Diese Seite verwendet Cookies.

Mehr erfahren

S+K

Nach dem Geständnis kommen jetzt die Kopfgeldjäger

Maurer Stephan Schäfer: Erfahrungen aus der Praxis

Zurück

Stephan Schäfer (re) kann wieder als Maurer arbeiten. Er muss nur aufpassen, dass ihm kein Ziegel auf den Kopf fällt

Der S+K-Prozess steht vor dem Ende: Jonas Köller und Stephan Schäfer haben umfassende Geständnisse abgelegt. So wollen sie schon bald aus der Haft entlassen werden. Doch es wird ungemütlich: Bereits jetzt bereiten sich professionelle Kopfgeldjäger auf die beiden Ganoven vor. Wie :gerlachreport erfuhr haben sie nur ein Ziel: An den Rest der mehr als 240 Millionen Euro zu kommen. Die Drohungen sind ernst zu nehmen: Bis heute sind große Teile des Vermögens verschwunden. Private Ermittler und Kopfgeldjäger, die im Auftrag von Großanlegern arbeiten, gehen davon aus, dass Köller und Schäfer verschiedene Gelddepots besitzen, aus denen sie sich beliebig bedienen. Hier sollen die Millionen in zweistelliger Höhe versteckt sein. Ein Ermittler, der :gerlachreport um Hilfe bat: „Das haben sich die beiden gut ausgedacht, ein paar Jahre Knast und dann leben wie Gott in Frankreich. Beide werden keine ruhige Minute mehr haben“.

Mit der Aussicht auf verkürzte Haftstrafen haben die Hauptangeklagten im Frankfurter S&K-Prozess Geständnisse abgelegt. Vor dem Landgericht ließ Firmengründer Stephan Schäfer über seinen Verteidiger erklären, dass er „die volle Verantwortung“ für seine Taten übernehme. Sein früherer Kompagnon Jonas Köller bezeichnete das S&K-Geschäftsmodell als „schäbig und einfallslos“ und sich selbst als „dumm und gierig“. Er entschuldigte sich bei den Geschädigten. Die beiden Männer stehen im Mittelpunkt eines der größten Betrugsverfahren in der deutschen Rechtsgeschichte. 11.000 Anleger verloren mehr als 240 Millionen Euro

Aus prozessökonomischen Gründen will die Staatsanwaltschaft nun den Betrugsvorwurf fallenlassen. Nach der vom Gericht verlesenen Absprache können die beiden Ganoven nunmehr mit deutlich verkürzten Haftstrafen zwischen achteinhalb und neuneinhalb Jahren wegen Untreue rechnen. Die Angeklagten sitzen bereits seit mehr als vier Jahren in Untersuchungshaft, die aber auf eine spätere Freiheitsstrafe angerechnet wird. Theoretisch kann die Haftstrafe bereits nach der Hälfte oder nach zwei Dritteln zur Bewährung ausgesetzt werden

Der 37 Jahre alte Schäfer sagte, er habe als S&K-Verantwortlicher vieles falsch gemacht. „Mit meiner Ungeduld und Rücksichtslosigkeit habe ich vielen Menschen Schaden zugefügt“. Gleichzeitig bedauerte er, dass unmittelbar vor seiner Festnahme im Februar 2013 noch ein großes Immobilien-Geschäft mit Bürohochhäusern nicht den erhofften Erfolg und Einnahmen im zweistelliger Millionenhöhe gebracht hätte: „Das wäre vielleicht der Durchbruch gewesen“.

Der zwei Jahre jüngere Jonas Köller bezeichnete sich als „rücksichtslos und nur mit dem eigenen Vorteil im Blick“. Seine Gier habe noch nicht einmal vor den Firmeninteressen halt gemacht. Um sich selbst zu bereichern, habe man besonders lukrativ erscheinende Geschäfte auf eigenem Namen abgeschlossen. „In den vergangenen vier Jahren in Untersuchungshaft habe ich mir täglich Gedanken über diese Dinge gemacht“, sagte er.

S&K-Mitbegründer Stephan Schäfer kommt aus bescheidenen Verhältnissen: Nach dem Hauptschulabschluss absolvierte er eine Maurerlehre, danach war er in einem Sonnenstudio engagiert. Die Kenntnisse als Firmenchef im Immobilien- und Kapitalanlagegeschäft stammten „aus der Praxis“, ließ er mitteilen.

 

Zurück

The next big story

Haben Sie die nächste große Geschichte?

Möchten Sie diese mit dem :gerlachreport teilen?

Wir bieten Ihnen viele Möglichkeiten, sich mit unseren Journalisten in Verbindung zu setzen und Materialien zu liefern. Kein Kommunikationssystem ist völlig sicher, aber unsere Möglichkeiten werden helfen, Ihre Anonymität zu schützen.

Bitte senden Sie keine Rückmeldungen, Story-Ideen, Pitches, Leserbriefe oder Pressemitteilungen über diese Kanäle.

Für eine allgemeinere Korrespondenz nutzen Sie bitte unsere regulären E-Mail-Adressen.

Ihr sicherer Kontakt

Neben unseren regulären E-Mail-Adressen haben wir für vertrauliche Nachrichten und Mitteilungen ein Postfach eingerichtet, das über Pretty Good Privacy (PGP) verfügt und absolut sicher ist:

redaktion.dta@protonmail.com

Bitte hinterlassen Sie auf jeden Fall eine Telefonnummer. Wir rufen Sie innerhalb kürzester Zeit zurück.

E-Mails an die Redaktion oder Chefredaktions-Adresse werden durch die Sicherheitsabteilung überprüft. Es kann vorkommen, dass für die Verifizierung des Absenders ein Personennachweis angefordert wird, wenn der Verdacht einer Identitätsfälschung vorliegt oder vorliegen könnte.

Was ist ein guter Tipp?

Ein starker News-Tipp hat mehrere Komponenten.

Die Dokumentationen oder Nachweise sind wichtig.

Spekulationen können spannend sein. Verdächtigungen oder Behauptungen, die einer Überprüfung nicht standhalten, sind es nicht.

Eine guter Nachrichten-Tipp beschreibt ein klares und verständliches Problem. Die Suche nach Hilfe, weil großer Schaden oder Leid angerichtet wurden. Falsche Verdächtigungen helfen niemandem und führen nicht zu einer Veröffentlichung.

Aber lassen Sie sich nicht abschrecken. Manchmal ist ein kleiner Hinweis das fehlende Puzzlestück in einem gesamten Themenkomplex, der von uns ohnehin bearbeitet wird. Besonders wichtig: Hinterlassen Sie bitte eine Kontakt-Telefonnummer.

Gute Tipps sind:

Hier ist ein Beweis dafür, dass in einer Behörde, Organisation oder einem Verband gemauschelt, getrickst und getäuscht wird.

Hier ist der Beweis dafür, dass Anlegergelder falsch oder illegal benutzt werden.

Hier ist der Beweis, dass betrogen, unterschlagen oder veruntreut wird.

Hier ist der Beweis für Täuschung, falsche Versprechen und üble Abzocke.

Wir kontrollieren alle Nachrichten regelmäßig, können aber nicht versprechen, dass jeder Informant umgehend eine individuelle Antwort erhält.

Sämtliche Kommunikation unterliegt der strikten Vertraulichkeit.