OneCoin: Die Märchen der Räuberbraut Ruja

Dr. Ruja Ignatova: Und so etwas erfindet OneCoin?

Dr. Ruja Ignatova als Verfechterin von OneCoin. Tatsächlich steckt sie in der Mafia-Falle

Dr. Ruja Ignatova steckt in der Mafia-Falle: Die angebliche „Erfinderin“ des OneCoin-Betrugskonzeptes hat sich verpflichtet, ihren Namen und ihr Gesicht für das internationale Organisierte Verbrechen zur Verfügung zu stellen. In Gegenzug wurden Unterlagen und belastendes Material bewusst zurückgehalten, damit die OneCoin-Gallionsfigur nicht ins Gefängnis musste. Mit einer Verurteilung wäre bereits im April 2016 das gesamte Betrugssystem OneCoin zusammengebrochen. Mit mehr als 400 Millionen Euro Schaden gehört OneCoin zu den größten Pleiten in diesem Jahr. Mehr als 25.000 Anleger sind betroffen. Insbesondere die Hinternämmer des Multi-Level-Marketing (MLM) werden gesucht. Ihre Namen sind bekannt. Mehrere Schwerpunkt-Staatsanwaltschaften haben die Ermittlungen aufgenommen. Interpol hat zudem Dr. Ruja Ignatova zur Fahndung ausgeschrieben.

:gerlachreport hatte in den vergangenen Tagen in Ansprache die Existenz der angeblichen OneCoin-Erfinderin infrage gestellt. Zu diesem Zeitpunkt war bereits klar, dass Ruja Ignatova ihre juristische Dissertation mit dem Titel: „Art. 5 Nr. 1 EuGVO – Chancen und Perspektiven der Reform des Gerichtsstands am Erfüllungsort“ an der Uni Konstanz erfolgreich abgeliefert hatte. Gleichzeitig stellte sich die Frage, was die Juristin in einem Betrugssystem OneCoin tatsächlich für eine Rolle spielt.

Dadurch war es möglich, dass zahlreiche Leserinnen und Leser mit ihren Zuschriften an die Redaktion einen wesentlichen Beitrag zur weiteren Ermittlung leisten konnten. So ist jetzt bekannt, dass sich die Gallionsfigur Ignatova in Dubai aufhält - Interpol ist entsprechend informiert, das Innenministerium des Staates eingeschaltet.

 

Das Gusswerk Waltenhofen war eine exzellente Möglichkeit Gelder zu waschen. Am Ende verloren 100 Familien ihr Einkommen und die angebliche OneCoin-Erfinderin kam bei Gericht mit einer Bewährungsstrafe davon - schlicht, weil Staatsanwaltschaft und Amtsrichterin Elke Bethge nicht clever genug waren.

 

Dr. Ruja Ignatova ist eine Kriminelle. Als Teil eines osteuropäischen Mafia-Netzwerkes hatten sie und ihr Vater das Gusswerk Waltenhofen im Oberallgäu zunächst übernommen und dann bewusst in die Pleite geführt. Das Unternehmen wurde für gezielte Geldwäsche genutzt. Das Gusswerk Waltenhofen fertigte seit 1947 hochwertige Gussteile für den Werkzeug- und Maschinenbau, sowie die Automobilindustrie. Nach einer Insolvenz im Jahre 2009 traten Dr. Ruja Ignatova und deren Vater Plamen Ignatov als Retter auf und kauften mit Mafia-Geldern das Unternehmen.

Im Januar 2012 wurden von der Belegschaft jedoch Vorbereitungen zum Abtransport von wertvollen Maschinen nach Bulgarien festgestellt. Am 13. Januar 2012 verkauften die Ignatovs die Firma an einen Strohmann, der vier Tage später Insolvenz anmeldete. Angeblich wußte er um die wahre Lage der Firma nicht Bescheid. Nach zwei Wochen ging er in Urlaub und tauchte seither nie wieder auf. Über drei Jahre nach der Pleite des Waltenhofener Unternehmens wurden Dr. Ruja Ignatova und deren Vater Plamen Ignatov vor dem Amtsgericht in Augsburg verurteil: Ein Jahr und zwei Monate auf Bewährung. Dazu eine Geldstrafe von 18.000 Euro an den Staat. Der ebenfalls angeklagte Vater erhielt einen Strafbefehl über 12.000 Euro. Er nahm wegen einer angeblichen Krankheit nicht am Verfahren teil.

Vertreter von Staatsanwaltschaft, Verteidigung und Gericht trafen eine Absprache: eine Strafe zwischen einem Jahr und zwei Monaten sowie einem Jahr und zehn Monaten, wenn die 35-jährige Angeklagte gesteht. Sie gestand. Heute wissen wir, dass das alles nur Theater war und das Amtsgericht in Augsburg kräftig verschaukelt wurde. Ebenso die Staatsanwaltschaft, die jetzt prüfen muss, ob die zur Bewährung ausgesprochene Strafe widerrufen werden muss.

Für sie und ihren Vater ging es letztlich um Insolvenzverschleppung, 24 Fälle des Betrugs von Lieferanten sowie um Verletzung der Buchhaltungspflicht. Vorenthalten und Veruntreuen von Arbeitsentgelt waren ebenfalls Bestandteil der Anklage. Bei knapp 430.000 Euro lag der Schaden, der Lieferanten entstand. Nur für sich selbst und weitere von ihnen im Ausland geführte Firmen zahlten sie die Rechnungen. Beispielsweise für Beratertätigkeiten. Das Gericht und die Staatsanwaltschaft hatten nicht erkannt, was dort für ein dicker Fisch in in ihren Netzen saß.

Vor Gericht wurde dann auch ein Stück „wahre“ Ruja sichtbar: Die gebürtige Bulgarin kam mit ihrer Familie 1990 zunächst in den Schwarzwald. Nach dem Studium der Rechts- und Wirtschaftswissenschaften arbeitete sie für eine Unternehmensberatung. Im Frühjahr 2010 kaufte sie das Gusswerk, dem sie anfangs gute Chancen eingeräumt habe. Doch als die finanziellen Probleme kamen, sei ihr die Sache „schlicht über den Kopf gewachsen“. Im Januar 2012 war das Gusswerk endgültig pleite. 80 Mitarbeiter verloren ihre Jobs.

Und so etwas erfindet OneCoin?

Nach der Pleite floh Dr. Ruja Ignatova nach London zu ihrem angeblich damaligen Ehemann, von dem sie heute getrennt ist. Aktuell, so ließ ihr Anwalt verlauten, lebt sie von 3500 Euro netto im Monat in Dubai, wo sie angeblich Existenzgründer berät.

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