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Autark

Jörg Schneider: Der Weg zum „nützlichen Idioten“

Er glaubt tatsächlich, dass ihm die Hälfte der Autark-Gruppe gehört

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Jörg Nikolaus Schneider in seiner Lieblingspose: Nachdem er als Versicherungsvertreter scheiterte, wurde er leitender Mitarbeiter in der Autark-Gruppe. Stefan Koschate nennt ihn auch seinen „Lieblingssaufbold“

Jörg Schneider ist der Geschäftsführer aller Autark-GmbH-Unternehmungen in Deutschland. Alle, die zur obskuren Autark-Gruppe um Stefan Koschate, alias Kühn, gehören. Für Koschate ist Jörg Nikolaus Schneider der „Hofnarr“. Viel schlimmer: der „nützliche Idiot“. Einer, der den Kopf hinhält, wenn sich der kriminelle Koschate mal wieder hinter den Rockschößen anderer verstecken muss. „Mein Lieblingssaufbold“, wie er fast schon liebevoll sagt.

Jörg Nikolaus Schneider ist ein gescheiterter Versicherungsvertreter. Damit hat er sämtliche Kriterien, die für eine leitende Funktion in der Autark-Gruppe benötigt werden, zu einhundert Prozent erfüllt.

Weil der 52jährige obendrein auch noch glaubt, dass Koschate gar sein Freund ist, hält er für ihn den Kopf hin. Jetzt könnte er den verlieren. Und feststellen, dass das Wort und die Versprechen eines Berufsverbrechers eben doch nichts wert sind.

Dabei kommen beide aus dem Sauerland. Da steht man zueinander. Da hält man zusammen. Geht durch dick und dünn. Als Stefan Koschate noch nicht Kühn hieß und als Freigänger aus dem Knast das „Modell Autark“ entwickelte, war Schneider der Richtige. Koschate malte eine Zukunft aus immerwährendem Reichtum, schnellen Autos und einen „anständigen Puffbesuch“.

Koschate, der Mann aus Neunkirchen und Schneider, der Mann aus Lennestadt - das war wie Dick und Doof. Schneider, der biersaufender Jeck, ist möglicherweise viel zu beschränkt, die leeren Versprechen „seines Freundes Stefan“ zu durchschauen. Denn aus eigener Kraft, aus eigener Arbeit haben die beiden Autark-Kanaillen bis heute nichts Nennenswertes geschafft.

Koschate bezeichnet in internen Gesprächen Schneider oft und gerne als „nützlichen Idioten“, der in seiner Karnevalsuniform wie ein „Hofnarr“ aussieht. „Kompetenz“, sagt Stefan Koschate, alias Kühn, „hat der nicht. Braucht er auch gar nicht, solange er tut, was ich ihm sage und er unterschreibt, was ich ihm vorlege.“

Jörg Nikolaus Schneider darf Porsche fahren. Den bezahlen natürlich die Autark-Anleger, die seit Monaten auf ihr Geld warten und mit immer abstruseren Versprechen hingehalten werden. Mit dem fährt der „Hofnarr“ dann auch mal gerne zu säumigen Geschäftspartnern, um angeblich offene Rechnungen einzufordern.

Wer nicht zahlt, wird vom kleinen Schneiderlein dann auch gerne mal direkt bedroht - mit Wissen seines übermächtigen Bosses Koschate. Denn der stellt ihm dann auch seine „Prinzengarde“ zusammen - ein Haufen Albaner, die ebenso hohl wie schlagkräftig sind.

Sauerländer halten doch zusammen. Wie Pech und Schwefel. So ist auch zu erklären, dass der völlig talentfreie „nützliche Idiot“ bis zum heutigen Tag tatsächlich davon ausgeht, dass ihm „die Hälfte der Autark-Gruppe gehört.“ Koschate könnte sich ohrfeigen. Er hat das irgendwann mal gesagt. Damals, bei einem Freigang aus dem Knast.

Stefan Koschate, alias Kühn, wiegelt diese Diskussionen um leere Versprechen, gebrochene Worte und angeblicher Ganovenehre dann gerne ab und lässt den Nikolaus dann in seinem Glauben. Der glaubt wohl auch noch an den Weihnachtsmann. Koschate braucht den Mann ja noch für seine halbseidenen Geschäfte in der Autark-Gruppe.

So fungiert Schneider im rasenden Porsche auch gerne als Geldbote. Trotz mehr als 150 Arresten auf nahezu sämtliches Vermögen der Autark-Gruppe, macht Nikolaus dann auch schon mal die Runde, um angeblich säumige Zahler „am liebsten zu Bargeschäften“ zu „überreden“. Da bringt er auch schon mal seine „Prinzengarde“ mit, die ansonsten auch Stefan Koschate als Personenschutz dient. Der Mann hat offenbar Feinde.

Inzwischen interessieren sich auch die Staatsanwaltschaften in Dortmund und Siegen für den „nützlichen Idioten“ und sein schlagendes Umfeld. Schneider kennt zahlreiche Details aus den illegalen Geschäften seines Vorturners Koschate und der Autark-Gruppe.

Sollte er auch als Geschäftsführer der zahlreichen GmbHs, will man meinen. Tatsächlich steuert, lenkt und entscheidet Koschate alles allein. Und tut so, als wenn Schneider auch mal etwas entscheiden darf. Der freut sich dann wirklich Chef zu sein.

Würde der Nikolaus tatsächlich mal raffen, dass er seit Jahren, ähnlich wie die Autark-Anleger, an seiner bemerkenswerten Nase herumgeführt wird und ihm in der Autark-Gruppe wahrlich nichts gehört, würde aus dem dumpfen Einfalt vielleicht auch kreativer Gegner, der sich einmal mit den richtigen Leuten an einen Tisch setzt und die Hosen runter lässt.

Dumm ist der, der Dummes tut. Es könnte sein, dass der Nikolaus einen lichten Moment hat. Und bei der Staatsanwaltschaft plaudert.

Die Autark-Anleger würden es ihm danken. Und ihn bestimmt auch mal auf ein Bier einladen.

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