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OneCoin

Betrugssystem ist endgültig am Ende

Ein Kommentar von Chefredakteur Jan Faber

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Betrogene Anleger und Investoren sollten sich die Köpfe schnappen: Federspiel, Paulick, Ignatova - sie werden ihre Strafe bekommen. Das steht jetzt schon so fest, wie das Amen in der Kirche

OneCoin ist erledigt. Als Unternehmen. Als Modell. Als Kryptowährung. Was jetzt folgt ist die Aufarbeitung durch Juristen, Staatsanwaltschaften und Gerichte. Es war ein monatelanger Kampf gegen das Betrugssystem OneCoin/OneLife. Unzählige Berichte und Hintergründe haben bei der Jagd auf die Abzocker und Betrüger geholfen. Es war die Öffentlichkeit, die zwischen Staunen, Unglauben, Fassungslosigkeit und Häme schwankte. Es war die Presse, die OneCoin/OneLife den Garaus gemacht hat.

Das Schlachtfeld OneCoin/OneLife hat sich inzwischen nach Asien verlagert. Ein wenig auch nach Südamerika. Aber auch da sind die Kontrollmöglichkeiten und Überwachungssysteme längst aktiviert. Was bleibt: Letzte Versuche einem längst toten System noch einen letzten Atem einzuhauchen. Und das unter Aufsicht von Polizeikräften.

Im OneCoin/OneLife Betrugssystem gibt es nur noch Verlierer. Die Schlauen, wie die Steinkeller-Brüder, haben kofferweise das Geld der dummen Anleger beiseite geschafft und lassen sich heute als Millionäre feiern. Als Cleverles, die frühzeitig den Absprung gewagt und geschafft haben. Ob nicht am Ende noch Kopfgeldjäger die gestohlenen Millionen aus dem OneCoin-Betrug sicherstellen werden - es steht in den Sternen.

Das OneCoin/OneLife-Betrugssystem hat sehr beeindruckend gezeigt, dass die Justiz unflexibel, langsam und ohne Effizienz ist. Egal, ob in Deutschland oder Österreich - eigentlich überall dort, wo gutgläubige Menschen ihr Erspartes verloren haben. Sie sind die Opfer. Dabei spielt es keine Rolle, ob Gier ihr Motiv war. Die Justiz braucht für derart schnelle Betrugssysteme eine schnelle Eingreiftruppe. Sie kann sich nicht immer auf die länderübergreifende Arbeit von Journalisten und Internet-Jägern verlassen.

Zu schnell passen die Verbrecher Zahlungsströme und Betrugssysteme an veränderte Rahmenbedingungen an. Längst sind die Spuren verwischt, wenn Staatsanwälte noch darüber nachsinnen, wie sie die möglichen Täter dingfest machen können. Schlimm genug: Die Helfer dieses Betrugssystems erkennen bis heute nicht, dass jede Umgehungsstraftat eben genau das ist - eine Straftat.

Und so ist das Gebot der Stunde, dass die Investoren und Anleger sich jetzt wehren und ihr Geld zurückverlangen. Die europaweiten Verfahren sind hierfür der beste Grund - fristlose Kündigungen des OneCoin/OneLife-Engagements sind eine gute Lösung - unabhängig von der Weigerung des Betrugsunternehmens, die Zahlungen nicht rückabzuwickeln. Die Folge sind Strafanzeigen gegen das Unternehmen, die Vermittler und Blender.

Das Leben ist manchmal ganz einfach. Und eben diese Schlichtheit in der Argumentation hat es den Betrügern von OneCoin/OneLife so einfach gemacht. Die meisten von ihnen sind, schaut man sich die Videos auf YouTube einmal an, geistige Schmalspurvertreter, die mit einem Blitzen im Auge den großen Reibach versprochen haben. Nicht viel schlauer waren übrigens auch die Anleger und Investoren: Wenn jemand viel Geld gewinnt, muss auf der anderen Seite jemand auch viel Geld verlieren.

Wer ist eigentlich bei dem OneCoin/OneLife-Gewinnspiel der Verlierer? Dr. Ruja Ignatova und ihre kriminellen Banden sicherlich nicht.

OneCoin ist erledigt. Es wird Zeit wach zu werden und den Realitäten ins Auge zu schauen. Die ganzen Horden und Blogs, die heute auf Menschenjagd gehen sind dabei genau so blöd wie die, die die OneCoin-Idee propagiert haben oder immer noch propagieren. Weil sie an die Großen nicht herankommen, müssen die Kleinen jetzt dran glauben.

Jeden Einzelnen, der einmal OneCoin/OneLife angeboten, vertrieben, verkauft, vermittelt oder beraten hat, erwartet jetzt die rechtliche Aufarbeitung. Da wird es noch viele Blutbäder geben. Für den :gerlachreport hat eigentlich alles mit einem unwichtigen Menschen mit Namen Kevin begonnen, der sich kräftige aufplusterte und meinte, er sei der große Zampano. Das war Mitte April. Nur acht Wochen später ist das System OneCoin/OneLife kaputt.

Alle, die geholfen haben, gebührt dafür echte Anerkennung.

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