nicht standhalten, sind es nicht.

Eine guter Nachrichten-Tipp beschreibt ein klares und verständliches Problem. Die Suche nach Hilfe, weil großer Schaden oder Leid angerichtet wurden. Falsche Verdächtigungen helfen niemandem und führen nicht zu einer Veröffentlichung.

Aber lassen Sie sich nicht abschrecken. Manchmal ist ein kleiner Hinweis das fehlende Puzzlestück in einem gesamten Themenkomplex, der von uns ohnehin bearbeitet wird. Besonders wichtig: Hinterlassen Sie bitte eine Kontakt-Telefonnummer.

Gute Tipps sind:

Hier ist ein Beweis dafür, dass in einer Behörde, Organisation oder einem Verband gemauschelt, getrickst und getäuscht wird.

Hier ist der Beweis dafür, dass Anlegergelder falsch oder illegal benutzt werden.

Hier ist der Beweis, dass betrogen, unterschlagen oder veruntreut wird.

Hier ist der Beweis für Täuschung, falsche Versprechen und üble Abzocke.

Wir kontrollieren alle Nachrichten regelmäßig, können aber nicht versprechen, dass jeder Informant umgehend eine individuelle Antwort erhält.

Sämtliche Kommunikation unterliegt der strikten Vertraulichkeit.