Diese Seite verwendet Cookies.

Mehr erfahren

Kryptowährungen

Neue Kurs-Rallye: Bitcoin über 8.200 US-Dollar

Kryptowährungen können erhebliche Vorteile für die Wirtschaft mit sich bringen

Zurück

Allein an diesem Sonntag habe Binance eine Kaufanfrage für 500.000 Bitcoins aus China erhalten – im Gegenwert von mehr als vier Milliarden Dollar

Die weltgrößte Kryptowährung ist im Aufwärtstrend: Dienstag überstieg der Bitcoin die Schwelle von 8.200 Dollar. Am Abend lag der Kurs rund 6,55 Prozent im Plus bei 8.233 Dollar und damit so hoch wie seit Mai nicht mehr. Auch die meisten anderen großen Digitalwährungen legten zu, wenn auch nicht ganz so stark wie der Platzhirsch. Ethereum notierte 4,9 Prozent im Plus, Ripple 2,7 Prozent, Litecoin 5,10 Prozent.

Viele Anleger von Bitcoin und Co. atmen auf – und hoffen auf eine Fortsetzung des Aufwärtstrends: Seit Anfang Mai hat der Bitcoin kontinuierlich an Wert verloren. Von knapp 10.000 Dollar war der Kurs bis Juni auf unter 6.000 Dollar abgerutscht.

Zwar liegt das im Dezember 2017 erreichte Rekordhoch von rund 20.000 Dollar auch nach der jetzigen Erholung noch weit entfernt. Auf Jahressicht konnten Anleger ihr Investment nun aber mehr als verdreifachen. Und ein baldiger erneuter Absturz ist laut Beobachtern wenig wahrscheinlich. Diese könnten einen weiteren Höhenflug einleiten. Der Markt scheint wie ausgewechselt. Negativschlagzeilen um Bitcoin und Co. finden derzeit wenig Gehör: Der Optimismus kehrt durch eine Kette an positiven Nachrichten allmählich zurück.

Wie alle Asset-Klassen wird auch der Markt für Kryptowährungen von zwei Faktoren beeinflusst: kurzfristigen Nachrichten und langfristigen Trends. Aus beiden Richtungen kommen derzeit fast nur stützende Signale.

Entspannung gibt es an der Regulierungsfront: Am Wochenende hatten die Finanzminister und Notenbank-Chefs der G20-Staaten bei ihrem Treffen in Buenos Aires auch über die Rolle von Bitcoin und Co. diskutiert. Beobachter hatten Sorge, die G20 könnten sich auf ein drastisches Vorgehen einigen.

Im Abschlusskommuniqué nehmen sie aber eine gemäßigte Haltung ein: „Technologische Innovationen, einschließlich jener, die Kryptowährungen zugrunde liegen, können erhebliche Vorteile für das Finanzsystem und die Wirtschaft im weiteren Sinne mit sich bringen“, heißt es dort.

Zwar bestünden Fragen hinsichtlich Verbraucher- und Anlegerschutz, Steuerhinterziehung und Geldwäsche sowie Terrorismusfinanzierung. Kryptowährungen stellten aber noch kein Risiko für die globale Finanzstabilität da.

Bereits vor einer Woche war bekanntgeworden, dass BlackRock, der größte Vermögensverwalter der Welt, eine Arbeitsgruppe zum Thema Digitalwährungen und der damit verbundenen Blockchain-Technologie einrichten will. BlackRock-Chef Larry Fink dämpfte zwar überbordende Hoffnungen. Aber die Neugier des Wall-Street-Schwergewichts gilt vielen Beobachtern als gutes Omen.

Furore gemacht hat die Nachricht, dass der Kreditkartenanbieter Mastercard in den USA ein Patent eingereicht hat, das Kryptozahlungen per klassischer Kreditkarte möglich machen könnte. Ein solches Verfahren, an dem auch das Start-up TenX des österreichischen Krypto-Vordenkers Julian Hosp arbeitet, könnte Bitcoin und Co. schlagartig für jeden interessant machen – als Zahlungsalternative zu staatlichen Währungen wie Euro oder Dollar.

Auch bei einem weiteren Projekt – Aktienhandel auf Blockchain-Basis – gibt es Fortschritte. So hat die Kryptobörse Coinbase von den US-Behörden grünes Licht für Zukäufe bekommen: Diese sollen eine regulierte US-Plattform für den Handel mit sogenannten Tokens ermöglichen.

Letztere sind eine Art virtuelle Gutscheine und ähneln teilweise Spendenquittungen, teilweise Wertpapieren. Sie werden im Rahmen von ICO-Finanzierungsrunden ausgegeben, einer neuen Form der Graswurzelfinanzierung. Da die Tokens meist gegen Bitcoin oder Ethereum verkauft werden, könnte ein Aufschwung des hochspekulativen Markts auch die Kurse der großen Digitalwährungen anheizen.

Darüber hinaus haben die Internetriesen Facebook und Google vor kurzem Werbebeschränkungen für Coinbase und andere Kryptobörsen aufgehoben, die die Onlineplattformen hart getroffen hatten.

Zu guter Letzt brodelt die Gerüchteküche um die erste Zulassung eines börsengehandelten Bitcoin-Indexfonds durch die US-Aufsicht SEC. Am Plan, einen solchen ETF aufzulegen, sind unter anderem die Winklevoss-Brüder, die an der Gründung von Facebook beteiligt waren, immer wieder gescheitert.

Sollte er nun tatsächlich kommen, wird er den Weg für die breite Masse der Anleger ebnen: Ein börsengehandelter Bitcoin-Fonds auf amerikanischem Boden könnte sich als Scheideweg für Kryptotaler herausstellen.

Noch wichtiger als das aktuelle Geschehen mit kryptofreundlichen Nachrichten ist eine Kehrtwende im Markt. Bisher wurden Krypto-Assets maßgeblich durch Privatanleger nachgefragt, doch nun steht der Markt vor einem Paradigmenwechsel: Immer mehr professionelle Investoren entdeckten Krypto-Anlagen für sich.

Große Unternehmen und auch Finanzinstitute überlegen, in den Bereich einzusteigen. Zunehmend entstehen Strukturen, die es auch institutionellen Investoren ermöglichen, zu investieren, und neuartige Krypto-Fonds erfahren mehr Interesse von institutionellen Anlegern.

Darüber hinaus werde geprüft, die strikte Regulierung in Korea und China zu lockern. Am Sonntag sagte Changpeng Zhao, der Chef der größten Handelsplattform Binance, er gehe davon aus, dass es in zwei bis fünf Jahren Millionen an konkurrierenden Coins und Tokens geben werde.

Zhao wundert sich zudem über den lang anhaltenden Bärenmarkt. Allein an diesem Sonntag habe Binance eine Kaufanfrage für 500.000 Bitcoins erhalten – im Gegenwert von mehr als vier Milliarden Dollar –, und solche Anfragen häuften sich.

Und noch eine weitere Entwicklung könnte Beobachtern zufolge zur jüngsten Kurserholung beigetragen haben: Die begrenzte Kapazität des Blockchain-Netzwerks könnte durch die breite Aktivierung eines „Lightning“ genannten Programmupdates gelöst werden. Der technische Flaschenhals hatte den Bitcoin lange belastet und Transaktionen verlangsamt.

Allerdings: Eine Garantie für weitere Höhenflüge geben diese positiven Megatrends nicht. Schon im vergangenen Herbst schienen alle Signale für Bitcoin und Co. auf „Grün“ zu stehen. Es folgte jedoch nicht der globale Durchbruch, sondern die große Kursdepression.

Zurück

The next big story

Haben Sie die nächste große Geschichte?

Möchten Sie diese mit dem :gerlachreport teilen?

Wir bieten Ihnen viele Möglichkeiten, sich mit unseren Journalisten in Verbindung zu setzen und Materialien zu liefern. Kein Kommunikationssystem ist völlig sicher, aber unsere Möglichkeiten werden helfen, Ihre Anonymität zu schützen.

Bitte senden Sie keine Rückmeldungen, Story-Ideen, Pitches, Leserbriefe oder Pressemitteilungen über diese Kanäle.

Für eine allgemeinere Korrespondenz nutzen Sie bitte unsere regulären E-Mail-Adressen.

Ihr sicherer Kontakt

Neben unseren regulären E-Mail-Adressen haben wir für vertrauliche Nachrichten und Mitteilungen ein Postfach eingerichtet, das über Pretty Good Privacy (PGP) verfügt und absolut sicher ist:

redaktion.dta@protonmail.com

Bitte hinterlassen Sie auf jeden Fall eine Telefonnummer. Wir rufen Sie innerhalb kürzester Zeit zurück.

E-Mails an die Redaktion oder Chefredaktions-Adresse werden durch die Sicherheitsabteilung überprüft. Es kann vorkommen, dass für die Verifizierung des Absenders ein Personennachweis angefordert wird, wenn der Verdacht einer Identitätsfälschung vorliegt oder vorliegen könnte.

Was ist ein guter Tipp?

Ein starker News-Tipp hat mehrere Komponenten.

Die Dokumentationen oder Nachweise sind wichtig.

Spekulationen können spannend sein. Verdächtigungen oder Behauptungen, die einer Überprüfung nicht standhalten, sind es nicht.

Eine guter Nachrichten-Tipp beschreibt ein klares und verständliches Problem. Die Suche nach Hilfe, weil großer Schaden oder Leid angerichtet wurden. Falsche Verdächtigungen helfen niemandem und führen nicht zu einer Veröffentlichung.

Aber lassen Sie sich nicht abschrecken. Manchmal ist ein kleiner Hinweis das fehlende Puzzlestück in einem gesamten Themenkomplex, der von uns ohnehin bearbeitet wird. Besonders wichtig: Hinterlassen Sie bitte eine Kontakt-Telefonnummer.

Gute Tipps sind:

Hier ist ein Beweis dafür, dass in einer Behörde, Organisation oder einem Verband gemauschelt, getrickst und getäuscht wird.

Hier ist der Beweis dafür, dass Anlegergelder falsch oder illegal benutzt werden.

Hier ist der Beweis, dass betrogen, unterschlagen oder veruntreut wird.

Hier ist der Beweis für Täuschung, falsche Versprechen und üble Abzocke.

Wir kontrollieren alle Nachrichten regelmäßig, können aber nicht versprechen, dass jeder Informant umgehend eine individuelle Antwort erhält.

Sämtliche Kommunikation unterliegt der strikten Vertraulichkeit.