Diese Seite verwendet Cookies.

Mehr erfahren

Apple

Noch in dieser Woche ein Billionen-Unternehmen?

Keine Belastung: Der Handelsstreit zwischen den USA und China

Zurück

Tim Cook hat geliefert und baut den Konzern von einem Hardware-fokussierten Unternehmen zu einer Hardwarefirma mit starkem Medien- und Dienstleistungsgeschäft um

Es waren Zahlen, wie sie sich die Wall Street gewünscht hat: mehr Umsatz, mehr Gewinn, das Kerngeschäft brummt – und Wachstum kommt aus einer Zukunftssparte. Apple ist das letzte der sogenannten „FAANG“-Unternehmen, das seine Quartalsergebnisse vorgelegt hat. Nach schweren Einbrüchen bei Facebook und Netflix und gut aufgenommenen Zahlen von Amazon und Google (Alphabet) setzte Apple einen fulminanten Schlusspunkt. Die Aktie zog nachbörslich um fast vier Prozent auf bis zu 200 Dollar an und könnte die aktuelle Nervosität der Anleger an den Aktienmärkten beruhigen.

Die Kalifornier stehen damit bei einem Börsenwert von 984 Milliarden Dollar und könnten bereits in Kürze das erste Unternehmen der Aktiengeschichte sein, was die Marke von einer Billion Dollar knackt.

Auslöser für die Verzückung an den Börsen: Apple hat Zahlen für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2018 vorgelegt. Die Zahlen sind imposant, der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 17 Prozent auf 53,3 Milliarden Dollar und der Nettogewinn erreichte 11,5 Milliarden Dollar.

Die Verkaufszahlen für das Flaggschiffprodukt iPhone lagen praktisch unverändert zum Vorjahr bei 41,3 Millionen Stück. Doch der Durchschnittspreis für ein Smartphone stieg von 693 auf 724 Dollar. Dadurch stieg der Umsatz in diesem Bereich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 20 Prozent auf 29 Milliarden Dollar. Der Preisanstieg impliziert zugleich, dass die Nachfrage nach dem teuersten Modell, dem iPhone X, weiter hoch ist. Details gibt Apple dazu nicht bekannt.

Das stärkste Wachstum zeigte der Bereich „Services“, der um 31 Prozent zulegte. Dort sind zum Beispiel der App Store, die iCloud-Speicherdienste, die Geräteversicherung Apple Care, die Musik- und Videodienste und das digitale Bezahlsystem Apple Pay enthalten. Letzteres wird Ende des Jahres in Deutschland eingeführt, verriet Vorstandschef Tim Cook im Gespräch mit Analysten. Namen der beteiligten Banken und Preise gab es noch nicht.

Bei Apple Music wird ein Umsatzanstieg von 50 Prozent gemeldet. Der gesamte Service-Bereich kommt auf einen Umsatz von 9,6 Milliarden Dollar im Quartal, wobei ein Einmal-Ertrag von 236 Millionen aus einem gewonnenen Rechtsstreit enthalten ist. Cook will die Sparte bis 2020 auf 14 Milliarden Dollar pro Quartal treiben.

Schon jetzt ist sie die zweitgrößte hinter dem iPhone. iPad und Mac-Computer sind mit einem Umsatzverlust von je fünf Prozent im Quartal längst weit zurückgeblieben. Die Computer verbuchten sogar einen Rückgang um 13 Prozent bei den verkauften Einheiten.

„Wir freuen uns, das beste Juni-Quartal von Apple und das vierte in Folge mit einem zweistelligen Umsatzwachstum melden zu können“, sagte Apple-Chef Tim Cook. Diskussionen über seine Fähigkeiten, Steve Jobs beerben zu können, sind längst verstummt.

Cook hat geliefert und baut den Konzern von einem Hardware-fokussierten Unternehmen zu einer Hardwarefirma mit starkem Medien- und Dienstleistungsgeschäft um. Die Anzahl der zahlenden Abonnenten von Apple oder einem Drittanbieter liegt mittlerweile bei 300 Millionen.

Die Service-Sparte setzt im Quartal 2,5-mal so viel um wie Netflix. Cook zeigte sich im Analystengespräch vom TV-Geschäft sehr angetan, wollte aber keine Details verraten. Er hat im vergangenen Jahr zwei erfahrene Größen der Hollywood-Welt engagiert, die an einem ehrgeizigen Projekt arbeiteten.

Für Analyst Gene Munster ist es an der Zeit, generell die Bewertung von Apple zu überdenken. Seit acht Quartalen, analysiert er, bewegen sich die iPhone-Verkäufe im Jahresvergleich in einer engen Spanne von null bis fünf Prozent Wachstum. Das iPhone-Geschäft sei vom Wachstumstreiber zur stabilen Basis geworden.

Das Wachstum komme jetzt aus anderen Bereichen wie Services oder Apple Watch, digitale Lautsprecher, Kopfhörer und anderes. Börsenguru Jim Cramer von „Mad Money“ sieht Aktienkurse von 200 oder 300 Dollar auf lange Sicht. Die Bewertung von Apple bewege sich immer noch auf einem niedrigen Niveau wie bei Gebrauchsgüterherstellern wie Procter & Gamble mit Wachstumsraten um ein Prozent, nicht aber da, wo andere Techwerte wie Amazon oder Netflix angesiedelt sind.

Im abgelaufenen Quartal hat Apple nach Angaben von Finanzvorstand Luca Maestri rund 25 Milliarden Dollar an die Aktionäre zurückgezahlt, davon rund 20 Milliarden Dollar in Aktienrückkäufen.

Dann kann kann auch genauer bestimmt werden, wann Apple die Billionen-Dollar-Marke in der Börsenbewertung überschreiten wird. Der letzte Stand war knapp über 984 Milliarden Dollar Gesamtbewertung. Klettert die Aktie im Handel auf 203,45 Dollar pro Stück, wäre der Konzern aus Cupertino das erste Börsenunternehmen, was diesen Wert erreicht.

Für das laufende Quartal geht Apple nach eigenen Angaben von einem Umsatz von 60 bis 62 Milliarden Dollar aus, das wäre, wenn die Mitte getroffen wird, ein Plus von 15 Prozent gegenüber dem gleichen Quartal im Vorjahr. Analysten sehen das als Hinweis darauf, dass neue iPhones noch im September in den Handel kommen dürften.

Das spräche wiederum auch für ein starkes Weihnachtsquartal, sollte Apple nicht wieder Produktionsprobleme wie beim iPhone X haben. Die Modelle kamen verspätet und waren lange Zeit nur in geringen Stückzahlen erhältlich.

Aber wie sich gezeigt hat, ist selbst das für die loyale Kunden- und Fanbasis kein Problem und sorgte höchstens für eine Delle in der Aktienkursentwicklung des Königs der Tech-Welt. Der gegenwärtige Handelsstreit zwischen den USA und China belaste das Unternehmen derzeit nicht, bekräftigt Apple. China ist Produktionsland, aber auch mit 9,5 Milliarden Dollar im Quartal, ein Plus von 19 Prozent, zweitgrößter Absatzmarkt nach den USA.

Zurück

The next big story

Haben Sie die nächste große Geschichte?

Möchten Sie diese mit dem :gerlachreport teilen?

Wir bieten Ihnen viele Möglichkeiten, sich mit unseren Journalisten in Verbindung zu setzen und Materialien zu liefern. Kein Kommunikationssystem ist völlig sicher, aber unsere Möglichkeiten werden helfen, Ihre Anonymität zu schützen.

Bitte senden Sie keine Rückmeldungen, Story-Ideen, Pitches, Leserbriefe oder Pressemitteilungen über diese Kanäle.

Für eine allgemeinere Korrespondenz nutzen Sie bitte unsere regulären E-Mail-Adressen.

Ihr sicherer Kontakt

Neben unseren regulären E-Mail-Adressen haben wir für vertrauliche Nachrichten und Mitteilungen ein Postfach eingerichtet, das über Pretty Good Privacy (PGP) verfügt und absolut sicher ist:

redaktion.dta@protonmail.com

Bitte hinterlassen Sie auf jeden Fall eine Telefonnummer. Wir rufen Sie innerhalb kürzester Zeit zurück.

E-Mails an die Redaktion oder Chefredaktions-Adresse werden durch die Sicherheitsabteilung überprüft. Es kann vorkommen, dass für die Verifizierung des Absenders ein Personennachweis angefordert wird, wenn der Verdacht einer Identitätsfälschung vorliegt oder vorliegen könnte.

Was ist ein guter Tipp?

Ein starker News-Tipp hat mehrere Komponenten.

Die Dokumentationen oder Nachweise sind wichtig.

Spekulationen können spannend sein. Verdächtigungen oder Behauptungen, die einer Überprüfung nicht standhalten, sind es nicht.

Eine guter Nachrichten-Tipp beschreibt ein klares und verständliches Problem. Die Suche nach Hilfe, weil großer Schaden oder Leid angerichtet wurden. Falsche Verdächtigungen helfen niemandem und führen nicht zu einer Veröffentlichung.

Aber lassen Sie sich nicht abschrecken. Manchmal ist ein kleiner Hinweis das fehlende Puzzlestück in einem gesamten Themenkomplex, der von uns ohnehin bearbeitet wird. Besonders wichtig: Hinterlassen Sie bitte eine Kontakt-Telefonnummer.

Gute Tipps sind:

Hier ist ein Beweis dafür, dass in einer Behörde, Organisation oder einem Verband gemauschelt, getrickst und getäuscht wird.

Hier ist der Beweis dafür, dass Anlegergelder falsch oder illegal benutzt werden.

Hier ist der Beweis, dass betrogen, unterschlagen oder veruntreut wird.

Hier ist der Beweis für Täuschung, falsche Versprechen und üble Abzocke.

Wir kontrollieren alle Nachrichten regelmäßig, können aber nicht versprechen, dass jeder Informant umgehend eine individuelle Antwort erhält.

Sämtliche Kommunikation unterliegt der strikten Vertraulichkeit.