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OneCoin: Kampf gegen organisiertes Verbrechen

Aus Nichts wird Doppel-Nichts.

St. Pöltens Chefanklägerin Michaela Schnell hat die zentralen österreichischen Ermittlungen im OneCoin-Betrugssystem übernommen

St. Pöltens Chefanklägerin Michaela Schnell hat die zentralen österreichischen Ermittlungen im OneCoin-Betrugssystem übernommen. Sie ist in der Alpenrepublik die vielleicht beste und wichtigste Person im Kampf gegen das Organisierte Verbrechen (OK). Die 52jährige hatte lange Zeit als Erste Staatsanwältin in Wien mit harter Hand gegen Banden, Ganoven und kriminelle Strukturen gekämpft.

OneCoin findet immer mehr Menschen, die nicht mehr für einen monatlichen Lohn arbeiten wollen“, heißt es auf der Facebook-Seite von OneCoin Austria. „Macht mit und kommt zu uns in die OneCoin-Community, um endlich finanziell unabhängig zu sein.

Die Schulungspakete des dubiosen Netzwerks OneCoin/OneLife wurden bislang in Österreich erfolgreich unter die Leute gebracht. Mit 110 Euro war man dabei. Doch wer bei diesem Multi-Level-Marketing aufsteigen will, musste das 27.500 Euro teure Paket Infinity-Trader+ kaufen.

Die Pakete beinhalten auch sogenannte Tokens, die in die angebliche Kryptowährung OneCoin umgewandelt werden können. Laut Werbevideos sollte man vor allem im Freundes- und Bekanntenkreis „Kunden“ gewinnen, diese dann als Mitglieder einschreiben und sein eigenes Team bilden. Das bringt satte Provisionen.

Bei einem Umsatz von 500.000 Euro steigt der „Trader“ in den Rang eines „Blue Diamond“ auf, bei 1,5 Millionen Euro Umsatz zum Black Diamond. Neben den mehrstufigen Provisionen gibt es eine Rolex dazu. Einer der Top-Trader im „One-Dream-Team“, der laut eigenen Angaben Provisionen von 48.000 Mitgliedern erhält. Insgesamt sollen mehr als 32.000 Österreicher bei OneCoin/OneLife eingeschrieben sein. Ein Pyramidensystem sagt die Finanzmarktaufsicht (FMA). Sie hat Michaela Schnell eingeschaltet.

Wir haben drei Anzeigen wegen des Verdachts des Betrugs, der Untreue und eines Pyramidenspiels erstattet, unter anderem gegen das Unternehmen One Network Services“, sagt FMA-Sprecher Klaus Grubelnik. Es geht um den Verdacht des Betruges und des Ketten- und Pyramidenspiels.

In Deutschland steht das OneCoin-Netzwerk im Verdacht des bandenmäßigen Betruges. Wie berichtet ermittelt die Staatsanwaltschaft Bielefeld gegen sieben Personen aus dem OneCoin-Umfeld. Es geht um zumindest 360 Millionen Euro. Die angebliche Kryptowährung OneCoin, die nicht öffentlich gehandelt werden kann, soll 2018 in Asien an die Börse gebracht werden. Dagegen laufen bereits internationale Proteste und Maßnahmen von Finanzaufsichten in Asien.

Derzeit läuft in Österreich eine fragwürdige Umtausch-Welle: Wer seine wertlosen Digital-Münzen schon jetzt in noch wertlosere OneCoin-Zertifikate wechselt, erhält doppelt so viele Anteile an dem selbst ernannten Fintech-Unternehmen mit Sitz in Bulgarien.

Das bedeutet: Aus Nichts wird Doppel-Nichts.

In St. Pölten stehen unterdessen die Haupttäter festChristian, Aron und Stefan Steinkeller. Offiziell wird das jedoch noch nicht bestätigt.

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