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OneCoin

OneCoin steht nach eigenen Angaben vor Konkurs

Jetzt rücken auch die Drücker und Vermittler ins Fadenkreuz der Ermittler

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Der Konkurs der OneCoin-Unternehmen ist nach Einschätzung von Experten unausweichlich. Damit rücken auch die Vermittler unversehens wieder in das Fadenkreuz der Ermittler

Das Betrugsnetzwerk OneCoin/OneLife steht vor dem Konkurs. Das hat das Unternehmen in einer Stellungnahme zum Wochenanfang mitgeteilt. Fünf Tage nach dem Großeinsatz der bulgarischen Staatsanwaltschaft, Europol, Eurojus und bulgarischer Sicherheitskräfte wird jetzt das gesamte Ausmaß des Einsatzes deutlich: Danach wurde die Infrastruktur des Betrugsnetzwerkes massiv, nachhaltig und dauerhaft getroffen. Der Großeinsatz war auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft Bielefeld erfolgt. Hier laufen auch die Ermittlungen aus Österreich, Italien und der Schweiz zusammen. Wie :gerlachreport vertraulich erfuhr, wurden die Maßnahme bereits vor mehr als drei Monaten minutiös geplant und eigefädelt. Die Bielefelder Ermittler hatten dabei die führende Rolle eingenommen und Ermittler mit guten bulgarischen Sprachkenntnissen auf den Einsatz vorbereitet. Zusammen mit dem Auswärtigen Amt in Berlin und Europol wurde das bulgarische Innenministerium in die Pläne einbezogen.

Gegenüber :gerlachreport verlautete, dass „die Ermittler jetzt auf Zufallsfunde treffen, die Einblick in die weltweiten Vermittlerstrukturen und die teilnehmenden Personen geben. Insbesondere deutsche, österreichische, Schweizer und italienische Personen stehen im Visier. Damit werden die Zugriffe in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Italien erheblich vereinfacht.“

Auch die Verhaftung von Dr. Ruja Ignatova in München und ihre Abschiebung ist heute vor dem Hintergrund der damals bereits laufenden internationalen Ermittlungen entsprechend zu bewerten. :gerlachreport hatte über die Verhaftung und die Einlieferung der Krypto-Queen in ein Münchner Untersuchungsgefängnis berichtet und war deshalb wegen angeblicher Falschnachrichten kritisiert worden. Tatsächlich stimmte der Bericht. Was :gerlachreport verschwieg: Dr. Ruja Ignatova war wegen der bulgarischen Ermittlungen zurück in ihre Heimat geschickt worden. Damit war die gesamte deutsche Polizeiaktion weiterhin geschützt.

Unterdessen hat das Betrugsnetzwerk OneCoin/OneLife in einer Stellungnahme den Einsatz der internationalen Ermittler heftig kritisiert: „Die Behauptungen, dass OneCoin Geldwäsche betreibt sind nicht richtig. Das alles ist eine gut organisierte, zielgerichteten Kampagne, die darauf abzielt, unseren Ruf zu schädigen und unser Geschäft zu zerstören.“

Was OneCoin/OneLife jedoch verschweigt: Ohne die entsprechenden Beweise und bisherigen Ermittlungsergebnisse wäre es im internationalen Rahmen gar nicht möglich gewesen, eine derartige Razzia durchzuführen.

OneCoin weiter: „Die Öffentlichkeit soll wissen, dass das Unternehmen in keinem Land oder Territorium, auch nicht in der Republik Bulgarien, an kriminellen oder illegalen Aktivitäten beteiligt war. Das Unternehmen und seine Partner haben sich stets offen zur Zusammenarbeit mit Aufsichtsbehörden, Regierungsorganisationen und Medien bereit erklärt und alle Informationen zur Verfügung gestellt, die bei der Klärung von Verwechslungen oder Verdächtigungen im Zusammenhang mit ihrer Geschäftstätigkeit nützlich sind.“

Was das Betrugsnetzwerk immer noch verschweigt: Bis zum heutigen Tag kam es überhaupt nicht zur versprochenen „Zusammenarbeit“, weil im Unternehmen laufend die verantwortlichen Personen entweder verschwunden oder aber in die Illegalität abgetaucht sind. Andere Verantwortliche flüchten sich derzeit in die neue Betrugsmaschinerie von DagCoin und sind in sichere „Häfen“ abgetaucht, in denen sie auch vor Interpol nicht fürchten müssen, wenn sie die entsprechenden Beamten bestechen. Geld aus den OneCoin/OneLige-Betrügereien haben sie ja.

Das Betrugsnetzwerk OneCoin/OneLife stellt richtig fest: „Wir glauben, dass es sich um einen bewussten Angriff auf das Unternehmen OneCoin, seine Partner und die Kryptowährung OneCoin sowie auf seinen Gründer, Dr. Ruja Ignatova, handelt.“

Erstmalig wird jetzt in einer Stellungnahme des Unternehmens zugegeben, dass es sich bei dem Betrugsnetzwerk nicht um „Schulungen“ handelt, sondern um eine Kryptowährung, die demnach allen internationalen Kontrollen und Auflagen genügen muss. Richtig ist auch, dass es sich um „einen bewussten Angriff“ handelt. Nicht, um ein Unternehmen zu zerstören, sondern um Geldwäsche, illegale Finanzgeschäfte, Betrug, Steuerhinterziehung und alle anderen strafbaren Handlungen zu unterbinden. Denn Opfer sind Tausende, die den leeren Versprechungen geglaubt haben.

Und: „Um alle Zweifel an der mangelnden Transparenz von OneCoin auszuräumen, möchten wir darauf hinweisen, dass es sich hierbei um eine zentralisierte Kryptowährung handelt, die eine höhere Liquidität und weniger Volatilität mit einer langfristigen Vision und Strategie für eine stabile Entwicklung bietet, im Gegensatz zu anderen Kryptowährungen, die sich öffnen und mögliche Spekulationen von Händlern zulassen.“

Das dürfte in einer offiziellen Stellungnahme dann allen Kontrollorganen auch die rechtlichen Mittel in die geben, dem Unternehmen final das Licht auszuschalten.

Das Betrugsnetzwerk OneCoin/OneLife weiter: „Aufgrund der laufenden Ermittlungen drohen dem Unternehmen OneCoin und seinen Partnern derzeit unermessliche finanzielle Verluste. Aus den Büroräumen unserer Partner wurden unter anderem technische Geräte beschlagnahmt, die für ihren täglichen Betrieb notwendig sind, und ihr Verlust wird nicht nur zu finanziellen Schäden führen, sondern wird zum Konkurs führen.“

Die tatsächlich Verantwortlichen, die Lügner und Betrüger, die auch heute noch OneCoin/OneLife in illegalen Veranstaltungen an den Mann bringen, sind alle bekannt. Ihre Aburteilungen sind jetzt nur noch eine logische und konsequente Folge. Ein möglicher Konkurs wird ihnen dabei nicht helfen. Denn sie haben sich alle kräftig die Taschen gefüllt.

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