OneCoin: Jetzt Komplett-Verbot in Skandinavien

Täglich wird die Welt von OneCoin/OneLife kleiner

Dr. Ruja Ignatova, eine der Köpfe des Betrugssystems OneCoin/OneLife ist in Skandinavien nicht mehr erwünscht

Norwegen, Schweden, Finnland und Dänemark machen Front gegen OneCoin. Unter der Federführung von Norwegen wird in einer konzertierten Aktion ein Verbot in Skandinavien koordiniert. Damit wird auf die Weigerung der Verantwortlichen des Betrugssystems reagiert, die mehrfache Aufforderung zur Aufklärung ignoriert hatten.

Nach Recherchen der norwegischen Tageszeitung Aftonbladet (Oslo) sind derzeit „mindestens 12.000 Norweger und mehr als 75.000 Schweden im Netz des Betrugsystems OneCoin/OneLife gefangen.“ In Oslo wird die angebliche Kryptowährung nicht als Finanzdienstleistung sondern als Glücksspiel qualifiziert. Deshalb ist auch die Behörde für Glücksspiel mit der Aufklärung des Betruges in Skandinavien betraut.

Nach Einschätzung der Behörde, die :gerlachreport vorliegt, wird das Betrugssystem in der Behörde unter dem Glücksspiel-Paragrafen 16 geführt: Dabei handelt es sich um das Verbot von „Pyramidensystemen und pyramidenartigen Vertriebssystemen“. In genau diese Kategorie fällt OneCoin/OneLife.

Gegenüber „Aftonbladet“ und :gerlachreport bestätigte die Behörde: „Wir erhielten eine relativ große Anzahl von Anfragen in Form von Tipps und Fragen von Privatpersonen, anderen Behörden und den Medien, die Details über OneCoin/OneLife haben wollten. Da mussten wir eingreifen.“

In Oslo wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass auch die norwegische Regierung von „anderen europäischen Regierungen über die illegalen Aktivitäten des angeblichen Krypta-Netzwerkes informiert wurden“. Und: „Wir haben auch aktuelle Erkenntnisse von der letzten großen Veranstaltung in Macau erhalten und werten diese Daten derzeit noch aus.

:gerlachreport hatte mehrfach über die Ermittlungen berichtet und als erstes Medium auf die breit angelegten Polizeiaktionen, die international koordiniert worden sind, verwiesen. Diese Daten werden jetzt, soweit es Skandinavien betrifft, in Oslo ausgewertet.

Die Behörde hat auch die zentrale Arbeit für die anderen skandinavischen Länder Schweden, Finnland und Dänemark übernommen: „Wir können bestätigen, dass wir hier eine beratende Führungsposition eingenommen haben und unsere befreundeten Staaten unserem Vorbild folgen wollen.

Auch in Skandinavien hat das Betrugsunternehmen OneCoin/OneLife vehement bestritten, „ein Pyramidensystem zu sein“. Dennoch haben in Norwegen die Banken aufgrund der vorliegenden Erkenntnisse und Ermittlungen Überweisungen an Onelife verweigert: Die Behörde bestätigte, dass „mehrere norwegische Banken eine Anfrage gestellt haben, ob das Geschäft legitim ist“. Daraufhin wurde auch die Finanzaufsicht Norwegens eingeschaltet.

Die Entscheidung: Alle großen Banken des Landes haben einheitlich Überweisungen an das System OneCoin/OneLife abgelehnt. Bekanntlich wechselt das Betrugssystem seine Konten wie andere ihre Unterwäsche. Hierbei haben sie sich auf den betreffenden Schutzparagrafen gegen Pyramidensysteme berufen und die Kunden entsprechend informiert. Weil die Banken jedoch nicht grundlos in das Vermögen ihrer Kunden eingreifen dürfen, wurde jetzt die Entscheidung der Finanzaufsicht begrüßt, die OneCoin/OneLife als Betrug eingestuft haben und finanzielle Transaktionen untersagen.

:gerlachreport erfuhr aus Kopenhagen und Stockholm, dass dort analog gehandelt werden soll. Helsinki will in den nächsten Tagen „eine abschließende Entscheidung“ treffen. Dort wird auch darüber nachgedacht, sämtliche bisherigen Transaktionen auch „unter den Gesichtspunkten des gewerbsmässigen Betruges zu bewerten und die Personen, die Zahlungen geleistet und empfangen haben, zu überprüfen.

Das ist dann das Ende von OneCoin/OneLife in Skandinavien und deckt sich mit den Feststellungen der Staatsanwaltschaften in Deutschland.

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