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OneCoin

Die Geldwaschanlage As Sabur Global

Der Video-Beweis: Die Schande der OneCoin-Betrüger

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Statt Menschlichkeit regiert bei OneCoin der Zynismus

Irgendwo in dem Video steht der Junge, richtet den Blick in den Himmel, breitet die Arme aus. Wenn er die Wahrheit wüsste, würde er rufen: Rettet mich vor diesen Ganoven!

Es sind die Kinder, die Hilflosen, die Armen, die Verlorenen dieser Welt, die sich nicht wehren können. Nicht gegen Kriege, nicht gegen die Armut, den Hunger, die Krankheiten. Und auch nicht gegen das Betrugsnetzwerk OneCoin/Onelife. Sie haben keine Chance gegen den Zynismus einer Dr. Ruja Ignatova und ihrer kriminellen Bande. Sie haben dem zur Schau gestellten Missbrauch nichts entgegenzusetzen.

Die Gutmenschen vom Betrugsnetzwerk OneCoin/OneLife lassen wirklich keine Peinlichkeit aus - keines dieser Projekte findet tatsächlich statt. Alles ist nur eine Fälschung

9. März 2017: Beim englischen Handelsregister wird die As-Sabur Global Limited eingetragen. 27 Seiten ist das Gründungsdokument dick. Entscheidend sind eigentlich nur wenige Punkte:

· Das Unternehmen wird als „Private Company Limited By Gurantee“ gegründet. Das bedeutet, es wird kein Stammkapital gebildet und die Mitglieder besitzen keine Anteile an der Gesellschaft. Sie geben die Garantie ab, im Falle der Insolvenz der Gesellschaft für die Verbindlichkeiten der Gesellschaft zu haften.

· Director wird der 45jährige Mohammed Aklim Saleh Ahmed Uddin aus Ilford. Die vielen Namen sind wichtig, weil er so weltweit unter „verschiedenen“ Namen Konten eröffnen kann: Mohammed Uddin, Aklim Uddin, Saleh Uddin oder Ahmed Uddin. Aber auch Mo Saleh Ahmed oder Saleh Uddin Ahmed geht. Insgesamt sind 25 Namensschöpfungen möglich - wenn das ausreicht. Das ist für die Zukunft der Geldwaschanlage von elementarer Bedeutung.

· Der Mann mit den vielen Namen lässt sich schon bei Gründung als „PSC“ eintragen. Das steht für „Persons with Significant Control“, auf gut deutsch: Dieser Mann ist der Boss.

· In der Gründungsunterlage wird festgehalten: „The person holds, directly or indirectly, 75% or more of the voting right in the company“ - Die Person hält 75 oder mehr Prozent der Stimmrechte im Unternehmen.

· Damit ist aber die As-Sabur Global Limited kein Unternehmen mehr, das als „Private Company Limited by Guarantee“ fungieren kann. Bei dieser Firmenform, die gerne für „Non Profit“-Organisationen verwendet wird, dürfen die Mitglieder keine Anteile an der Gesellschaft halten - insbesondere keine Stimmrechtsanteile.

· Weil Mohammed Aklim Saleh Ahmed Uddin ein solcher Gutmensch ist, hat er dann auch schriftlich festgelegt, dass er für alle Schulden, Verpflichtungen, Aufwendungen, schlicht für alle Verbindlichkeiten aufkommen wird. Mit einem Pfund, umgerechnet 1,12 Euro, geht er in die Haftung. Mehr nicht. Das ist es.

Wie eine angeblich weltweit operierende Hilfsorganisation, derartig üppig finanziell ausgestattet, erfolgreich arbeiten will, bleibt eines der am besten gehüteten Geheimnisse. Tatsächlich handelt es sich um eine Operation, die am Ende, sollte der Schwindel auffliegen, eben die Haftung auf ein Pfund reduzieren hilft. Zumindest auf dem Papier.

All diese Punkte haben die englischen Kontrolleure auf den Plan gerufen. Nicht nur die Regulierungsbehörde für Hilfsorganisationen oder Organisationen und Verbände, deren Hauptziel die Nächstenliebe ist.

Im Betrugsnetzwerk OneCoin/OneLife gibt es es keine Nächstenliebe. Warum also sollte es überhaupt eine derartige Organisation geben? Simple Antwort der britischen Kontrolleure: Bei dem Unternehmen handelt es sich „um eine Geldwaschanlage“.

Und so verwundert es nicht, dass bei dem offiziellen Video der Geldwaschanlage alle entscheidenden Köpfe des kriminellen Netzwerkes zu sehen sind. Es ist ein Panoptikum von Betrügern, Abzockern, Kriminellen und international gesuchten Ganoven, die heute das Rückgrat des Betrugsnetzwerkes OneCoin/OneLife bilden.

As-Sabur Global-Chef Mo Saleh Ahmed (oder wie auch immer) ist übrigens selbst ein bedeutender OneCoin-Ganove. Immerhin hat er den Rang einen diamantenen Ober-Abzockers. Geldwäsche ist also sein ureigenstes Interesse.

Ekelhaft ist, dass sich die Kinder, denen angeblich geholfen wird oder geholfen werden soll, vor einer derartigen menschenverachtenden Ausbeutung nicht wehren können. Von den rund 3,5 Millionen Mitgliedern werden viele für die angebliche Hilfsorganisation gespendet haben - auch dieses Geld dürfte in den Taschen der Ignatova & Co. verschwunden sein.

Wir wollen auch nicht die Blinden vergessen. Die Tauben. Die Behinderten. Die Alten, die ein Heim suchen. Die Frauen, die von Ehemännern geschlagen werden. Alle, die das Leid der Welt auf ihren Schultern tragen. Die Waisenkinder natürlich. Opfer von Ausbeutung, Menschenhandel und anderen Gräueltaten - sie alle finden offiziell bei As-Sabur Global ein Zuhause.

Inoffiziell kümmern sich die OneCoin/OneLife-Ganoven einen Dreck um diese Menschen.

Das offizielle Gründungsdokument von As-Sabur Global

AsSaburGlobal.pdf (862,4 KiB)

Der Betrug wird durch Blindtext ausgedrückt

Dieser Blindtext steht wirklich bei den Projektbeschreibungen: Lorem Ipsum is simply dummy text of the printing and typesetting industry. Lorem Ipsum has been the industry’s standard dummy text ever since the 1500s, when an unknown printer

Beim englischen Handelsregister ist das Unternehmen mit der Nummer 10661220 auf alle Fälle dauerhaft vor der Steuer sicher: Die Abgabe der ersten Steuererklärung muss bis zum 9. Dezember 2018 erfolgt sein. Wer sich jetzt aber mit dem englischen Körperschaftsrecht ein wenig auskennt, weiß, wie man um jede Erklärung herum kommt. Anfang Dezember 2018 wird das Unternehmen einfach eingestellt. Das geht ganz form- und problemlos.

Dann wird ein neues Unternehmen gegründet. Das nennen wir dann beispielsweise AssAbur Global Limited. Selber Auftritt, selbes Logo. Zwei Jahre später wird dann hier die Steuererklärung fällig. Das Spiel kann man legal unendlich fortsetzen.

Niemand wird jemals erfahren, was sich hinter den verschlossenen Türen im Namen der angeblichen Menschlichkeit, der Nächstenliebe und der Fürsorge tatsächlich abspielt. Das ekelhafte Spiel von OneCoin/OneLife kann nur unterbunden werden, wenn staatliche Organe international eingreifen.

Genau damit hat die britische Regierung jetzt begonnen. Die Spur der Gelder dürfte aber längst nicht mehr heiß sein.

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