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Krypto-Desaster: Das bittere Ende der Spekulanten

Was Anleger jetzt tun müssen · 70 Prozent Verlust bei Bitcoin seit Dezember

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Die Spekulanten haben sich verspekuliert: Die Kryprowährungen sind auf dem absteigenden Ast. Allein Bitcoin hat seit Dezember 70 Prozent seines Wertes verloren

Ist der große Bitcoin-Hype schon wieder vorbei? In einer wahnwitzigen Kursrallye war die bekannteste Kryptowährung im vergangenen Jahr auf einen Wert von fast 20.000 Dollar angestiegen - doch seitdem geht es stetig bergab. In den vergangenen sieben Tagen verlor der Bitcoin allein fast zehn Prozent seines Werts, er kostete zuletzt nur noch rund 6.800 Dollar. Von seinen Rekordhoch aus dem Dezember 2017 ist der Kurs jetzt fast 70 Prozent entfernt.

Auch zahlreiche andere virtuelle Währungen wie Ether, Ripple oder Litecoin stürzen ab. Bis zu 22 Prozent sind die Werte gefallen. Investoren entziehen dem Markt Milliarden: Alle Kryptowährungen zusammen haben nur noch einen Wert von weniger als 300 Milliarden Dollar - zum Höhepunkt der Kryptowährungs-Manie im Dezember hatte das Volumen noch bei 800 Milliarden Dollar gelegen.

Aber warum verkaufen Investoren gerade jetzt? Was sind die Gründe für den Absturz?

1. Hackerangriffe verunsichern Investoren

 

Wie schon so oft sind Sicherheitsprobleme bei Handelsplätzen auch ein Auslöser für die aktuellen Kursverluste. Die südkoreanische Krypto-Börse Coinrail räumte am Sonntag ein, Hacker hätten am Wochenende rund 30 Prozent der gehandelten digitalen Münzen gestohlen. In Medienberichten wurde der Wert der verlorenen Coins auf rund 31 Millionen Euro beziffert. Tausende Anleger wurden geprellt.
Conrail ist aber nur ein vergleichsweise kleiner Handelsplatz. Der entstandene Schaden in Millionenhöhe ist gering.

Zum Vergleich: Beim größten Diebstahl auf der japanischen Plattform Mt.Gox im Jahr 2014 verloren etwa 25.000 Kunden rund 650.000 Bitcoins, das entspräche einem heutigen Wert von mehreren Milliarden Dollar. Die Bitcoin-Börse, über die seinerzeit 90 Prozent des weltweiten Handels abgewickelt wurden, schlitterte daraufhin in die Pleite.

Mit solchen Angriffen ist der aktuelle Fall kaum vergleichbar. Die Probleme dort zeigen aber einmal mehr die grundsätzlichen Sicherheitsrisiken beim Handel mit Kryptowährungen: Hackerangriffe auf Plattformen sind einfach nicht auszuschließen. Erst im Januar erbeuteten Hacker bei einem Angriff auf die japanische Cyber-Börse Coincheck Kryptowährungen im Volumen von 534 Millionen Dollar.
Solche Vorfälle führen dazu, dass Anleger vorsichtiger werden und ihre Coins verkaufen. Und Einsteiger hält es davon ab, in den Markt überhaupt einzusteigen.

2. Sorge vor Regulierung

 

Auch die zunehmende Regulierung sorgt immer wieder für Verunsicherung unter Investoren. Einige etablierte Börsenbetreiber hatten in den USA hatten vor einigen Monaten herkömmliche Finanzprodukte auf Bitcoin-Basis eingeführt und erleichterten damit den Handel mit Bitcoin, vor allem deshalb stiegen im Dezember die Kurse so stark. Doch damit gehen nun Regulierungsvorschriften einher, die den Handel bremsen.

Nach einem Bericht des "Wall Street Journal" mussten mehrere Bitcoin-Börsen am vergangenen Freitag Handelsdaten an die US-Finanzaufsicht CFTC übergeben. Betroffen war unter anderem die US-amerikanische CME Group. Als eine der weltgrößten Optionsbörsen führte sie vor sechs Monaten den Handel mit Bitcoin-Futures ein. Futures erlauben Spekulanten, auf zukünftige Preisbewegungen von Vermögenswerten wie Öl, Gold oder Bitcoin zu wetten. Um den Kurswert der Bitcoin-Futures zu bestimmen, greift CME auf die bekannten Bitcoin-Börsen Bitstamp, Coinbase, itBit und Kraken zurück.

Die Regulierungsbehörden befürchten, dass es auf diesen Plattformen immer wieder zu Kursmanipulationen kommt. Beim sogenannten Spoofing täuschen Trader große Auftragseingänge vor, um andere Marktteilnehmer zum Kauf der Coins zu bewegen. Dadurch steigt der Kurs, zu dem die Spoofer ihre Anteile verkaufen können. So könnte auf indirektem Wege auch der Preis für Bitcoin-Futures manipuliert werden, die unter der Aufsicht der US-Behörden stehen.

3. Bitcoin-Pioniere steigen aus

 

Der wohl schwerwiegendste Grund für den anhaltenden Kursverfall dürfte sein, dass viele Bitcoin-Pioniere sich vom Markt zurückgezogen und ihm damit Milliarden entzogen haben.

Laut der britischen Zeitung "Financial Times" zeigen Daten der Plattform Chainanalysis, dass langfristig orientierte Krypto-Anleger, die bereits vor Jahren in Kryptowährungen investierten und damit Millionen verdient haben, längst nicht mehr aktiv mit ihren Coins handeln. Stattdessen tummeln sich nun vor allem Spekulanten im Markt, die auf schnelle Kursanstiege aus sind.

Im vergangenen November, kurz vor dem Bitcoin-Höchststand, war die Zahl der aktiven langfristigen Investoren, die kaum handelten, drei Mal so hoch wie jetzt. Nun ist das Handelsvolumen, das auf kurzfristig-orientierte Spekulanten zurückzuführen ist, fast genauso hoch wie das Handelsvolumen der langfristigen Investoren.

Chainanalysis schätzt, dass die Pioniere Bitcoin im Wert von rund 30 Milliarden an Neueinsteiger verkauft haben, die Hälfte davon allein im Dezember. Es hat einen riesigen Transfer von Vermögen gegeben. Durch diesen Vermögenstransfer ist auch der aktuelle Kurseinbruch zu erklären: Die frühen Einsteiger nehmen Milliarden-Gewinne mit. Anleger, die zu spät eingestiegen sind, sitzen stattdessen auf ihren Verlusten.

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