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Ruja Ignatova im Frauenknast: Das ist ihr neuer Tag

Jetzt ist sie in der Kloake der Menschheit angekommen - ohne OneCoin

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Frauenuntersuchunbgsgefängnis München-Stadelheim: Dr. Ruja Ignatova ist ganz unten angekommen - in der Kloake der Menschheit

Frauenuntersuchungsgefägnis München-Stadelheim: Dr. Ruja Ignatova, Chefin des Betrugsnetzwerkes OneCoin/OneLife, sitzt in der sogenannten „Transportzelle“. Hier „fahren“ die Neuen ein. Nach der Festnahme der erste Termin vor dem Haftrichter. Liegt ein Haftbefehl vor, entscheidet er, ob der vollstreckt wird oder nicht. Verdunkelungsgefahr ist bei der OneCoin-Chefin ebenso gegeben wie Fluchtgefahr. Gibt es noch keinen Haftbefehl, wird er diktiert. Die ermittelnde Staatsanwaltschaft liefert die Argumente. :gerlachreport erfuhr, dass die Staatsanwaltschaft Bielefeld federführend in den Ermittlungen gegen die OneCoin-Chefin ist. Das bedeutet: Sie wird in den nächsten Wochen von München nach Bielefeld überführt.

Ignatova, so erfuhr :gerlachreport weiter, hat nichts mehr: Keine eigene Kleidung, keine Uhr. Sie durfte einen Ehering behalten. Vom Gefängnis bekommt sie, was sie braucht: Zahnbürste, Kamm, ein Stück Seife. Sie trägt Anstaltskleidung. Schluß mit Spitzenhöschen und Maßkonfektion. Die Chanel-Tasche muss draußen bleiben. Die Anstaltskleidung ist zerschlissen, aber frisch gewaschen. Sie bekommt Bettwäsche, ein einfaches Handtuch. Teller, Napf, Besteck.

In der Transportzelle hausen sieben weitere Frauen: Kleinkriminelle, Schwerkriminelle, die auf den Weitertransport in andere Haftanstalten warten. Frauen, die für eine kurze Zeit Geldstrafen absitzen, weil sie nicht zahlen können. Es stinkt in dem Raum, der keine 25 Quadratmeter misst.

Hier ist man Niemand. Selbst der Toilettengang ist öffentlich. Wer damit rechnet, dass in den nächsten Stunden der Anwalt als Retter vorbei schaut, kann lange warten. Sein Besuch muß vom Richter, der das Verfahren führt, genehmigt werden. Wie alles. Wer Ruja Ignatova besuchen darf, ob sie in der Anstalt einkaufen darf, wieviel Geld ihr zur Verfügung steht.

Da OneCoin/OneLife eine kriminelle Organisation ist und das Geld in ihrer Tasche mit großer Wahrscheinlichkeit aus einem Verbrechen stammt, hat sie nichts, keinen Cent. Verwandte dürfen auf ein Konto einzahlen. Dann kann auch sie die überteuerten Lebensmittel und Gegenstände einkaufen, die hier zählen. Eine Packung Zigaretten vielleicht, frisches Obst, eine Flasche Coca Cola.

Der Fall von Dr. Ruja Ignatova ist so tief, dass sie sich wochenlang von dem Aufprall nicht erholen wird. Eine Stunde Rundgang und schnelle Gespräche mit Fremden. Jede hat hier ihre Geschichte. Rujas Geschichte geht so: Sie sammelte mit einem Betrugsunternehmen Millionen ein, raubte alles, was zählbar war und versprach den Himmel auf Erden. Die angebliche Kryprowährung OneCoin als neue Weltwährung. Reichtum ohne Ende.

Die Wahrheit: Knast. Selbst wenn Haftbeschwerde eingelegt wurde, wie soll argumentiert werden? Dr. Ruja Ignatova ist eine international gesuchte Kriminelle. Sie hat keinen Wohnsitz in Deutschland. Es liegen hunderte Anzeigen vor, der Schaden geht weit über 300 Millionen Euro hinaus.

Sie kann einen Deal machen. Verraten, wer die Drahtzieher im Hintergrund sind. Die politisch Verbündeten, das Organisierte Verbrechen, die Geldwäscher - aber frei kommt sie nicht. Dr. Ruja Ignatova ist in der Kloake der Menschheit angekommen. In der Untersuchungshaft ist sie nichts. Selbst um ein Stück Papier und einen Stift muss sie betteln. Sie darf schreiben, aber alles wird vom Richter gelesen. Genauso, wie jeder Brief, den sie bekommt.

Vielleicht weint sie in ihr Kissen. Vielleicht wird ihr bewusst, dass sie ihr Kind nicht mehr wiedersehen wird - jedenfalls nicht so schnell. Vielleicht denkt sie daran, sich das Leben zu nehmen - auch deshalb sitzt sie in der „Transportzelle“. Da können die anderen auf sie aufpassen.

Was sie im Knast nicht nehmen können: Die Träume. Dr. Ruja Ignatova wird keinen Traum über OneCoin mehr träumen. Freiheit ist die neue Währung. Und auch das ist, wie OneCoin keine Kryptowährung.

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