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PWB Rechtsanwälte

Großrazzia wegen Betrugs

Mandate erschlichen: Kriminelles Anwalts-Netzwerk

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Mehr als 1.600 Mandantenakten wurden sichergestellt. Philipp Wolfgang Beyer und seine Helfer dürften ihre Anwaltszulassungen verlieren

Gegen den Jenaer Rechtsanwalt Philipp Wolfgang Beyer (PWB Rechtsanwälte) wird umfassend wegen gewerbsmässigen Betrugs ermittelt. Er ist ein Anwalt, der nach derzeitigen Erkenntnissen „ein großangelegtes Betrugsnetzwerk angelegt hat, das gutgläubige Rechtssuchende in eine Abzockfalle lockt“, wie ein Ermittler gegenüber :gerlachreport ausführte.

Philipp Wolfgang Beyer ist dabei offenbar, so die Vorwürfe, „eine der treibenden Kräfte“. Im Rahmen der Großrazzia wurden in Thüringen, Sachsen, Bayern, Nordrhein-Westfalen und Hamburg 15 Büros und Wohnungen durchsucht. Bei den Einsätzen in Jena, Erfurt, Rudolstadt, Hamburg, Dresden, Köln, im Raum Erding sowie in den Kreisen Gotha und Weimarer Land waren acht Staatsanwälte im Einsatz. Sie wurden von Dutzenden Beamten der jeweiligen Landeskriminalämter und der Polizei unterstützt. Vier Terabyte Daten und mehr als 1.600 Mandantenakten in Papierform wurden sichergestellt. Die Auswertung werde voraussichtlich mehrere Monate dauern.

Die Staatsanwaltshaft Gera ermittelt wegen des Verdachts des gewerbsmäßigen Betrugs und der strafbaren Werbung. Philipp Wolfgang Beyer und zahlreiche andere Abzockanwälte sollen sich bundesweit unter falschen Angaben von mehreren Tausend betrogenen Kapitalanlegern Mandate erschlichen haben.

Staatsanwalt Martin Zschächner unterstrich in Erfurt, dass die Beschuldigten Anlegern Erfolge versprochen hatten, obwohl sie wussten, dass keine oder nur verschwindend geringe Erfolgsaussichten in den einzelnen Verfahren bestanden. Die vermeintlich unabhängigen Anlegerschutzvereine, die von den Rechtsanwälten um Philipp Wolfgang Beyer betrieben wurden, hätten die Anwälte bei ihrem Betrug unterstützt.

Mehr noch: Die Durchsetzung ihrer Ansprüche sei für die Geschädigten wirtschaftlich sinnlos gewesen, hieß es. Die Gebührenforderungen lagen zwischen 100 und 900 Euro und damit teilweise höher als die ursprünglichen Schadensummen. Die Ermittler um den Leitenden Oberstaatsanwalt Thomas Villwock gehen derzeit von rund 3.500 Fällen aus.

Betroffen seien mehrere Kapitalanlagen, darunter Inhaberschuldverschreibungen. Der Schwerpunkt der Fälle konzentriere sich auf das Jahr 2014. Wie viele Anleger tatsächlich geschädigt wurden und wie hoch der Gesamtschaden sei, sei derzeit nicht absehbar.

Die Ermittlungen seien durch mehrere Strafanzeigen gegen die Kanzlei PWB Rechtsanwälte ins Rollen gekommen.

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