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OneCoin

Polizei-Großeinsatz gegen das Betrugsnetzwerk

OneCoin/OneLife wird von Ermittlern als Organisierte Kriminalität (OK) eingestuft

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Das verlassene Büro von Dr. Ruja Ignatova: Die beamten der Staatsanwaltschaft und Polizei fanden nur einen leeren Schreibtisch vor. Die Schaltzentrale des Betrugsnetzwerkes ist jetzt lahmgelegt

In einer zweitätigen Großrazzia haben Spezialeinsatzkräfte von Europol und der bulgarischen Polizei das OneCoin-Hauptquartier in Sofia auseinandergenommen. Die Razzia fand am 17. und 18. Januar statt. Sie wurde von der bulgarischen Sonderstaatsanwaltschaft geleitet. Umfangreiche Unterlagen wurden sichergestellt, mehr als 50 Personen befragt. Das Hauptquartier des Betrugsnetzwerkes OneCoin/OneLife ist damit handlungsunfähig. Die Sonderstaatsanwaltschaft teilte auf Anfrage von :gerlachreport mit, dass es sich um eine „internationale Maßnahme handelt, die den beweis führen soll, dass es sich bei OneCoin/OneLife um ein illegales betrusgsystem handelt. Es soll auch festgestellt werden, ob es als Pyramidensystem eingestuft werden kann.“

Polizei, Europol und Staatsanwälte prüfen den Tatverdacht der Geldwäsche, die Gründung einer kriminellen Vereinigung und die Verflechtungen in der Organisierten Kriminalität (OK). Hierüber hatte :gerlachreport in den vergangenen Wochen mehrfach und umfangreich berichtet. Mitarbeiter und Redakteure waren daraufhin massiv bedroht worden. Gegen die Chefredaktion wurden Morddrohungen ausgesprochen. es gab gezielt Angriffe auf die Website vom :gerlachreport, um so die Berichterstattungen zu unterbinden.

OneCoin bezeichnet sich selbst als virtuelle Währung. Bereits im September 2016 wurde sie von der britischen Finanzaufsichtsbehörde (Financial Conduct Authority) verwarnt. In einer offiziellen Erklärung der Staatsanwaltschaft heißt es, dass Staatsanwälte und Ermittler der Ermittlungseinheit der Sonderstaatsanwaltschaft sowie Beamte der bulgarischen Direktion gegen das organisierte Verbrechen und der staatlichen Agentur für nationale Sicherheit an den internationalen Ermittlungen beteiligt waren.

Grundlage ist ein internationales Rechtshilfegesuch der Staatsanwaltschaft Bielefeld (Nordrhein-Westfalen), der bereits im Oktober 2017 eingetroffen war. In Sofia wurden hinter vorgehaltener Hand jetzt Gerüchte laut, dass das plötzliche Verschwinden der OneCoin-Gründerin Dr. Ruja Ignatova mit diesem Rechtshilfegesuch in Verbindung steht. Ignatova war über Monate von bulgarischen Behörden geschützt worden. Der bulgarische Staatspräsident Rumen Radew ist ein enger Freund der ehemaligen Krypto-Queen. Auch ihm werden direkte Verbindungen in das Organisierte Verbrechen und zu Onegin/OneLife unterstellt.

Bei der Razzia in Sofia waren auch Vertreter von Eurojust und Europol aktiv an der Vollstreckung des Gerichtsbeschlusses beteiligt, bestätigte die Staatsanwaltschaft gegenüber :gerlachreport. Die Staatsanwaltschaft Bielefeld hatte die bulgarischen Behörden aufgefordert, „auf dem Territorium Bulgariens spezifische Verfahrens- und Ermittlungsmaßnahmen gegen die bulgarische Gesellschaft One Network Services" EOOD und ihre Tochtergesellschaften, darunter zwei bulgarische Frauen mit deutscher Staatsbürgerschaft, durchzuführen.

Die Ermittler hatten den Standort der Server in Sofia und die von der internationalen kriminellen Organisation genutzten Dienstleistungsunternehmen identifiziert. Am 17. und 18. Januar 2017 wurden im Beisein von Vertretern von Europol und der deutschen Ermittlungsbehörden die Büros von One Network Services und 14 weiteren Unternehmen durchsucht. Viele wichtige Beweise wurden beschlagnahmt, einschließlich Server. Bis jetzt wurden 50 Zeugen befragt.

OneCoin Ltd. ist in den Vereinigten Arabischen Emiraten registriert und operiert über Hunderte von verbundenen Unternehmen auf vier Kontinenten, heißt es in der Erklärung. Die bulgarische Staatsanwaltschaft teilte mit, dass in Deutschland und in anderen Staaten der Vertrieb von OneCoin verboten sei. Nach Ansicht der lokalen Kontrollorgane dienen die OneCoins als Zahlungsmittel, obwohl die lokale Gesetzgebung über Zahlungsdienste umgangen wird, heißt es in der Erklärung. Es bestehe auch der Verdacht, dass organisierte kriminelle Gruppen und terroristische Organisationen über das OneCoin-Programm finanziert wurden,.

Gegenwärtig werden Unternehmen, die mit OneCoin Ltd. assoziiert sind, in England, Irland, Deutschland, Italien, den Vereinigten Staaten, Kanada, der Ukraine, Litauen, Lettland, Estland und vielen anderen Ländern untersucht. OneCoin beschrieb die gebürtige Bulgarin Dr. Ruja Ignatova als „Visionärin und Gründerin“ und war deren Geschäftsführerin.

Die Arbeitsplätze in der OneCoin/OneLife-Schaltzentrale bleiben jetzt leer: Mehr als 50 Personen wurden vernommen. Bisher hat es noch keine bestätigten Festnahmen gegeben. Damit wird aber gerechnet

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