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Performance IMC

Zwei Vorstände sitzen in U-Haft

Es geht um mehr als 60 Millionen Euro

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Zwei Vorstände der Performance IMCsitzen in Untersuchungshaft - es geht um einen Betrug von rund 60 Millionen Euro

Es dürfte einer der größten Skandale unter deutschen Vermögensverwaltern sein: Zwei Performance IMC-Vorstände sitzen bereits seit Mitte Mai in U-Haft - Betrugsverdacht. Die Vorwürfe wiegen so schwer, dass die Staatsanwaltschaft Mannheim bis heute noch keine offizielle Stellungnahme herausgegeben hat. :gerlachreport erfuhr, dass die Vorstände wegen „Verdunkelungs- und Fluchtgefahr“ einsitzt.

Die Untersuchungshaft und die Ermittlungen drehen sich um mindestens drei Fonds, deren Werthaltigkeit nicht oder nur teilweise gegeben ist. Auf gut deutsch: Das Geld der Anleger ist verschwunden. Es geht, glaubt man Insidern der Performance IMC Vermögensverwaltung „um zweistellige Millionenbeträge“. Wohin die Gelder geflossen sind und wer sie jetzt hat - alles das ist Teil der umfassenden Ermittlungen.

Bei Hausdurchsuchungen konnte „umfassendes Material sichergestellt werden“, heißt es in Ermittlerkreisen.

Die Kapitalverwaltungsgesellschaft Hauck & Aufhäuser (H&A) hatte drei Luxemburger Mischfonds eingefroren: Anleger der Fonds Diversified Strategic Asset Allocation Saphir 1 und 2 können seit dem 7. Juli keine Anteilscheine mehr zurückgeben. Auch Anteilskäufe sind nicht mehr möglich. Das gleiche gilt für den Fonds Saphir mit seinen drei Anteilsklassen A, B und C.

In der Begründung zur Schließung des Saphir 1 und 2 heißt es: „Dieser außergewöhnliche Umstand wurde notwendig, da der Verwaltungsgesellschaft Informationen vorliegen, dass die Werthaltigkeit eines Teil des Fondsvermögens möglicherweise nicht in vollem Umfang gegeben ist.“ Die Aussetzung der Anteilrücknahme sei somit „im Interesse der Anleger erforderlich“.

Hauck & Aufhäuser wollte sich auf Anfrage nicht näher zu den Hintergründen äußern. Es hieß lediglich, „derzeit sei es nicht möglich“, den konkreten Nettoinventarwert der Fonds zu berechnen. Auch die Performance IMC Vermögensverwaltung aus Mannheim wollte sich bislang nicht äußern.

Die beiden 2007 aufgelegten Fonds Saphir 1 (ISIN LU0327385166) und Saphir 2 (ISIN LU0327386214), die zusammen knapp 32 Millionen Euro verwalten, verfügen seit einigen Jahren nicht mehr über eine Zulassung zum öffentlichen Vertrieb in Deutschland, weil sie nach dem neuen Kapitalanlagegesetzbuch als alternative Investmentfonds (AIF) gelten. Privatanleger konnten diese Produkte aber nach wie vor erwerben – bis sie im Juli zugesperrt wurden. Der rund 23 Millionen Euro schwere Fonds Saphir, der 2011 aufgelegt wurde, ist zum öffentlichen Vertrieb zugelassen.

Bei einem Blick in die Struktur der Portfolios fällt auf, dass zuletzt jeweils erhebliche Mittel in Zielfonds oder Zertifikaten steckten, die von einem in der Schweiz und Liechtenstein ansässigen Verbriefungsspezialisten verwaltet werden. Dieser Asset Manager hat sich auf forderungsbesicherte Wertpapiere (ABS) spezialisiert.

Bei manchem Branchenkenner ruft allein das Schlagwort ABS gemischte Gefühle wach, schließlich gehörten solche Papiere in den USA zu den ersten, die während der Finanzkrise vor zehn Jahren unter die Räder kamen. Für die ABS-Investments der Saphir-Fonds ist allerdings nach wie vor ein tagesaktueller Kurs zu finden – offensichtlich sind die Probleme der Fonds also auf andere Anlagen zurückzuführen.

* In einer früheren Meldung hatte :gerlachreport berichtet, dass der Vorstand Muhyddin Suleiman ebenfalls in Untersuchungshaft sitzen würde. Diese Darstellung war unkorrekt. Wir bitten das Versehen zu entschuldigen.

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