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OneCoin

Chefin steht auf der Fahndungsliste

In Indien ist Ignatova jetzt schon die „Ponzi-Queen“

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Dr. Ruj Ignatova bei ihrer vielleicht letzten Geburtstagsfeier in Freiheit: Manchmal führt auch ein Umweg über Indien in die richtige Richtung. Jetzt ist die Ponzi-Queen weltweit zur Fahndung ausgeschrieben

Die in Deutschland zu einer Haftstrafe verurteilte Chefin des Betrugsnetzwerkes OneCoin/OneLife, Dr. Ruja Ignatova, wird jetzt auch mit internationalem Haftbefehl gesucht. Auslöser sind offenbar die Ermittlungen in Indien. Das Land nimmt derzeit eine Vorreiterrolle im Kampf gegen den Betrug ein. Nachdem in Indien bereits rund zwei Dutzend Personen festgesetzt worden sind, wurde jetzt auch die Chefin Dr. Ruja Ignatova zur Fahndung ausgeschrieben.

Die Ausschreibung zu Fahndung ist gleichbedeutend mit einem internationalen Haftbefehl. Das wurde gegenüber :gerlachreport in Mumbai bestätigt. Die vom Betrugsnetzwerk OneCoin/OneLife angerichtete Schadenssumme beträgt in Indien bereits mehr als 750 Millionen indische Rupien, umgerechnet annähern 12 Millionen US-Dollar. Bei einem indischen Pro-Kopf-Einkommen von rund 6.000 Dollar pro Jahr eine fast unvorstellbare Summe.

Erst Mitte Juni hatte die indische Polizei nach Hinweisen und mit Unterlagen vom :gerlachreport auch die Ermittlungen gegen den OneCoin/OneLife-„Ambassador“ Kari Wahlroos aufgenommen, der in Indien auftreten sollte, sich dann aber nicht über die Grenze traute.

Indien wurde von OneCoin/OneLife nach derzeitigen Erkenntnissen massiv „für Geldwäsche“ genutzt. Die jetzt inhaftierten OneCoin-Vertriebler hatten hunderte unterschiedlicher Konten genutzt und die eigentlichen Kontenbesitzer mit „ein paar Rupien“ bezahlt.

Sechs führende indische Mitarbeiter des Betrugsnetzwerkes haben im Rahmen ihrer Vernehmungen „umfassende Aussagen über die Hintermänner und führenden Personen bei OneCoin/OneLife gemacht“. So kam es jetzt auch zur Fahndung nach Dr. Ruja Ignatova.

Offiziell wird das Geschäft als „Ponzi Scheme“ eingestuft. Im englischen Rechtsgebrauch wird hierunter eine besondere Form des Betruges definiert: Hauptsächlicher Unterschied ist, dass bei einem Schneeballsystem dem „Kunden“ die Quelle der Gewinnausschüttung bekannt ist (er wirbt sie selbst an), die Urheber des Systems sind ihm aber unbekannt. Hingegen ist beim Ponzi-Schema der Urheber des Systems jedem „Kunden“ bekannt, während ihm die Quelle der Gewinnausschüttungen verschleiert wird.

Dr. Ruja Ignatova ist zumindest jetzt schon in Indien die „Ponzi-Queen“.

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