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OneCoin pleite: Das Ende einer aberwitzigen Idee

Wie im Krieg: Kollateralschäden finden sich überall

Die Köpfe haben gefeiert. Meistens sich selbst. Denn die Idee OneCoin ist brillant: Der Betrug hat sein definiertes Ziel erreicht

 

OneCoin ist am Ende, pleite. Der Patient ist längst beerdigt. Nur dass hat noch niemand so richtig mitbekommen. Die Verantwortlichen wissen das genau und kümmern sich längst um neue Märkte. Aber nicht, um die alten Märkte zu bedienen, sondern das Spiel unendlich fortzusetzen. Das Problem: Das Spiel ist längst zu Ende. Selbst die meisten Zuschauerränge sind schon leer. Um das zu verstehen, muss man sich mit dem System und seinen Folgen auseinandersetzen.

Das System OneCoin ist ein Schneeball-System. Andere nennen es Ponzi oder Ponzi-Scheme, aber es ist dasselbe: In einer Struktur von unten nach oben wird eine Geschäftsidee verbreitet, die unterschiedliche Verdienstmöglichkeiten bietet. Das hat auch viel mit sozialem Status, Rang und Prestige zu tun. Am Ende sollen die ganz unten für die wenigen ganz oben schuften. So ist und war es auch für OneCoin.

So verwundert es auch nicht, dass die ganz oben längst ihre Taschen gefüllt haben und das System auch für illegale Aktivitäten nutzten. Während also die ganz unten schuften, um für die ganz oben das Geld zu verdienen, entsteht ein Flaschenhals, der am Ende in die Pleite führt. Wie jetzt bei OneCoin.

 

Jeder möchte Geld verdienen

 

Jeder in der Struktur möchte Geld verdienen. So wie die ganz unten für die ganz oben Geld ranschaffen, müssen umgekehrt die ganz oben auch das Geld für die ganz unten bereit stellen. Das geschieht über ein Provision-Splitting, das im Vorwege durch Verträge festgelegt wurde. Das System kollabiert, wenn die vertraglich zugesicherten Beträge von oben nicht mehr nach unten kommen.

Genau das passiert gerade. Und deshalb ist OneCoin pleite, selbst wenn noch sporadisch Geschäfte getätigt werden. Während noch über den Sinn oder Unsinn, die angeblichen Angriffe auf OneCoin, Neider, Regularien und ähnliches in Chats und Communities geschrieben wird, hapert es, wie bei einem Auto, am Benzin. Es fehlt Geld. Und das Schlimme: Die Köpfe von OneCoin können nicht mehr bezahlen, selbst wenn sie wollten.

Die Köpfe haben inzwischen ihr wirtschaftliches Ziel erreicht. Man definiert ein Projekt, den dafür nötigen Kapitalbedarf und Ertrag und raubt den Zielmarkt entsprechend aus. Da unterscheidet sich OneCoin kaum von einem anderen Produkt aus dem Supermarkt. Noch krasser formuliert: Die Märkte in Deutschland, Österreich und der Schweiz sind leergefegt. Anleger können irgendwann nicht mehr mit falschen Versprechen, Lügen oder schlichtem Betrug abgespeist werden.

 

Der Traum ist vorbei

 

Faktum ist: Die Köpfe von OneCoin haben mehr Geld verdient, als sie jemals in ihrem Leben unter normalen Bedingungen ausgeben können. Der Gang in andere Märkte ist nur noch der Versuch, den letzten Tropfen Blut auszusaugen. Und: Das Konzept OneCoin sollte und konnte niemals funktionieren. Es ging nur darum, mit einer Idee, einem Traum vom Reichtum und Macht für Jeden ans Geld zu kommen. Das ist wie eine Lotion für alternde Haut. Niemand wird davon wieder jung und niemand wird reich und mächtig - dafür sorgen oder sorgten schon die Köpfe.

Aber selbst wenn bis jetzt noch Provisionen gezahlt werden oder wurden - die Quellen versiegen. Schon weil niemand mehr den Versprechungen glaubt. Es findet sich auf dieser Welt keine Börse, die das Betrugssystem in den Handel aufnehmen wird. Dieses Versprechen geistert seit Monaten durch die OneCoin-Gemeinde. Und so verwandeln sich Papiere mit einer Zahl darauf eben doch nicht in flatternde Geldscheine.

Dr. Ruja Ignatova und ihre Hintermänner haben ein System kreiert, das nur Leid und Tränen hinterlässt. OneCoin ist Betrug. Und es sind wie im Krieg selten die Generäle, sicher aber die Offiziere und immer die Soldaten, die sterben.

Um bei dem Bild zu bleiben: Jetzt werden Hospitäler und Versorgungsstellen für die OneCoin-Opfer benötigt. Nicht nur für das verlorene Geld. Auch für den Schaden in Familien, Freundeskreisen, bei Arbeitskollegen.

 

Um die Opfer kümmert sie niemand

 

Für jeden persönlich, der mit Engagement, Glauben, Willen und Hoffnung für die Sache OneCoin gekämpft und gestritten hat. Das sind menschliche Katastrophen und Tragödien. Jetzt gibt es den Schaden der Empfehlung. Und den Schaden an Vertrauen. Auf allen Ebenen. Und dann folgt die rechtliche Aufarbeitung. Strafverfahren, Insolvenzen, das Ende der bürgerlichen Existenz. Im Krieg werden keine Gefangenen gemacht. Das weiß auch Dr. Ruja Ignatova, die verurteilte Betrügerin.

Das Leben schreibt einfache Regeln. Die gelten auch für OneCoin. Ist das Leben gerecht? Mal ehrlich: Warum sollte es gerade jetzt anders sein?

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