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OneCoin

„Das ist Geldwäsche in großem Stil“

So blauäugig sind die Verbraucherschützer

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Wer Schwarzgeld bei OneCoin/OneLife investiert hat kann sein Geld komplett abschreiben

Das Europäische Verbraucherzentrum (EVZ) hat jetzt bestätigt, dass das Betrugsnetzwerk OneCoin/OneLife „Geldwäsche in großem Stil betreibt“. Das berichtet aktuell auch die „Südtiroler Tageszeitung“. Sie kommt zu dem Schluss: „Nach der Millionen-Strafe gegen OneCoin und der Feststellung eines Pyramidensystems müssen die Mitglieder um ihr investiertes Geld bangen“.

Rebecca Berto, Mitarbeiterin des Europäischen Verbraucherzentrums (EVZ) in Bozen: „Nachdem die Wettbewerbsbehörde jetzt ihre Ermittlungen gegen OneCoin abgeschlossen und Strafen verhängt hat, beginnt die interessante Arbeit erst so richtig. Denn die Verbraucher müssen schauen, ob und wie sie ihr Geld zurückbekommen können“.

Die kriminellen Mitarbeiter und Strukturen der inzwischen flüchtigen Steinkeller-Brüder haben nicht nur in Südtirol eine Spur der finanziellen Verwüstungen hinterlassen: Tausende sind nach Schätzungen der EVZ allein im Norden Italiens und Österreich auf die leeren Versprechen reingefallen. Schlimm: Auch heute noch werden Anleger und Investoren „ausgenommen wie die Weihnachtsgänse“, wie es in einer Mail an den :gerlachreport heißt.

Die EVZ weiß: Wer Geld in die wertlosen OneCoins gesteckt hat, weil ihn die Aussicht auf eine hohe Wertsteigerung verlockt hat, muss sich nun vor einem Totalausfall fürchten. Weltweit gehen die Behörden gegen das Milliarden-Geschäft OneCoin vor – gegen nahezu alle Verantwortlichen laufen Ermittlungen wegen Betrugsverdacht. Allein in Deutschland sind Verfahren bei dutzenden Staatsanwaltschaften anhängig.

Die italienische Wettbewerbsbehörde AGCM hat mit einer Strafe in Höhe von 2,58 Millionen Euro gegen OneCoin-Firmen (und jeweils 5.000 Euro gegen drei Betreiber von OneCoin-Werbeseiten) jetzt für einen neuen Meilenstein gesorgt, wie die Südtiroler Tageszeitung weiter berichtet: Nach monatelangen Ermittlungen ist die AGCM zum Schluss gekommen, dass es sich bei OneCoin um ein Pyramidensystem handelt.

„In Wirklichkeit war die Kryptowährung OneCoin der Deckmantel für ein System, dessen ausschließliches Ziel die Aufnahme neuer Konsumenten war“, heißt es im Ermittlungsbericht. Mit der bekanntesten Kryptowährung Bitcoin sei OneCoin keineswegs zu vergleichen.

Für Südtirol ist der Fall OneCoin besonders brisant. Viele Südtiroler unter der Leitung der kriminellen Brüder Christian, Aron und Stephan Steinkeller bauten sich ein internationales „hochkriminelles“ Netzwerk auf und verdienten laut OneCoin hohe sechsstellige Dollar-Beträge – pro Monat. Heute wird das Geschäft von dem nicht weniger kriminellen Stefan Liback geführt, der immer noch Provisionen an die Steinkellers bezahlen muss, weil er die Netzwerke übernommen hat

Die Millionen flossen über das mehrstufiges Bonus-System des Betrugsnetzwerkes OneCoin/OneLife bei der Anwerbung neuer Mitglieder. Die Südtiroler Tageszeitung: „Auch viele andere Südtiroler, die fleißig beim Anwerben waren, verdienten bares Geld. Der Großteil aber könnte durch die Finger schauen und auf der digitalen Währung sitzen bleiben. Mit OneCoins kann man im Gegensatz zu Bitcoins nämlich so gut wie gar nichts anfangen. Da nützt es auch wenig, wenn die OneCoins virtuell an Wert gewonnen haben“.

Ein Kommentar auf der Facebook-Seite der Tageszeitung spricht Bände: „Mich interessiert, ob mein Geld nun weg ist und wie ich ohne Hilfe meines Sponsors rankomme. Er antwortet nicht und ich habe keine Ahnung von dem Zeug. Habe es damals nur ihm zuliebe gemacht.“

Die EVZ: „Sie sollten bei demjenigen, der sie in das System hineingezogen hat – also beim Promotor bzw. Sponsor – das Geld zurückfordern, indem sie ein Schreiben verfassen. Eine Kopie davon sollte auch an den OneCoin-Sitz in Bulgarien geschickt werden. Das Schreiben sollte Informationen über den Tag der Anwerbung, die überwiesene Summe und das entsprechende Konto enthalten“, erklärt Rebecca Berto.

Dieser rat ist natürlich an Blauäugigkeit nicht zu überbieten. Jeder weiß, dass das Büro in Bulgarien von den kriminellen Helfern der in Deutschland zu Gefängnis verurteilten OneCoin-Erfinderin Dr. Ruja Ignatova ist. Unterlagen belegen, dass sie die Gelder von Anlegern und Investoren in private Millionenprojekte investiert haben - viele Spuren sind inzwischen verwischt. Die Gelder liegen auf versteckten ausländischen Konten, die in dem Betrugsnetzwerk international aufgebaut worden sind.

Die EVZ hat inzwischen bestätigt, dass OneCoin auch „ein Geldwäschesystem in großem Stil ist“. tatsächlich, so haben die Verbraucherschützer in Bozen festgestellt, sind Millionen an Schwarzgeldern investiert worden - teilweise mit Wissen der OneCoin-Betrüger. Diese Schwarzgelder sind komplett verloren - denn Quittungen gibt es für die Transaktionen nicht.

Bestes Beispiel sind die Enthüllungen der deutschen Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin): Im Auftrag von OneCoin ließ sich eine Firma das Geld von Anlegern „auf wechselnde Bankkonten bei verschiedenen Kreditinstituten überweisen und leitete die Gelder an Dritte insbesondere auch außerhalb Deutschlands weiter.“ Zwischen Dezember 2015 und Dezember 2016 wurden rund 360 Millionen Euro angenommen. Nur 29 Millionen liegen noch auf den Konten, die die BaFin eingefroren hat.

„Eine Chance, sein Geld zurückzubekommen, bietet sich wohl nur dann, wenn die Bankbewegungen rekonstruiert werden können. Da braucht es aber wirklich Geduld und Hartnäckigkeit. Eventuell könnte man bei seiner Bank fragen, ob das Konto, auf das man sein Geld überwiesen hat, noch offen ist“, sagt Rebecca Berto.

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