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OneCoin: Die versteckte Polizeiaktion in Macau

Der Gegenwind für OneCoin erreicht Sturmstärke

Dr. Ruja Ignatova ließ sich in Macau wie ein Superstar feiern. Die Betrügerin hatte aber schlechte Nachrichten: Vor 2018 passiert bei OneCoin wenig

Aus vertraulichen Unterlagen und Protokollen, die :gerlachreport vorliegen, ergeben sich völlig neue Fakten und Hintergründe zum OneCoin-Spektakel in Macau: Knapp eine Woche vor der Veranstaltung hatten chinesische Sicherheitsbehörden veranlasst, dass die in Macau geplante Groß-Veranstaltung verboten wird. :gerlachreport hatte darüber exklusiv berichtet. Was wir verschwiegen haben: Das Verbot bedeutete keineswegs, dass die Veranstaltung nicht stattfinden sollte. Tatsächlich bildet ein solches Verbot erst die Grundlage für weitreichende polizeiliche Maßnahmen. Ohne ein solches Verbot ist es gar nicht möglich, die weitreichenden Maßnahmen und Ermittlungen zu starten.

:gerlachreport hatte bereits am 1. Mai in Absprache die Geschichte: „OneCoin - Macau-Polizei will Führung verhaften“ veröffentlicht. Damit sollten zunächst alle abgeschreckt werden, die ohnehin in ihren einzelnen Ländern unter Beobachtung stehen. Gleichzeitig sollten aber durch die stattfindende Veranstaltung „neue Erkenntnisse über die Veränderungen in der Führungsstruktur von OneCoin geschaffen werden, um einen aktuellen Überblick über die Organisierte Kriminalität in diesem Betrugssystem zu gewinnen“.

Der Überblick konnte geschaffen werden: Jeder Teilnehmer wurde über verschiedene Systeme fotografiert und katalogisiert. Jedes Foto wurde dann über eine eigens geschriebene Software mit aktuellen Fahndungslisten abgeglichen. Diese Daten wurden auch mit den Einreisedokumenten verglichen und in eine internationale OneCoin-Datei eingepflegt, die ab sofort allen Ermittlungsbehörden zur Verfügung steht. Diese Datei wird jetzt unterschiedlichen Polizeidienststellen und Ermittlungsbehörden zum Abgleich übergeben.

Es ist ein sehr gutes Beispiel für international funktionierende Zusammenarbeit bei den Ermittlungen“, hieß es gegenüber :gerlachreport. Denn die Veranstaltung hat ergeben, dass „der Markt in Europa abgefrühstückt ist“.

Mehr als 5.000 Personen sind durch die Sicherheit- und Ermittlungsbeamten erfasst und registriert worden.

 

Tiefe Einblicke in die Strukturen und Märkte von OneCoin konnten während der Veranstaltung in den unterschiedlichen Präsentationen gewonnen werden. Hier deutlich zu sehen: Die USA, Finnland, Schweden und Deutschland sind rot - Totalverbot für OneCoin. Selbst bei der Präsentation wurde kräftig gelogen: Die Karte ist nämlich nicht aktuell.

 

Tausende Investoren in Europa bekommen kein Geld

 

Das Ende für den europäischen Markt bedeutet: Die vielen tausend Investoren in Europa bekommen kein Geld. Angeblich soll jetzt über Asien der lange angekündigte Börsengang stattfinden. Die Märkte in Indien und China gelten als wichtige Nagelprobe für das kriminelle Ponzi-Scheme. Der Betrug von OneCoin kann nur noch über Masse fortgesetzt werden, weil sonst die gesamte Struktur zusammenbricht.

Im deutschsprachigen Raum stehen Millionenbeträge offen und werden von den Verantwortlichen des OneCoin-Verbrechersyndikats um Dr. Ruja Ignatova nicht bezahlt.

In Sofia und Dubai sind offenbar die Kassen leer. Selbst wenn nach wie vor Millionen täglich eingesammelt werden, „so reicht dieses Geld nicht annähern, um die Zahlungsverpflichtungen tatsächlich zu erfüllen“, berichtet ein Insider aus Dubai gegenüber :gerlachreport.

Anfang Mai wurde die chinesische Regierung in einer verdeckten Aktion von mehreren Staaten gebeten, die „Veranstaltung in Macau wegen laufender Ermittlungen durchzuführen und die Grundlage für weitreichende Oberservierungen“ zu schaffen. Sicherheitsabteilungen aus Indien und verschiedenen asiatischen Staaten wollen kurzfristig das Betrugssystem von OneCoin verbieten.

Die Ermittler haben durch die Präsentationen und Vorträge in Macau entscheidende Informationen erhalten. In einem Protokoll heißt es: „Es gab rund um die Veranstaltung mehrere Venues und Treffen. Die Informationen, die wir dort sammeln konnten, werden jetzt ausgewertet und gesichtet. Sie geben uns die Möglichkeit entsprechend zu reagieren“.

Und: „Sie zeigen aber, dass es bei OneCoin zu einem Strategiewechsel gekommen ist oder kommt, weil der internationale Gegenwind Sturmstärke erreicht“.

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