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OGI

Jürgen Wagentrotz soll 58 Mio. abgezockt haben

Vorstand Markus Schilz:„Wagentrotz hat das Schweigen von Vorständen und Aufsichtsräten gekauft“

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Jürgen Wagentrotz: „Ich habe weder krumme Geschäfte gemacht, noch Millionen-Abzocke betrieben, noch mit gefälschten Gutachten Betrug begangen.“ Das sieht die Staatsanwaltschaft ganz anders

Jetzt wird es eng für den ehemaligen OGI-Boss Jürgen Wagentrotz: Die Staatsanwaltschaft in Frankfurt bestätigte die Betrugsermittlungen gegen den 73jährigen Kitzbühler. Er soll 58 Millionen Euro abgezockt haben. Diese Zahl wurde auch von Markus Schilz bestätigt, der als Vorstand das Unternehmen in die Insolvenz geführt hat: „Es geht um 58 Millionen Euro Anlegergelder und Betrug“, bestätigt Schilz, „und natürlich um die Frage, wo sind die Millionen geblieben. Jürgen Wagentrotz hat vor lauter Geldausgeben das Bohren vergessen.“

Unterdessen werden neue, pikante Details bekannt. So soll Wagentrotz „erhebliche Summen“ dafür bezahlt haben, „Mitwisser seines Betruges“ mundtot zu machen und ihr Schweigen zu erkaufen. Markus Schilz: „Jürgen Wagentrotz hatte nur einen Wunsch: Er wollte Vorstand werden.“

Am Ende war Wagentrotz Alleinherrscher. Schilz: „Damit hatte er Zugriff zu den Geldern und hat diese weidlich genutzt“. Wie die Staatsanwaltschaft in Frankfurt bestätigte, „nicht für die eigentlichen Geschäftszwecke“. Gegen Wagentrotz, seinen Sohn und andere Personen werden umfassende Ermittlungen wegen gewerbsmässigem Betrug, Untreue und anderer Vermögensdelikte geführt. Schilz: „das ganze Ausmaß wird erst Stück für Stück deutlich. Da wir keine Unterlagen haben, müssen wir uns mühsam das Bild über das Chaos machen, das Jürgen Wagentrotz hinterlassen hat.“

Markus Schilz ist ein Gründungsmitglied der OGI: „Das Unternehmen hatte eine gute Geschäftsidee. Es gab Gutachten und die entsprechenden Ölfelder. Alles war richtig aufgestellt, bis Jürgen Wagentrotz kam. Weil das Unternehmen für seine Tätigkeit Geld brauchte, war Jürgen Wagentrotz willkommen. Er wedelte mit den Millionen, die wir für das Unternehmen brauchten.“

Wagentrotz hatte eine einfache Rechnung: Er steckt ein paar Millionen in das Unternehmen und kassiert dafür 58 Millionen. Ein glänzendes Geschäft. In einem bezahlten Interview, das seine betrügerischen Spuren verwischen soll, sagt Jürgen Wagentrotz: „Ich habe aufgrund meines grossen Privatvermögens allen Zeichnern von Nachrangdarlehen eine persönliche Rückzahlungsgarantie für Ihre bei der OGI AG gezeichneten Darlehenssumme gegeben. Ich habe damit, sozusagen als echten Verbraucherschutz, bezweckt, dass kein Darlehensgeber sein bei der OGI AG eingelegtes Geld verliert. Ich besass zu diesem Zeitpunk persönliche Vermögenswerte in Höhe von ca. 60 Millionen Euro.“

Das ist nur die halbe Wahrheit: Wagentrotz hat nach derzeitigem Kenntnisstand lediglich „ein paar wenige Millionen“ bezahlt, um dann das ganz große Geschäft anzuwerfen. Mit Erfolg. Er schwang sich zum Alleinherrscher auf und vergaß dabei einen wesentlichen Grundsatz: Wer alleine herrscht, trägt auch alleine die Verantwortung.

Davon will Wagentrotz jetzt nichts mehr wissen: „Ich habe weder krumme Geschäfte gemacht, noch Millionen-Abzocke betrieben, noch mit gefälschten Gutachten Betrug begangen. Mit der Insolvenz der OGI habe ich nichts zu tun, da ich bereits vor acht Monaten als Vorstand zurückgetreten bin. Was mein Nachfolger Schilz an Schuldzuweisungen vorträgt, entbehrt jeglichem Wahrheitsgehalt. Ich habe selbst in die OGI AG rund 30 Millionen Euro eingelegt und bis zu meinem Rücktritt stets für Liquidität gesorgt.“

Gründungsmitglied Schilz hat für derartige Aussagen nur ein Lächeln: „Wenn es tatsächlich so wäre, warum wurden denn dann die Bohrungen nicht durchgeführt? Und warum wurden verantwortliche Personen für ihr Schweigen bezahlt, wenn Jürgen Wagentrotz nichts zu verbergen hat? Tatsächlich handelte es sich ja wohl um ein geschicktes Schneeballsystem.“

Fragen, die sich die Staatsanwaltschaft in Frankfurt auch stellt. Oder gestellt hat. Die Ermittlungen laufen noch auf Hochtouren, doch erste Ergebnisse liegen vor: Es wird eng für Jürgen Wagentrotz.

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