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OneCoin

Mit anwaltlicher Hilfe: Die echte OneCoin-Verarsche

So erkennt man die Fake News des dubiosen Rechtsanwaltes Stephan Schulenberg

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Mit echten Fake News hat ein Internet-Portal aus Mallorca vermeldet: Dr. Ruja Ignatova nicht verhaftet. Das soll ihr Anwalt gemeldet haben. Jetzt gibt es Erklärungsprobleme

Das „Online Magazin MLM Worldwide“ kann Besuch auf seiner Internetseite gut gebrauchen. Vor allem, wenn man an die Vertriebsstrukturen von OneCoin möchte - das ist für manchen MLM-Drücker ein schier unendliches Talentbecken. Das Internet-Portal, betrieben von der auf Mallorca ansässigen „Golife24 SL, Geschäftsführung: A.Wagner“, hat als einziges deutschsprachiges Medium Aufklärung im Fall der verhafteten OneCoin-Chefin Dr. Ruja Ignatova. 

Das liest sich so:

Am 3. Oktober 2017 titelten der »GerlachReport« und auch das Anti-MLM-Portal »behind MLM« zeitgleich mit der Schlagzeile, dass die OneCoin-Gründerin Ruja Ignatova in Deutschland verhaftet worden sein soll. Der Zugriff soll bereits vor Tagen erfolgt sein, berichtete angeblich ein bulgarisches Nachrichtenportal.

Turbulente Zeiten für OneCoin-Vertriebspartner

Die Zeiten für OneCoin-Vertriebspartner sind mehr als turbulent und kaum ein Tag scheint zu vergehen, an dem nicht weltweit eine neue Hiobsbotschaft über OneCoin auftaucht. Laut einem Bericht vom »GerlachReport« wurde die OneCoin-Chefin Dr. Ruja Ignatova nun auf dem Flughafen München verhaftet und soll im Untersuchungsgefängnis München-Stadelheim einsitzen.

Eine Schlagzeile und ein Bericht ganz nach dem Geschmack aller OneCoin-Gegner und Kritiker, aber heute Morgen erreichte uns hierzu eine Meldung der Anwaltskanzlei Schulenberg & Schenk, wonach an dem Bericht nichts dran sei.

Stephan Schulenberg: „Wir haben heute mit der JVA München Stadelheim telefoniert und können bestätigen, dass unsere Mandantin Frau Dr. Ignatova dort nicht inhaftiert wurde. Ein Telefonat mit der Staatsanwaltschaft Bielefeld ergab darüber hinaus, dass man auch dort nichts von einer Festnahme weiß und auch kein Haftbefehl vorliegt.“

Das Problem: Die Geschichte ist eine Fälschung. Offenbar geschickt eingefädelt von Rechtsanwalt Schulenberg, der selbst im OneCoin-Feuer steht. Und seine Lügen sind nicht einmal gut gemacht. :gerlachreport weiß: Die Anwaltskanzlei Schulenberg&Schenk, Abmahnschleuder des Betrugssystems OneCoin/OneLife, vertritt Dr. Ruja Ignatova in dem anhängigen Strafverfahren überhaupt nicht. Auch der Rechtsanwalt Stephan Schulenburg hat kein entsprechendes Strafverteidigungsmandat.

Also kann er auch die angebliche Auskunft von der JVA München Stadelheim gar nicht erhalten haben. Als Anwalt, selbst wenn man rechtlich so unterdurchschnittlich arbeitet, wüsste man, dass die JVA München Stadelheim diese Auskunft gar nicht geben kann - selbst wenn sie es wüsste. Ohne die entsprechende anwaltliche Legitimierung gibt es keine Auskünfte. In Deutschland nennt man das Datenschutz.

Gleiches gilt auch für die Staatsanwaltschaft in Bielefeld, die bei derartigen Verfahren telefonisch gar keine Auskunft gibt. Aber auch das könnte man aus journalistischer Sicht noch mit der bewussten OneCoiner-Verarsche erklären, der Unwissenheit der Leserinnen und Leser. Die Unwissenheit des Schreiberlings bei „MLM Worldwide“ kommt noch hinzu.

Die Fakten:

Warum sollte eigentlich ein Anwalt mit einer entsprechenden Vollmacht in einem Untersuchungsgefängnis oder gar bei einer Staatsanwaltschaft anrufen? Und warum sollte er - alles das vorausgesetzt - erfragen wollen, ob möglicherweise seine Mandantin einsitzt? Selbst juristisch minderbemittelte Anwälte und Journalisten sollten wissen, dass bei einem vorliegenden Haftbefehl doch nur ein Mittel greift: Die Haftbeschwerde. Da muß man nicht telefonieren. Man hat gleich mit dem zuständigen Richter zu tun.

Da muss man dann auch nicht die armen OneCoiner mit Fake News verarschen.

:gerlachreport hat um eine Stellungnahme auf Mallorca gebeten. Hier ist sie:

Wir berichten auf dem Portal MLM Worldwide relativ neutral über Direct Selling und Network-Marketing-Unternehmen und hatten die Artikel von »behind MLM« und dem »GerlachReport« bezüglich einer Stellungnahme an Schulenberg & Schenk weitergeleitet. Herr Schulenberg hat uns dann eine Stellungnahme über Facebook gesendet, die wir in der bekannten Kurzform veröffentlicht haben.

Durch die Verlinkung auf den Artikel beim GerlachReport gehen wir einmal davon aus, dass diesen und auch andere interessante Artikel über OneCoin rund 10.000 bis 15.000 Networker in den kommenden 7 Tagen lesen werden.

PS: Uns gefällt das Format! Weiter so, auch wenn viele die Form und Tonalität der Berichterstattung sicherlich nicht mögen.

Mit kollegialen Grüßen

MLM Worldwide I Redaktion


Die Leserinnen und Leser haben die Wahl: Entweder Rechtsanwalt Stephan Schulenburg ist ein minderbemittelter Winkeladvokat, der es nicht besser weiß. Oder ein Lügner, der noch eine letzte Lüge hinüberschiebt, bevor es ganz zu Ende geht mit OneCoin

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