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OneCoin

Moritz Hunzinger ist der OneCoin-Geldwäscher

Exklusiv: So konnten die OneCoin-Verbrecher mit den Milliarden entkommen

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Moritz Hunzinger, der ehemalige Promi-PR-Berater, der Anfang des Jahrtausends Ex-Verteidigungsminister Rudolf Scharping (SPD) mit fragwürdigen Geldzahlungen in Schwierigkeiten gebracht hatte, Chef des Fintech-Unternehmens Cashcloud, das eine Lös

„cashcloud-Chef Moritz Hunzinger ist der Geldwäscher von OneCoin“ - das behaupten jedenfalls Insider gegenüber dem :gerlachreport. Recherchen ergaben: Die Vorwürfe sind offenbar belegt und berechtigt. Um das gesamte Ausmaß des einzigartigen Skandals zu verstehen, muss man in Vergangenheit eintauchen. Moritz Hunzinger, der ehemalige Promi-PR-Berater, der Anfang des Jahrtausends Ex-Verteidigungsminister Rudolf Scharping (SPD) mit fragwürdigen Geldzahlungen in Schwierigkeiten gebracht hatte, wird 2016 Chef des Fintech-Unternehmens Cashcloud, das eine Lösung zum mobilen Bezahlen anbietet. Cashcloud ist pleite und Hunzinger braucht Geld.

Die Cashcloud AG macht publik, dass das Unternehmen sein operatives Geschäft an eine namentlich nicht genannte Investorengruppe verkauft.

Zum gleichen Zeitpunkt entwickelt sich das Betrugssystem OneCoin/OneLife zu einem Milliardengeschäft - nach Ermittlungen beläuft sich der schaden bis heute auf mehr als 2,5 Milliarden Euro. Die Schadenshöhe steigt nahezu täglich weiter.

Hunzinger hat ein weitverbreitetes Netzwerk: Politiker, Prominente, Berufsverbrecher, Titelhändler und gescheiterte Persönlichkeiten gehören dazu. Einer davon: Der Dresdner Stephan Welk, mit dem Moritz Hunzinger regelmässig das Berliner Bordell „Artemis“ besucht (:gerlachreport berichtete).

Stephan Welk hat ein Problem: Allein aus dem kriminellen OneCoin-Netzwerk gehört nahezu die gesamte Führungsmannschaft von Dr. Ruja Ignatova un den kriminellen Steinkeller-Brüdern zu seiner finsteren Klientel.

Um die gewaltigen Geldmengen bewegen zu können und die Koffer mit Bargeld zu transportieren, werden Diplomatenpässe und Ausweispapiere benötigt. Stephan Welk organisiert das über die Botschaften der Zentralafrikanischen Republik, Sao Tomé, Mali, Ruanda, Burundi oder den Libanon. Der „Diplomat“ ist einer der führenden Köpfe im illegalen Handel mit Diplomatenpässen und offiziellen Ausweispapieren, die von kriminellen Netzwerken wie OneCoin benutzt werden.

Im Berliner Puff kommt es 2016 zwischen den „Professoren“ Stephan Welk und Moritz Hunzinger zum Treueschwur: Wenn ihm Welk das benötigte Geld für die cashcloud-Sanierung besorgt, steht das Unternehmen für die Geldwäsche bereit.

Um den deutschen Aufsichtsbehörden zu entgehen wird das Unternehmen nach Luxembourg verlegt. Die Hintermänner des Unternehmens bleiben so verborgen und können im Falle einer Aufdeckung sofort durch andere Personen ersetzt werden.

Das ist cashcloud: Ein mobiles Zahlungssystem. Mit jedem Mobilgerät und Rechner kann man auf sein Konto zugreifen. Dazu gibt es Kredit- und Pre-Paid-Karten. Das perfekte Geldwäsche-System. Ein Insider zum :gerlachreport: „Die Gelder, die von OneCoin eingesammelt wurden, flossen dann über die clashcloud. Ein perfektes Geldwaschsystem. Es wurden zahlreiche Offshore-Firmen gegründet, die die Verantwortlichen mit falschen Namen benutzen.“

Und: „Stephan Welk hat hierfür ukrainische Pässe benutzt, die er durch Bestechungen und diplomatische Kanäle erwerben konnte. Dabei bekamen dann auch die Mandanten gleich neue Namen. Es ist überhaupt nicht verwunderlich, dass die Verantwortlichen von OneCoin nicht mehr gefunden werden. Sie leben völlig unbehelligt mit neuen Identitäten.“

So verschwanden nahezu zwei Milliarden Euro in dunklen Kanälen: „Moritz Hunzinger hat über die cashcloud auch hunderte Scheinkonten geführt und so das Geld gewaschen“, heißt es in den Unterlagen, die :gerlachreport vorliegen. „Das System ist sehr gut durchdacht und oft nachgebessert worden. Würde man das Unternehmen cashcliud näher untersuchen, würde man auch die OneCoin-Betrüger wiederfinden.“

In Luxembourg kam es dann auch zur Zusammenarbeit mit dem ehemaligen OneCoin-Vorstand Pierre Pitt Arens, der die Rolle von Moritz Hunzinger und Stephan Welk in mehreren Gesprächen bestätigte und die Sachverhalte in den Zusammenhang stellte. Arens hat auch an der Verfeinerung des Geldwäschesystems zusammen mit Moritz Hunzinger gearbeitet.

Moritz Hunzinger und Stephan Welk haben das System auch für eigene Geschäfte genutzt: Es gibt ein Geflecht von mehr als 65 Firmen und Bankkonten, über die die beiden Männer verfügen. Und täglich kommen neue dazu: Der Service von Geldwäsche, gefälschten Papieren und Diplomatenpässen, die vor Verfolgungen und Ermittlungen schützen, ist gefragt und wird teuer bezahlt.

Der Insider: „Moritz Hunzinger, Stefan Welk und andere sind die Köpfe eines internationalen Verbrecher-Netzwerkes. Stephan Welk nutzt dabei seine diplomatische Stellung um immer wieder neue Kunden zu finden, die dann gleich an Moritz Hunzinger weitergereicht werden. Das ist ein Millionengeschäft ohne Ende.“

Die 500.000 Euro von Boris Becker muten da wie ein Taschengeld an. Und wenn der Schwindel, wie jetzt auffliegt, sorgt Moritz Hunzinger als PR-Berater für die richtige Presse. Denn er berät die korrupten Staaten gleich mit.

Moritz Hunzinger: Wenn Eigenlob so richtig stinkt

Es gibt bereits die ersten Stimmen, die verlangen, dass Moritz Hunzinger wegen seiner Verflechtungen in kriminelle Netzwerke das Bundesverdienstkreuz zurückgeben soll. Verdienste wegen Mitgliedschaft in kriminellen Vereinigungen? Steuerhinterziehungen?

Diese Darstellung über den OneCoin-Geldwäscher findet sich aktuell auf der cashcloud-Webseite:

 

Prof. Dr. phil. h.c. Moritz Hunzinger
CEO

Cashcloud-Chef ist Moritz Hunzinger seit Juli 2016. Zuvor 25 Jahre lang Vorstandsvorsitzender der börsennotierten infas Holding AG, gegründet als Hunzinger Information AG. 1998 war deren Börsengang mit 310-facher Überzeichnung – mehr als € 3,25 Mrd. Nachfrage – eine der begehrtesten Neuemissionen überhaupt.

Schulzeit in Frankfurt und St. Gallen, Absolvent der Valley Forge Military Academy in Pennsylvania (wie Schriftsteller J.D. Salinger oder der 26. Nationale Sicherheitsberater der USA, Dr. H.R. McMaster). Professor für PR und Kommunikation der Nationalen Pädagogischen Dragomanov-Universität Kiew und der Osteuropäischen Nationaluniversität Lutsk. Beiratsvorsitzender der Brocard Parfums GmbH, Kuratoriumsmitglied des Vereins zur Förderung der Wettbewerbswirtschaft, ehemals Bundesschatzmeister der CDU-Sozialausschüsse und deren Treuhänder. Im "Guinness-Buch der Rekorde" für die Einführung der Swatch-Uhr.

Bundesverdienstkreuz (1999), Ehrenzeichen der Stadt Kiew (2013), Ehrenkreuz der Bundeswehr in Gold, Mérite Européen (2016), Königlich-Portugiesischer-Militär-Orden Vila Viçosa (2017).

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