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MDM Group

Oberstaatsanwalt schaltet sich ein

Privatdetektive finden eine heiße Spur

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Die Ermittlungen von Oberstaatsanwalt Daniel Burri führen jetzt auch ins beschauliche Dörverden an der Aller

Auf Anweisung des Oberstaatsanwalts von Luzern, Daniel Burri, hat die Staatsanwaltschaft 2 in Emmenbrücke die Ermittlungen gegen MDM Group AG aus Meggen wieder aufgenommen. Trotz zahlreicher Hinweise und Klagen von betrogenen Anlegern hatte der bislang zuständige Staatsanwalt Stocker mit dem Hinweis: „die Deutschen sind selbst schuld“, Ermittlungen verweigert. Jetzt droht ihm ein Verfahren wegen Strafvereitelung im Amt. Oberstaatsanwalt Burri, der im Raum Luzern „massiv gegen jede Form von Wirtschaftskriminalität“ vorgehen will, bestätigte gegenüber :gerlachreport, dass er „persönlich die Sachverhalte überprüfen und die entsprechenden Schritte einleiten werde.“

Die Staatsanwaltschaft 2 war bereits seit Monaten informiert. Sie wusste, dass Hunderte Anleger um Millionenbeträge betrogen worden sind. In einer Dokumentation, die :gerlachreport vorliegt, hatten selbst schweizer Ermittler darauf hingewiesen, dass es sich bei dem Geschäftsmodell „eindeutig um Betrug“ handelt.

Intern wird jetzt in Luzern geprüft, ob der untätige Staatsanwalt Stocker möglicherweise „ein persönliches Interesse an der Strafvereitelung hatte“.

Die MDM Group AG hatte mit garantierten Zinssätzen von 20 bis 50 Prozent für Nachrangdarlehen geworben. Später war von einem angeblichen Börsengang die Rede. Inzwischen werden Anleger der MDM Group AG auch mit anderen Angeboten aus Luxembourg und Österreich bombardiert, um das „Schneeballsystem MDM Group“ zu finanzieren. Tatsächlich gibt es aber keinen nachweisbaren Geschäftsbetrieb. Ein angebliches Immobilienprojekt im türkischen Bodrum hat sich ebenso als Fälschung herausgestellt wie ein angeblich bevorstehender Börsengang.

Nach Ansicht mehrerer deutscher Anlagerschutzanwälte, die geprellte MDM-Anleger vertreten, „ist selbst die Existenz der angeblichen Verwaltungsrätin Özlan Utanc fragwürdig“. Unter der angeblichen Firmenadresse findet sich die avoia Treuhand, die mehr als 100 verschiedene Unternehmen betreut. Offiziell sagt man dort, „dass eine Özlan Utanc völlig unbekannt“ sei. Das Namensschild der Unternehmung ist abgeschraubt.

Von Anlegern eingesetzte Privatdetektive haben sich inzwischen auf eine andere heiße Spur gesetzt: Diese führt direkt nach Dörverden an der Aller.

Dort wohnen die Gesellschafter und Geschäftsführer einer in der Schweiz eingetragenen, aber von Deutschland aus betriebenen, „angeblichen Wirtschaftsauskunftei“, die die MDM Group AG in höchsten Tönen angepriesen hatte: „In der Prüfung erzielte die MDM Group AG bei den folgenden Merkmalen gute Ergebnisse: Finanzielle Situation des Unternehmens, Referenzen, Ausbildung und Juristische Merkmale. Exzellente Ergebnisse erreichte das Unternehmen in den Bereichen Risikoprävention, Soziales Umfeld, Finanzielle Situation des Entscheiders, Bonität Unternehmen, Bonität Entscheider und Medienresonanz.“

Ein Anlegerschutzanwalt zum :gerlachreport: „Wir haben inzwischen den Nachweis, dass für diese Auskunft keine werthaltige Überprüfung stattgefunden hat. Wir wissen, dass das Unternehmen zunächst von den selben Personen sehr negativ beurteilt wurde und dann, nach erheblichen Zahlungen, ganz plötzlich diese Empfehlungen auftauchten. Das ist Beihilfe zum Kapitalanlagebetrug.“

Bei der Staatsanwaltschaft in Verden wurden inzwischen gegen die Geschäftsführer und Gesellschafter, sowie den Redakteur der in der Schweiz eingetragenen Firma Strafanzeigen wegen Beihilfe zum Kapitalanlagebetrug gestellt.

Bei der Staatsanwaltschaft in Luzern wird gegen die „angebliche Wirtschaftsauskunftei in alle Richtungen ermittelt“, ließ Oberstaatsanwalt Daniel Burri dem :gerlachreport ausrichten.

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